Tesla, Optimus

Tesla Optimus: Vom Autobauer zum Roboter-Pionier

17.01.2026 - 21:03:12

Teslas Zukunft wird nicht von Elektroautos, sondern von menschenähnlichen Robotern geprägt sein. Diese Prognose gewinnt an Kraft, während das Kerngeschäft unter Druck gerät.

Der Tech-Investor Jason Calacanis löste diese Woche eine neue Debatte aus. Nach einer privaten Vorführung des noch unangekündigten Optimus Gen 3 prophezeite er, dass die Robotik-Sparte Teslas Automobil-Erbe in den Schatten stellen werde. Diese Einschätzung spiegelt die langjährige Vision von CEO Elon Musk wider. Er sieht bis zu 80 Prozent des Unternehmenswerts künftig im Optimus-Programm. In einem zunehmend umkämpften E-Auto-Markt wird der strategische Schwenk zu KI und Robotik zum zentralen Pfeiler für die künftige Bewertung des Konzerns.

Tesla treibt die Kommerzialisierung aggressiv voran. Das Design der Gen-3-Roboter soll im ersten Quartal 2026 finalisiert werden. Noch im selben Jahr könnte die Massenproduktion starten. Für 2026 peilt das Unternehmen 50.000 Einheiten an. Die geplanten Produktionslinien sind langfristig auf eine Million Roboter pro Jahr ausgelegt.

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Der Übergang vom Labor in die Praxis hat bereits begonnen. Seit Ende 2025 arbeiten frühe Versionen des Optimus in Teslas Gigafactory in Austin. Sie übernehmen zunächst einfache Aufgaben wie das Bewegen von Kartons und das Sortieren von Teilen. Entscheidend ist die Technik: Die Roboter operieren autonom mit den gleichen neuronalen Netzen wie Teslas Full Self-Driving-Software. Musk nannte einen möglichen Verkaufspreis zwischen 20.000 und 30.000 US-Dollar. In dieser Größenordnung könnte sich ein Massenmarkt erschließen.

Konkurrenz schläft nicht – die Herausforderungen sind enorm

Tesla betritt kein leeres Feld. Der Markt für humanoide Roboter entwickelt sich rasant, mit starken Konkurrenten:
* Figure AI hat bereits einen Vertrag zur Lieferung von Robotern an BMW-Werke in den USA.
* Boston Dynamics, nun im Besitz von Hyundai, holte kürzlich Milan Kovac an Bord – den ehemaligen Leiter des Tesla-Optimus-Programms. Dieser Wechsel gilt als strategischer Coup für Hyundai und Rückschlag für Tesla.

Auf der CES 2026 demonstrierte Boston Dynamics seinen neuen, vollelektrischen Atlas-Roboter, der autonom in Hyundai-Fabriken arbeitet. Solche Fortschritte heben die Messlatte an. Sie werfen auch Fragen auf: Einige frühere Tesla-Demos erwiesen sich später als ferngesteuert. Die technischen Hürden für einen wirklich universell einsetzbaren Roboter bleiben immens. Teslas Erfolg ist keineswegs garantiert.

Robotik als Rettungsanker im Autogeschäft?

Der Fokus auf Optimus kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Im Kern-E-Auto-Geschäft meldet Tesla sinkendes Wachstum und unausgelastete Fabrikkapazitäten. Der globale Markt ist gesättigt, der Wettbewerb scharf. Vor diesem Hintergrund sind die Zukunfts-Narrative um KI, Robotaxis und Optimus essenziell. Sie stützen das Investor*innen-Vertrauen und die hohe Bewertung, die stärker auf Potenzial als auf aktuellen Fundamentaldaten basiert.

Analystinnen sehen im Markt für humanoide Roboter ein gewaltiges Opportunity. Morgan Stanley schätzt sein Volumen bis 2050 auf fünf Billionen US-Dollar. Tesla will mit seiner Expertise in KI, Batterietechnik und Großserienfertigung einen großen Teil dieses Marktes erobern. Ein Schlüsselelement ist der neue AI5-Chip*, dessen Produktion 2026 starten soll. Er soll die Leistung der Roboter und autonomen Systeme deutlich steigern.

2026: Das Schicksalsjahr für Teslas Roboter-Traum

Für Tesla wird 2026 zum entscheidenden Prüfstein. Der Start der Serienproduktion und der weitere Einsatz der Roboter in den eigenen Fabriken werden weltweit genau beobachtet. Der Erfolg oder Misserfolg dieser ersten Schritte wird zeigen, ob Optimus die hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann.

Jason Calacanis skizziert eine Zukunft mit einem Verhältnis von einem Optimus-Roboter pro Mensch. Eine solche Entwicklung würde die globale Wirtschaft und Arbeitsmärkte fundamental verändern. Sollte Musks Vision Realität werden, wären die Elektroautos, die Tesla berühmt machten, nur das Fundament für ein weit größeres Vermächtnis: intelligente, autonome Maschinen, die zum festen Bestandteil unserer Gesellschaft werden.

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