Speicherkrise, Siegeszug

Speicherkrise bremst Siegeszug der AMOLED-Displays

23.01.2026 - 17:09:12

Ein globaler Mangel an Speicherchips zwingt Smartphone-Hersteller zum Umdenken. Statt wie erwartet zum Standard in Einsteigergeräten zu werden, könnten teure AMOLED-Bildschirme 2026 erstmals an Marktanteilen verlieren. Verantwortlich ist der immense Bedarf der KI-Industrie.

Der Markt für Smartphone-Displays erlebt eine unerwartete Wende. Eine neue Analyse prognostiziert für 2026 erstmals einen Rückgang der AMOLED-Auslieferungen nach drei Wachstumsjahren. Treiber der Krise ist nicht die Display-Technologie selbst, sondern der Kampf um Speicherchips.

Künstliche Intelligenz ist der Preistreiber. Tech-Giganten wie Google, Microsoft oder Amazon schaffen riesige KI-Serverfarmen und kaufen einen Großteil der globalen Speicherproduktion auf. Das lässt die Preise für Arbeitsspeicher (DRAM) und Flash-Speicher in die Höhe schnellen. Für Smartphone-Hersteller nähert sich die Speicherkostenkomponente inzwischen den Kosten des Displays – oder übertrifft sie sogar.

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„Die Hersteller stehen vor einem Dilemma“, erklärt ein Marktbeobachter. „Die vollen Kostensprünge an die Kunden weiterzugeben, würde die Nachfrage abwürgen. Also muss anderswo gespart werden.“ Der AMOLED-Bildschirm, ein Premium-Feature, gerät so ins Visier der Kostenoptimierer.

Einsteiger-Smartphones trifft es am härtesten

Besonders unter Druck steht das preissensitive Einsteigersegment. Hier sind die Margen ohnehin minimal. Marktführer im Budget-Bereich reagieren bereits mit drastischen Maßnahmen.

Der chinesische Hersteller Xiaomi hat seine Auslieferungsprognose für 2026 um zig Millionen Einheiten gesenkt. Auch Transsion, bekannt für günstige Handys in Schwellenländern, hat seine Ziele deutlich nach unten korrigiert. Diese Kurswechsel zeigen: Die Kostenspirale zwingt zum Handeln.

Die Konsequenz? Statt mit modernen AMOLEDs ausgestattet zu werden, könnten neue Einsteigermodelle 2026 wieder vermehrt auf die ältere und günstigere LCD-Technologie setzen. Ein Rückschritt für den technischen Fortschritt, aber eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

Comeback für LCD? Eine temporäre Atempause

Die aktuelle Krise durchbricht ein jahrelanges Muster. Bislang sickerten Premium-Features wie AMOLED-Displays von den Spitzenmodellen langsam in die unteren Preissegmente durch. Diese „Trickle-down“-Dynamik ist nun unterbrochen.

Die Marktforscher von Omdia erwarten, dass die globalen AMOLED-Auslieferungen auf 810 Millionen Stück sinken werden – nach 817 Millionen im Vorjahr. Der Engpass werde sich im zweiten Quartal 2026 noch verschärfen.

Doch die Branche sieht die Krise als vorübergehend. Für 2027 wird wieder ein Wachstum der AMOLED-Auslieferungen prognostiziert. Die aggressiven Preissenkungen der Display-Hersteller im Jahr 2025 haben jedoch kaum Spielraum für weitere Rabatte gelassen. Das gibt LCD-Panels eine unerwartete Chance, ihren Marktanteil länger zu halten.

Für Verbraucher bedeutet die Entwicklung konkret: Wer 2026 ein günstiges Smartphone kauft, muss womöglich mehr bezahlen – oder bekommt weniger Premium-Features für sein Geld als noch vor wenigen Monaten erwartet. Der Traum vom AMOLED-Display für alle ist vorerst auf Eis gelegt.

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