Studie, Berührung

Studie: Berührung ist überlebenswichtig für die Psyche

21.01.2026 - 09:09:12

Körperkontakt senkt nachweislich Stress, Ängste und Depressionen. Das belegt eine aktuelle Meta-Analyse mit über 130 internationalen Studien. Die Forschung zeigt: In unserer digitalisierten Welt leiden viele Menschen unter „Haut-Hunger“ – mit ernsten Folgen für die mentale Gesundheit.

Positive Berührungen wie Umarmungen lösen eine neurochemische Reaktion aus. Spezialisierte Nervenfasern in der Haut leiten Signale an emotionale Gehirnzentren weiter. Das führt zur Ausschüttung der Hormone Oxytocin und Dopamin.

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  • Oxytocin stärkt soziale Bindungen und wirkt als natürlicher Stresspuffer.
  • Dopamin fördert Glücksgefühle.
  • Gleichzeitig wird die Aktivität in der Amygdala, dem Angstzentrum des Gehirns, gedämpft.

Die Analyse zeigt: Häufigkeit ist oft wichtiger als Dauer. Regelmäßige, kurze Berührungen können wirksamer sein als seltene, lange.

Ein Leben lang essenziell: Von der Wiege bis zur Pflege

Die Bedeutung von Berührung beginnt vor der Geburt und ist ein lebenslanger Stützpfeiler.

  • Für Säuglinge und Kinder: Körperkontakt ist überlebenswichtig. Er fördert das neuronale Wachstum und hilft bei der Regulation von Stress und Schmerz. Frühgeborene entwickeln sich mit regelmäßiger Berührung oft stabiler.
  • Im Erwachsenenalter: Berührung stärkt partnerschaftliche und soziale Bindungen und trägt zum emotionalen Gleichgewicht bei.
  • Im Alter: Regelmäßiger Hautkontakt kann bei Seniorinnen und Senioren chronische Entzündungen senken und das allgemeine Wohlbefinden steigern.

Die moderne Herausforderung: Digitalisierung und „Haut-Hunger“

Trotz der klaren Vorteile nimmt körperliche Interaktion in der modernen Gesellschaft ab. Gründe sind die Digitalisierung der Kommunikation, soziale Isolation und ein hektischer Lebensstil. Dieses Defizit wird als „Haut-Hunger“ oder Berührungsmangel bezeichnet.

Er kann psychischen Stress verstärken und Einsamkeit vertiefen. Besonders betroffen ist die Generation Z, die einen Großteil ihrer Sozialkontakte online pflegt. Gleichzeitig priorisiert diese Altersgruppe laut Trends die mentale Gesundheit hoch und sucht bewusst reale Gegenpole zur digitalen Welt.

Therapeutische Anwendung: Berührung als Heilmittel

Die heilsame Kraft der Berührung findet zunehmend Eingang in die Therapie. In der Körperpsychotherapie wird sie als nonverbale Kommunikation eingesetzt, um blockierte Emotionen zu lösen und neue Bindungsmuster zu erlernen. Solche Interventionen – vom Händchenhalten bis zu haltgebenden Umarmungen – erfolgen stets einvernehmlich.

Die Forschung betont: Die Entscheidung für Berührung in der Therapie hängt nicht von der Diagnose, sondern vom individuellen Prozess und der therapeutischen Beziehung ab. Das Ziel ist ein sicherer Raum für positive körperliche Erfahrungen.

Ein fundamentaler Baustein für die Gesundheit

Experten prognostizieren, dass der Wert von Berührung künftig stärker im Gesundheitswesen, in der Pädagogik und am Arbeitsplatz anerkannt wird. Die Botschaft der Wissenschaft ist eindeutig: Berührung ist kein Luxus, sondern ein fundamentaler Baustein für ein gesundes Leben.

@ boerse-global.de