Studie: Jeder dritte Arbeitnehmer arbeitet an der Belastungsgrenze
16.02.2026 - 04:48:11Eine neue Studie der Pronova BKK zeigt eine stille Krise in deutschen Büros und Fabrikhallen. Fast 30 Prozent der Berufstätigen arbeiten an ihrer Belastungsgrenze – ein Zustand, den Experten als „Quiet Cracking“ bezeichnen. Besonders alarmierend: Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 40 Prozent.
Diese stille Überlastung ist die Vorstufe zum Burnout. Sie verläuft schleichend und für Außenstehende oft unsichtbar. Die Betroffenen funktionieren weiter, während ihre inneren Ressourcen aufgebraucht werden.
Die Hauptgründe für die stille Erschöpfung
Die repräsentative Studie „Arbeiten 2025“ identifiziert klare Stressfaktoren:
* Für 42 Prozent ist zu viel Arbeit der Hauptgrund für Unzufriedenheit.
* 40 Prozent vermissen schlicht die Wertschätzung am Arbeitsplatz.
* Fast ein Drittel leidet unter Überstunden, Schichtarbeit und der Erwartung, ständig erreichbar zu sein.
Wirtschaftspsychologen warnen vor den langfristigen Folgen. Das Phänomen ist weiter verbreitet als die oft diskutierte „innere Kündigung“, die immerhin 24 Prozent der Befragten schon erlebt haben.
Work-Life-Integration wird zum Bumerang
Eigentlich sollte ein neues Arbeitsparadigma Entlastung bringen: die Work-Life-Integration. Sie löst das alte Modell der strikten Trennung zwischen Job und Privatleben ab. Die Idee: Flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten ermöglichen es, private Termine besser in den Tag zu integrieren.
Doch die Realität sieht oft anders aus. Die ständige Vermischung führt zu einer unkontrollierten Ausweitung der Arbeitszeit. Der Druck, permanent verfügbar zu sein, steigt – und damit auch das Risiko für Stress und Erschöpfung.
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KI macht die Arbeit intensiver, nicht leichter
Die Hoffnung, dass Technologie wie Künstliche Intelligenz entlastet, hat sich bisher nicht erfüllt. Eine aktuelle Studie in der Harvard Business Review kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: KI intensiviert die Arbeit systematisch.
Mitarbeiter erledigen Aufgaben zwar schneller, übernehmen aber auch mehr Verantwortung. Die Arbeit dehnt sich in immer mehr Stunden des Tages aus. Pausen werden seltener. Forscher beschreiben diese neue Form der Arbeit als „ambient“ – sie ist einfach immer da und verfügbar.
Die Vier-Tage-Woche als neue Hoffnung?
Als direkte Reaktion auf die Überlastung gewinnt die Vier-Tage-Woche an Fahrt. Pilotprojekte zeigen: Die Produktivität bleibt oft stabil oder steigt sogar, während Zufriedenheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter zunehmen.
Für viele Arbeitnehmer, besonders in Branchen mit Fachkräftemangel, wird eine verkürzte Arbeitswoche zum entscheidenden Kriterium bei der Jobwahl. Die Botschaft ist klar: Eine gesunde Balance ist vielen inzwischen wichtiger als traditionelle Karriereanreize.
Mentale Gesundheit wird zur wirtschaftlichen Notwendigkeit
Die Studienergebnisse sind Teil eines größeren Trends. Psychische Belastungen sind laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) bereits für 16,7 Prozent aller Krankheitstage verantwortlich.
Unternehmen erkennen zunehmend, dass die psychische Gesundheit ihrer Belegschaft keine Frage des guten Tons, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit ist. Der Fokus verschiebt sich von reiner Leistungssteigerung hin zu echter Entlastung.
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