Studie, Homeoffice

Studie: Homeoffice steigert Produktivität – aber nur bis 60 Prozent

08.02.2026 - 22:43:12

Eine neue Studie zeigt, dass Heimarbeit die Effizienz um bis zu 20 Prozent steigern kann. Überschreitet der Anteil jedoch 60 Prozent, sinkt die Gesamtproduktivität wieder.

Homeoffice kann die Produktivität um rund 20 Prozent steigern. Das zeigt eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Techniker Krankenkasse (TK). Die Forscher analysierten über zwei Jahre die Leistungsdaten von mehr als 11.000 Beschäftigten. Ihr zentrales Ergebnis: Bei der Bearbeitung von Kundenanliegen und Telefonaten waren Mitarbeiter im Homeoffice deutlich effizienter.

Doch der positive Effekt hat eine klare Grenze. Die Wissenschaftler identifizierten einen Kipppunkt bei 60 Prozent Homeoffice-Anteil. Wird diese Schwelle überschritten, sinkt die Gesamtproduktivität wieder. Der Grund: Der für Innovationen wichtige informelle Austausch und die spontane Zusammenarbeit leiden unter der dauerhaften Distanz.

Mehr als nur bearbeitete Vorgänge

Die Studie konzentrierte sich auf messbare Kennzahlen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass Produktivität mehr ist als reine Abarbeitung. Forschungen, etwa der Stanford University, legen nahe, dass Kreativität und Mentoring im persönlichen Austausch besser gedeihen.

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Eine andere Untersuchung stellte bei IT-Fachleuten im Homeoffice sogar einen Produktivitätsrückgang von 20 Prozent fest. Der Output pro Stunde sank – trotz längerer Arbeitszeiten. Vor allem für komplexe Aufgaben scheint das Büro weiter unverzichtbar.

Der hybride Konsens setzt sich durch

Die Erkenntnisse festigen einen Trend am Arbeitsmarkt: die hybride Arbeit als neuer Standard. Laut ifo-Institut arbeitet inzwischen rund ein Viertel der Beschäftigten zumindest teilweise von zu Hause. Viele Unternehmen etablieren Regelungen mit zwei bis drei verbindlichen Präsenztagen.

Dieses Modell will die Vorteile beider Welten kombinieren:
* Ungestörte Konzentration für Einzelaufgaben im Homeoffice
* Kreativer Austausch, Team-Bindung und informelle Treffen im Büro

Wirtschaftsforscher wie Nicholas Bloom von der Stanford University betonen, dass hybride Modelle die Mitarbeiterbindung stärken, ohne die Produktivität zu gefährden.

Die unsichtbaren Kosten der Distanz

Neben der Produktivität rücken soziale Faktoren in den Fokus. Im Homeoffice fällt es Führungskräften schwerer, Stimmungen oder Unterstützungsbedarf im Team rechtzeitig zu erkennen. Analysen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zeigen zudem: Regelmäßiges Arbeiten von zu Hause kann die Karrierechancen mindern, weil die Sichtbarkeit im Unternehmen leidet.

Der informelle Plausch in der Kaffeeküche, aus dem oft die besten Ideen entstehen, lässt sich digital nur schwer ersetzen. Unternehmen sind gefordert, aktiv Räume für spontanen Austausch zu schaffen, um einer sozialen Erosion vorzubeugen.

Die Frage ist also nicht mehr, ob Homeoffice funktioniert, sondern wie viel davon für welches Team optimal ist. Der Wettbewerb um Fachkräfte wird künftig entscheiden, welche Unternehmen die richtige Balance finden.

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