Studie, Beschäftigten

Studie: Deutsche lehnen 48-Stunden-Woche klar ab

05.02.2026 - 20:42:12

Eine große Mehrheit der Beschäftigten befürchtet negative Folgen einer 48-Stunden-Woche und wünscht sich stattdessen flexible Modelle wie die Vier-Tage-Woche.

Eine überwältigende Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland stellt sich gegen die aktuell diskutierte Ausweitung der Wochenarbeitszeit. Eine heute veröffentlichte Studie zeigt, dass fast drei Viertel der Befragten negative Auswirkungen auf ihr Leben befürchten. Die Ergebnisse liefern damit brisanten Zündstoff für die politische Debatte.

Die repräsentative Untersuchung der IU Internationalen Hochschule kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Politiker und Wirtschaftsverbände längere Arbeitszeiten als Mittel gegen den Fachkräftemangel ins Spiel bringen. Die deutliche Ablehnung der Beschäftigten signalisiert einen klaren Konflikt zwischen diesen Forderungen und der Lebensrealität. Statt Mehrarbeit wünschen sich die Menschen bessere Work-Life-Balance und flexible Modelle.

Massive Ablehnung verlängerter Arbeitszeit

Im Zentrum der Ergebnisse steht eine klare Absage: Ganze 73,5 Prozent der befragten Beschäftigten geben an, dass eine 48-Stunden-Woche „eher“ oder „sehr“ negative Folgen hätte. Die Sorgen sind tiefgreifend.

An erster Stelle steht die Angst, zu wenig Zeit für Familie und Freunde zu haben (53,7 %). Dicht darauf folgt die erwartete Minderung der persönlichen Lebensqualität (51,7 %). Viele hegen zudem erhebliche gesundheitliche Bedenken: 46,8 Prozent rechnen mit mehr körperlichen Problemen, 43,5 Prozent mit einem Zuwachs psychischer Belastungen.

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Auch die Zeit für Hobbys und private Projekte (49,5 %) sowie für unbezahlte Sorgearbeit (38,2 %) würde nach Ansicht der Befragten drastisch schwinden. Positive Aspekte einer Arbeitszeitausweitung nannte nur eine kleine Minderheit von 16,7 Prozent.

Trendwende: Vier-Tage-Woche im Aufwind

Trotz der Kritik an extremen Arbeitszeiten bleibt das klassische Vollzeitmodell beliebt. 44,7 Prozent favorisieren 35 bis 40 Wochenstunden als beste Lösung für ihre aktuelle Lebenssituation. Die klassische Teilzeit wird von 18,5 Prozent bevorzugt.

Gleichzeitig zeigt die Studie einen starken trend zu mehr Flexibilität. Insbesondere die Vier-Tage-Woche erfreut sich großer Beliebtheit. Ein Drittel der Befragten hält dieses Modell für die am besten geeignete Option.

Von denjenigen, die bereits 32 Stunden oder mehr arbeiten, erwarten sogar 83,2 Prozent, dass sich eine Vier-Tage-Woche positiv auf ihr Leben auswirken würde. Die erhofften Vorteile sind dabei deckungsgleich mit den Befürchtungen bei einer Arbeitszeitausweitung: mehr Zeit für Familie und eine Steigerung der Lebensqualität.

Mehr Produktivität in weniger Zeit?

Ein interessantes Ergebnis betrifft die Leistungserwartung. Während Kritiker einer Arbeitszeitverkürzung oft sinkende Produktivität befürchten, sehen die Beschäftigten dies anders. 38 Prozent gehen davon aus, dass ihre Produktivität an den Arbeitstagen in einer Vier-Tage-Woche sogar steigen würde.

Diese Einschätzung deckt sich mit Ergebnissen internationaler Pilotprojekte, die oft eine gleichbleibende oder gesteigerte Effizienz feststellen. Dennoch gibt es Bedenken: Rund 16,7 Prozent der Befragten fürchten einen steigenden Druck, die gleiche Arbeit in kürzerer Zeit zu schaffen.

Weckruf für Politik und Wirtschaft

Die Resultate stehen im scharfen Kontrast zur aktuellen politischen Diskussion, in der Stimmen lauter werden, die eine Erhöhung der Arbeitszeit fordern, um den Wohlstand zu sichern. Arbeitsmarktexperten sehen in den Daten einen klaren Hinweis darauf, dass die Wünsche der Arbeitnehmer und die politischen Vorschläge weit auseinanderklaffen.

Für Unternehmen ergibt sich die Notwendigkeit, attraktive und flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten, um im Wettbewerb um Fachkräfte zu bestehen. Die Vier-Tage-Woche könnte dabei ein Schlüssel zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität sein.

Zukünftige politische Entscheidungen werden sich an der Realität messen lassen müssen, dass eine Mehrheit der Beschäftigten nicht bereit ist, mehr zu arbeiten. Sie sehnt sich stattdessen nach intelligenteren und gesünderen Arbeitsmodellen. Die Debatte dürfte sich daher von der reinen Quantität der Arbeitsstunden hin zur Qualität und Flexibilität der Arbeit verschieben.

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