Solaranlagen, Eigenverbrauch

Solaranlagen: Eigenverbrauch wird zum Rendite-Treiber

10.02.2026 - 07:01:11

Die garantierte Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen sinkt weiter. Für Betreiber steigt damit der finanzielle Anreiz, mehr selbst erzeugten Strom zu nutzen, etwa durch Speicher oder Lastmanagement.

Die Einspeisevergütung für neue Solaranlagen sinkt planmäßig weiter. Für Betreiber wird der selbst genutzte Strom damit immer wertvoller.

Seit Februar 2024 senkt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die garantierte Vergütung für neu installierte Photovoltaik-Anlagen alle sechs Monate um ein Prozent. Diese Degression zielt darauf ab, Solarenergie schrittweise in den freien Markt zu überführen.

Die neuen Zahlen: So viel bringt Einspeisen noch

Für Anlagen, die ab dem 1. Februar 2026 ans Netz gehen, gelten voraussichtlich folgende Sätze:
* Überschusseinspeisung (bis 10 kWp): ca. 7,78 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh)
* Volleinspeisung (bis 10 kWp): ca. 12,34 ct/kWh

Wichtig: Bestehende Anlagen behalten ihre ursprüngliche Vergütung für 20 Jahre garantiert. Die neuen, niedrigeren Sätze gelten nur für Neuanlagen.

Warum Eigenverbrauch jetzt lukrativer ist denn je

Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde Solarstrom spart den Einkauf von teurem Netzstrom. Dessen Preis liegt oft deutlich über der Einspeisevergütung. Ohne gezielte Maßnahmen nutzt ein Haushalt aber nur 20 bis 30 Prozent des selbst erzeugten Stroms.

Wie lässt sich dieser Anteil steigern? Diese Strategien helfen:
* Intelligentes Lastmanagement: Waschmaschine, Spül- und Trockner in die sonnenreichen Mittagsstunden verlegen.
* Sektorenkopplung: Solarstrom für die Wärmepumpe, den Heizstab oder das Elektroauto nutzen.
* Energiemanagementsysteme: Smarte Steuerungen erhöhen den Eigenverbrauch automatisch um 10 bis 20 Prozent.

Der Gamechanger: Batteriespeicher im Haus

Die effektivste Lösung für mehr Unabhängigkeit ist ein Stromspeicher. Er hält den tagsüber produzierten Überschuss für den Abend und die Nacht bereit. Mit einer Batterie kann der Eigenverbrauch auf 60 bis 85 Prozent klettern.

Die Investition lohnt sich: Studien, etwa vom Fraunhofer ISE, zeigen, dass PV-Anlagen mit Speicher heute schon günstigeren Strom liefern als konventionelle Kraftwerke. Die richtige Dimensionierung ist entscheidend – Experten raten oft zu einer Kilowattstunde Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch.

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Alternative Wege: Direktvermarktung und Mieterstrom

Wer über den eigenen Verbrauch hinausdenkt, für den gibt es weitere Modelle:
* Direktvermarktung: Größere Anlagen können ihren Strom über einen Vermarkter an der Börse verkaufen. Das birgt Chancen auf höhere Erlöse, aber auch Marktrisiken.
* Mieterstrom: Vermieter verkaufen Dach-Strom direkt an ihre Mieter. Gesetzeserleichterungen wie das „Solarpaket 1“ sollen die Bürokratie für solche Projekte reduzieren.

Die sinkende Einspeisevergütung treibt die Innovation voran. Die Zukunft liegt in der intelligenten Vernetzung von PV-Anlage, Speicher, Wärmepumpe und E-Auto-Ladung. Aus der reinen Einspeise-Investition wird eine umfassende Energiemanagement-Strategie fürs eigene Zuhause.

@ boerse-global.de