Söder fordert Mehrarbeit – und löst Debatte über Deutschlands Produktivität aus
06.02.2026 - 23:24:11Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat eine Stunde Mehrarbeit pro Woche angeregt. Sein Vorstoß entfacht eine Grundsatzdebatte über Arbeitsmoral und Wettbewerbsfähigkeit. Während die Union und FDP den Impuls begrüßen, erntet er von SPD und Grünen scharfe Kritik.
Union und FDP gegen SPD und Grünen
Söders Vorschlag zielt darauf ab, Wirtschaftswachstum und Renten zu sichern. Er schwebt eine Umsetzung durch steuerfreie Überstunden vor, nicht durch Zwang. „Das ist wirklich nicht zu viel verlangt“, so der CSU-Chef.
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Die Reaktionen fallen erwartbar aus:
* FDP und AfD zeigen Sympathie für den Vorstoß zu mehr Leistungsbereitschaft.
* SPD und Grüne lehnen ab. SPD-Sozialpolitikerin Annika Klose wirft Söder vor, Arbeitnehmern pauschal Faulheit zu unterstellen.
Produktivität im Sinkflug – Bayern arbeitet weniger
Doch wie steht es wirklich um Deutschlands Produktivität? Daten der Bundesbank zeigen: Die Arbeitsproduktivität sinkt seit 2023 leicht. Ein Grund ist der Strukturwandel zur Dienstleistungsgesellschaft.
Im Ländervergleich offenbart sich eine Ironie: Ausgerechnet Bayern liegt bei den Jahresarbeitsstunden pro Erwerbstätigen im hinteren Drittel. An der Spitze stehen ostdeutsche Bundesländer und Hamburg.
Bürokratieabbau statt längere Anwesenheit?
Unabhängig von der Arbeitszeitdebatte fordern Experten strukturelle Reformen. Im Fokus stehen:
* Bürokratieabbau: Die Bundesregierung und die Unionsfraktion wollen die Belastung für die Wirtschaft reduzieren.
* Energieeffizienz: In der Industrie schlummern noch enorme ungenutzte Potenziale.
* Digitalisierung: Bisher blieb der große Produktivitätsschub durch den digitalen Wandel aus – ein Phänomen, das als „Produktivitätsparadoxon“ bekannt ist.
Kritiker wie Arbeitszeitberater Guido Zander halten die Fokussierung auf reine Arbeitszeit für verfehlt. Entscheidend sei die Produktivität während der Arbeit, nicht die Anwesenheit.
Alte Debatte, neue Dringlichkeit
Die Diskussion gewinnt vor dem Hintergrund eines erwarteten schwachen Wirtschaftswachstums von nur rund einem Prozent in diesem Jahr an Schärfe. Sie spiegelt die Sorge um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wider.
Die Debatte wird die anstehenden Tarifverhandlungen beeinflussen und zeigt: Es geht um eine grundsätzliche Neuausrichtung der deutschen Arbeitskultur.
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