TSMC, Japans

TSMC baut Japans Chipindustrie mit 3-Nanometer-Fabrik aus

06.02.2026 - 12:26:12

Der Halbleiterriese TSMC verlagert seine Spitzentechnologie nach Japan und erhöht die Investition auf 17 Milliarden Euro, um die globale Lieferkette für KI-Chips zu diversifizieren.

Taiwans Halbleiterriese TSMC verlagert seine modernste 3-Nanometer-Produktion nach Japan – ein strategischer Schachzug gegen die globale KI-Chip-Knappheit. Die Entscheidung fiel nach einem Spitzentreffen mit der japanischen Regierung in Tokio.

Milliarden-Investition für KI-Chips

Ursprünglich sollte die zweite Fabrik im japanischen Kumamoto nur ältere 6- bis 12-Nanometer-Chips für die Autoindustrie produzieren. Jetzt wird sie zur Hochtechnologie-Schmiede aufgerüstet. Die Investitionen steigen dadurch von 12,2 auf rund 17 Milliarden Euro.

Die Produktion der 3-Nanometer-Chips soll Ende 2027 anlaufen. Für Japans Halbleiterindustrie ist das ein Quantensprung. Bislang fehlte dem Land jede Kapazität für Logikchips unter 40 Nanometern. Selbst TSMCs erste Kumamoto-Fabrik, die seit Ende 2024 läuft, produziert nur 12- bis 28-Nanometer-Technologie.

KI-Boom treibt Strategiewechsel

Hinter dem Upgrade steckt der unstillbare Hunger nach KI-Hardware. TSMCs Werke in Taiwan laufen bereits am Limit. Nun diversifiziert das Unternehmen seine modernsten Fertigungsstandorte.

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Die japanischen 3-Nanometer-Linien werden wohl vor allem US-Kunden wie Nvidia bedienen. Sie könnten dort nächste Generationen von KI-Prozessoren fertigen, möglicherweise auch Chips der kommenden „Rubin“-Architektur. TSMC schafft so eine geografisch verteilte Lieferkette, die weniger anfällig für regionale Störungen ist.

Japans Sicherheitsstrategie geht auf

Die japanische Regierung feiert die Entscheidung als Erfolg ihrer Wirtschaftssicherheitspolitik. Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zeigte sich im Gespräch mit TSMC-Chef C.C. Wei begeistert. Sie betonte, dass 3-Nanometer-Technik der globale Standard für fortschrittlichste KI-Chips sei.

Die Regierung signalisierte zusätzliche Finanzhilfen für das erweiterte Projekt. Aus Tokios Sicht ist die heimische Produktion modernster Halbleiter eine Frage nationaler Sicherheit. Japans Industrie soll auch in geopolitischen Krisenzeiten Zugang zu kritischen Komponenten haben.

Das TSMC-Engagement ergänzt Japans eigene Halbleiterinitiativen wie das staatlich geförderte Foundry-Unternehmen Rapidus. Dieses will bis 2027 2-Nanometer-Chips in Hokkaido produzieren. Beide Projekte werden als komplementär betrachtet.

Dritter Pfeiler für globale Lieferkette

Mit Japan baut TSMC einen dritten Standort für Spitzentechnologie aus – neben dem Hauptstandort Taiwan und den im Aufbau befindlichen Fabriken in Arizona, USA.

Die erste Kumamoto-Fabrik, ein Joint Venture mit Sony und Toyota, lieferte bereits den Beweis: Sie ging Ende 2024 schneller als geplant in die Serienproduktion. Dieser reibungslose Ablauf gab TSMC offenbar das Vertrauen, in Japan noch ambitionierter zu investieren.

Experten erwarten, dass die 3-Nanometer-Fabrik die Entstehung eines robusten Halbleiter-Ökosystems auf der Insel Kyushu beschleunigt. Die Region, oft „Silicon Island“ genannt, dürfte nun weitere Investitionen von Zulieferern, Anlagenherstellern und Chipdesign-Firmen anziehen.

Jetzt beginnt die logistische Herausforderung: Die hochkomplexe Lithographie-Ausrüstung muss installiert und das spezialisierte Personal für die weltweit modernsten Chipfertigungsanlagen gefunden werden.

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