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Ukraine setzt mit „Baton Optik“ auf jammsichere Drohnen

05.02.2026 - 19:31:11

Das ukrainische Militär hat eine verbesserte Drohne mit faseroptischer Steuerung freigegeben, die gegen elektronische Gegenmaßnahmen immun ist und Ziele in über 30 km Entfernung bekämpfen kann.

Die Ukraine rüstet im Drohnenkrieg auf: Das Verteidigungsministerium in Kiew hat eine hochmoderne, heimisch produzierte Faseroptik-Drohne für den Einsatz freigegeben. Das System soll russische Elektronikabwehr wirkungslos machen.

Kiew, 5. Februar 2026 – In einer bedeutenden technologischen Aufrüstung hat das ukrainische Verteidigungsministerium eine verbesserte Version der Angriffsdrohne „Baton Optik“ für den operativen Einsatz freigegeben. Das unbemannte Flugsystem (UAS) nutzt ein faseroptisches Leitsystem, das es nahezu unempfindlich gegen russische Störsender macht. Diese Fähigkeit ist im andauernden Abnutzungskrieg von entscheidender Bedeutung. Die Autorisierung markiert einen strategischen Schachzug, um präzise Angriffe auf hochwertige Ziele tief im russischen Hinterland zu verstärken.

Die Einführung unterstreicht das rasante Innovationstempo auf dem Schlachtfeld. Während konventionelle, funkgesteuerte Drohnen zunehmend von ausgeklügelten elektronischen Gegenmaßnahmen (EW) gestört werden, bietet der Glasfaserdraht eine abhör- und störsichere Verbindung. Sie gewährleistet eine hochauflösende Videoübertragung und präzise Steuerung. Diese Entwicklung ist Teil der breiteren ukrainischen Initiative, Millionen Drohnen im eigenen Land zu produzieren, um einen technologischen Vorsprung zu wahren.

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Erweiterte Reichweite für tiefe Schläge

Die nun freigegebene „Baton Optik“ ist eine verbesserte Variante eines Systems aus dem Jahr 2025. Ihre operative Reichweite wurde auf über 30 Kilometer deutlich erweitert. Damit können ukrainische Kräfte Ziele bekämpfen, die für kleinere FPV-Drohnen bisher unerreichbar waren. Laut Verteidigungsministerium zählen dazu vor allem feindliche Artilleriesysteme wie die 122-mm-Haubitze D-30 und die 152-mm-Haubitze Msta-B – zentrale Elemente der russischen Offensiv- und Defensivoperationen.

Die Gefechtsladung der Drohne reicht zudem aus, um leicht gepanzerte Fahrzeuge, Truppentransporter und Feldstellungen auszuschalten. Ein verstärkter Rahmen, leistungsstarke Elektromotoren und Hochkapazitätsbatterien unterstützen Reichweite und Nutzlast. Das System ist für den Allwetter- und 24-Stunden-Betrieb ausgelegt, mit Kamerasystemen für Tag, Nacht und schlechte Sichtverhältnisse.

Der Faseroptik-Vorteil im Störsender-Umfeld

Die Kerninnovation der „Baton Optik“ ist ihr faseroptischer Steuerungs- und Videoübertragungskanal. Anders als traditionelle FPV-Drohnen, die auf störanfällige Funksignale angewiesen sind, zieht dieses System beim Flug einen hauchdünnen Glasfaserdraht ab. Diese physische Verbindung ist immun gegen elektronische Gegenmaßnahmen und gewährleistet einen klaren, unterbrechungsfreien Datenstrom zwischen Drohne und Operator.

Dieser Technologiesprung adressiert eine der größten Herausforderungen im modernen Gefecht: den allgegenwärtigen Einsatz von Elektronischer Kriegführung. Beide Seiten setzen umfangreiche EW-Systeme ein, was zu einem ständigen technologischen Wettrennen führt. Mit der faseroptischen Steuerung können ukrainische Einheiten komplexe Angriffe in stark umkämpftem Luftraum fliegen, wo andere Drohnen versagen würden. Operatoren können tief fliegen und komplexes Gelände navigieren, ohne das Signal zu verlieren, und ihre Munition mit höchster Präzision abwerfen.

Strategischer Schub für heimische Drohnenproduktion

Die Freigabe der „Baton Optik“ bezeugt die rasch expandierende ukrainische Verteidigungsindustrie. Angesichts eines entschlossenen Gegners hat Kiew die Entwicklung und Serienproduktion unbemannter Systeme priorisiert. Das Ziel ist eine „Drohnen-Wand“ und technologische Überlegenheit, um Russlands zahlenmäßige Vorteile auszugleichen. Allein 2025 traf die ukrainische Drohnenflotte Hunderttausende russische Ziele – ein Beleg für die zentrale Rolle dieser Technologie.

Der Konflikt hat auf beiden Seiten Innovationen vorangetrieben. Russland setzt ebenfalls faseroptische Drohnen ein, was ein Wettrennen um die Dominanz in dieser Nische auslöste. Die Ukraine arbeitet aktiv daran, diese Fähigkeiten nicht nur zu erreichen, sondern zu übertreffen. Dazu gehören Entwicklungen heimischer Firmen an Drohnen der nächsten Generation mit noch größerer Reichweite und spezialisierten Anwendungen wie Hinterhaltsangriffen.

Ausblick: Der sich wandelnde Drohnenkrieg

Der offizielle Einsatz der verbesserten „Baton Optik“ leitet eine neue Phase im Drohnenkrieg ein. Da faseroptische Systeme verbreiteter werden, müssen sich die Taktiken beider Seiten weiterentwickeln. Die Störimmunität bedeutet, dass die Bekämpfung dieser Drohnen andere Methoden erfordert – etwa kinetische Abwehr wie Drohnenabwehrkanonen oder akustische Erkennungssysteme, die die Motorengeräusche identifizieren.

Für die Ukraine geht es nun darum, die Produktion der „Baton Optik“ und ähnlicher Systeme hochzufahren, um Einheiten entlang der gesamten Frontlinie auszurüsten. Die Fähigkeit, zuverlässig tief ins Feindesgebiet zu schlagen, bietet einen erheblichen taktischen Vorteil. Sie ermöglicht die Störung von Logistik, Führungsstellen und Artillerieunterstützung. Die Verbreitung dieser Technologie wird wahrscheinlich eine Umgruppierung russischer Assets erzwingen, um sie außerhalb der Reichweite dieser hocheffektiven und widerstandsfähigen Drohnen zu bringen. Das Schlachtfeld des Jahres 2026 wird zunehmend nicht nur durch gehaltenes Territorium, sondern durch technologische Überlegenheit in der Luft definiert.

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