Uber und WeRide: Robotaxi-Debüt in Abu Dhabi
15.02.2026 - 10:54:12Robotaxi-Expansion erreicht Abu Dhabi und Nashville – der Markt kippt. Uber Technologies und das autonome Fahrunternehmen WeRide starten am Donnerstag, dem 12. Februar 2026, den ersten kommerziellen Robotaxi-Dienst in der Innenstadt von Abu Dhabi. Gleichzeitig treibt Waymo seine Präsenz in Nashville voran und signalisiert den Übergang von Pilotprojekten zur kommerziellen Nutzung.
Abu Dhabi: Kommerzielle Robotaxis im Stadtzentrum
Der neue Dienst wird in zentralen Distrikten angeboten, darunter Khalifa City, Masdar City und der Bereich Corniche zur Sheikh Zayed Grand Mosque. WeRide betreibt bereits seit 2021 fahrerlose Fahrzeuge auf Yas Island; die Ausweitung in die Innenstadt markiert einen entscheidenden Schritt. Uber und WeRide hatten am 6. Februar eine breitere Partnerschaft angekündigt: Bis 2027 sollen mindestens 1.200 Robotaxis in Abu Dhabi, Dubai und Riad eingesetzt werden. Die Buchung läuft über die Uber-App in der Kategorie „Autonomous“; in einigen Fällen stehen auch Uber Comfort oder Uber X zur Verfügung. Anfänglich kommen Sicherheitsfahrer zum Einsatz, der Plan ist aber ein schrittweiser Übergang zu vollständig fahrerlosen Betriebseinstellungen. Tawasul Transport, ein lokales Logistikunternehmen, koordiniert die Flottenbetreiber auf der Uber-Plattform und nutzt WeRides Level-4-Technologie.
Weitere Entwicklungen in der Region: Baidu Apollo Go und mehr
Die Aktivität in der Region steigt weiter: Berichte legen nahe, dass Baidu Apollo Go eine Integration mit der Uber-Plattform in Dubai vorbereitet und so die UAE zu einem zentralen Wettbewerbsfeld für globale AV-Firmen machen könnte.
Waymo in Nashville: Größenausbau in den USA
Gleichzeitig arbeitet Waymo am Ausbau seines US-Standorts. Seit Ende der vergangenen Woche betreibt Waymo in Nashville vollständig autonome Fahrten. Nashville ergänzt damit San Francisco, Phoenix, Los Angeles und Austin in Waymos wachsendem Marktportfolio.
Waymo-Chefin Tekedra Mawakana äußerte sich in einem Bloomberg-Interview dahingehend, dass das Unternehmen bis Ende des Jahres die Marke von mehr als einer Million bezahlter wöchentlicher Fahrten erreicht sehen möchte. Den Ausbau unterstützt Waymo durch eine deutliche Erhöhung der Fahrzeugkapazität: Berichte zufolge prüft Hyundai Motor, Waymo 50.000 Ioniq-5-Elektrofahrzeuge zu liefern. Die Flotte soll künftig auch auf neuere Plattformen wie das Zeekr-basierte Modell „Ojai“ setzen. Waymo erhielt im Februar eine Finanzierungsrunde über rund 16 Milliarden Dollar; die Unternehmensbewertung lag bei knapp 126 Milliarden Dollar. In Euro gerechnet entspricht das grob rund 15 Milliarden Euro Finanzierung und etwa 116 Milliarden Euro Bewertung.
Tesla vor Markenherausforderungen: Cybercab im Fokus
Tesla navigiert weiterhin regulatorische Hürden vor dem geplanten Robotaxi-Einsatz. Das US-Patent- und Markenamt (USPTO) gewährte dem Unternehmen eine 30-tägige Verlängerung, um sich gegen die Markenanmeldung „Cybercab“ einer französischen Getränkeherstellerin zu positionieren. Die Markenlage könnte den Namen des Produkts beeinflussen, doch Tesla bleibt beim Produktionszeitplan: Auf der Q3-2025-Ergebnisbesprechung bestätigten Führungskräfte, dass die Massenproduktion des „Cybercab“ ohne Lenkrad im zweiten Quartal 2026 im Tesla-Gigafactory in Texas beginnen soll. Teslas Weg bleibt damit von einer reinen Visionstage geprägt, die Sicherheits- und Technologiedebatten in den USA weiter Marsch machen.
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Globaler Ausblick: Von Pilotprojekten zur kommerziellen Skalierung
Der jüngste Wochenverlauf unterstreicht einen Trend: Die Robotaxi-Branche bewegt sich schneller von der Verifizierung zur kommerziellen Monetarisierung. Eine Macquarie-Analyse geht davon aus, dass die weltweite Robotaxi-Flotte von rund 7.000 Fahrzeugen im Jahr 2025 auf über 500.000 bis 2030 wachsen könnte und bis 2035 sogar mehr als 3 Millionen Fahrzeuge erreichen könnte. Analysten sehen Unterschiede in den Strategien: Uber verfährt ein „Asset-light“-Modell über Partnerschaften mit mehreren AV-Anbietern, während Waymo seine Technologie und Flottenführung stärker eigenständig kontrolliert. Diese Divergenz dürfte 2026 die Wettbewerbslandschaft prägen.
Für Deutschland und Europa bleibt die zentrale Frage: Wie schnell lässt sich autonome Mobilität in Städten integrieren? Beobachter verweisen darauf, dass auch hierzulande Autobauer wie BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen an autonomen Mobilitätsdiensten arbeiten – während EU-Regulatorik und Sicherheitserfordernisse eine entscheidende Rolle spielen. Die Entwicklungen in Abu Dhabi, Dubai, Nashville und darüber hinaus zeigen, dass der Durchbruch näher rückt, auch wenn noch zahlreiche Hürden zu überwinden sind.
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