Steuerentlastung, Netto

Steuerentlastung: Mehr Netto ab Februar 2026

07.02.2026 - 17:13:12

Angepasste Steuergrenzen und höhere Freibeträge stärken die Kaufkraft, während gestiegene Sozialabgaben den Effekt für Besserverdiener schmälern können.

Ab sofort steigt das Nettoeinkommen für Millionen Arbeitnehmer in Deutschland. Die bereits zum Jahreswechsel in Kraft getretenen Steueranpassungen wirken sich nun erstmals voll auf die Gehaltsabrechnungen aus. Im Kern sollen sie die kalte Progression bremsen und die Kaufkraft stärken.

Die gesetzlichen Neuerungen für 2026 wurden von den Arbeitgebern in die Lohnsysteme eingepflegt. Das Ergebnis: Für die meisten Beschäftigten bleibt mehr vom Brutto übrig. Ziel ist es, dass Gehaltserhöhungen zur Inflationsausgleich nicht durch höhere Steuerprogression aufgefressen werden.

Höherer Grundfreibetrag und verschobene Tarifgrenzen

Die zentrale Entlastung kommt durch einen erhöhten Grundfreibetrag. Er steigt für Singles um 252 Euro auf 12.348 Euro. Für Ehepaare verdoppelt sich der Betrag auf 24.696 Euro. Einkommen bis zu dieser Grenze bleibt steuerfrei.

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Zudem wurden die Tarifeckwerte angepasst. Höhere Steuersätze greifen nun erst bei einem höheren zu versteuernden Einkommen. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent wird beispielsweise erst ab 69.879 Euro fällig. Diese Verschiebung ist das Hauptinstrument gegen die kalte Progression.

Gezielte Hilfe für Familien und Pendler

Besonders profitieren Familien und Berufspendler. Das Kindergeld steigt um vier Euro auf 259 Euro monatlich pro Kind. Der Kinderfreibetrag wurde auf 9.756 Euro angehoben. Das Finanzamt prüft automatisch, welche Variante für den Steuerzahler günstiger ist.

Für Pendler gibt es eine deutliche Erhöhung der Entfernungspauschale. Sie beträgt ab sofort einheitlich 38 Cent ab dem ersten Kilometer – bisher galt dieser Satz erst ab dem 21. Kilometer. Das federt gestiegene Mobilitätskosten ab und hilft besonders Menschen mit kürzeren Arbeitswegen.

Sozialabgaben schmälern den Effekt bei Besserverdienern

Die Netto-Entlastung fällt individuell sehr unterschiedlich aus. Ein Single mit 50.000 Euro Bruttojahreseinkommen profitiert moderat.

Doch Vorsicht: Parallel sind 2026 auch die Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Rentenversicherung gestiegen. Für Besserverdiener, deren Gehalt über den alten Grenzen lag, bedeutet das deutlich höhere Sozialabgaben. Dieser Effekt kann die steuerliche Entlastung teilweise oder sogar vollständig auffressen. Das „Mehr Netto“ aus der Steuer wird so durch ein „Weniger Netto“ aus den Sozialversicherungen geschmälert.

Politische Reaktion auf wirtschaftliche Lage

Die Steueranpassungen sind das Ergebnis politischer Beschlüsse aus 2025 und eine Reaktion auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Weitere Neuerungen für 2026 sind etwa die „Aktivrente“, die es Rentnern ermöglicht, bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuzuverdienen.

Die Debatte geht jedoch weiter. Während die jetzigen Änderungen als wichtiger Inflationsausgleich gelten, fordern Wirtschaftsverbände und Teile der Politik bereits weitergehende Reformen. Arbeitnehmer sollten ihre Februar-Abrechnung genau prüfen, um die persönlichen Auswirkungen zu verstehen.

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