Studie, Hangry-Gefühl

Studie: Hangry-Gefühl entsteht im Kopf, nicht im Magen

27.01.2026 - 07:24:12

Eine neue Studie deutscher Forscher zeigt, dass die bewusste Wahrnehmung von Hunger und nicht der Glukosespiegel die Reizbarkeit auslöst. Ein gutes Körpergefühl kann als emotionaler Puffer wirken.

Deutsche Forscher entdecken, dass nicht der niedrige Blutzucker, sondern das bewusste Hungergefühl schlechte Laune auslöst. Die im Fachjournal eBioMedicine veröffentlichte Studie der Universitätskliniken Bonn und Tübingen stellt damit eine verbreitete Annahme auf den Kopf.

Bisher galt ein sinkender Glukosespiegel als Hauptgrund für die typische “hangry”-Reizbarkeit. Die neue Untersuchung zeigt nun: Der eigentliche Auslöser ist unsere eigene Wahrnehmung.

Das Experiment: Blutzucker vs. Gefühl

Das Team um Dr. Kristin Kaduk beobachtete 90 gesunde Erwachsene vier Wochen lang. Kontinuierliche Sensoren maßen ihren Blutzucker, eine Smartphone-App erfasste ihre Stimmung und ihr Hungergefühl.

Zwar verschlechterte sich die Laune bei sinkenden Werten. Der entscheidende Faktor war aber das subjektive Empfinden: Die Stimmung kippte vor allem dann, wenn sich die Teilnehmer auch tatsächlich hungrig fühlten. Die bewusste Wahrnehmung erwies sich als der eigentliche Stimmungsmacher.

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Gutes Körpergefühl als emotionaler Puffer

Ein weiteres Ergebnis überraschte die Forscher: Personen mit einer ausgeprägten Interozeption – also einem guten Gespür für innere Körperzustände – zeigten weniger starke Stimmungsschwankungen. Ihre Fähigkeit, Hunger klar zu erkennen, schien sie vor den negativen Emotionen zu schützen.

Diese Erkenntnis bestätigt frühere Studien, die den Zusammenhang zwischen Hunger und Ärger im Alltag belegten. Die aktuelle Forschung erklärt nun erstmals den Mechanismus dahinter.

Neue Therapieansätze für Psyche und Stoffwechsel

Die Ergebnisse könnten die Behandlung psychischer Erkrankungen verändern. Bei Störungen wie Depressionen oder Essproblemen ist die Körperwahrnehmung oft verzerrt.

Therapien, die gezielt die Interozeption trainieren, gewinnen an Bedeutung. Könnten Patienten lernen, ihre Körpersignale besser zu deuten, würden sie vielleicht auch ihre Stimmungen effektiver steuern. Das gilt auch für Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes.

Was kommt als Nächstes?

Die Studie wirft neue Fragen auf: Können Achtsamkeitsübungen die emotionale Stabilität bei Hunger verbessern? Welche Rolle spielt der Vagusnerv, die zentrale Verbindung zwischen Organen und Gehirn?

Zukünftige Forschung wird prüfen, ob nicht-invasive Stimulationsverfahren dieses Nervs das Körpergefühl und das Wohlbefinden positiv beeinflussen können. Eins steht fest: “Hangry” sein ist weit mehr als nur ein knurrender Magen – es ist ein komplexes Wechselspiel zwischen Körper und Geist.

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