Semaglutid, EU-Empfehlung

Semaglutid erhält EU-Empfehlung für Fettleber-Behandlung

30.01.2026 - 22:58:12

Das Diabetes-Medikament Semaglutid erhält eine positive EU-Empfehlung zur Behandlung der schweren Fettlebererkrankung MASH, nachdem es in einer Studie die Leberentzündung bei den meisten Patienten zurückdrängen konnte.

Ein bereits bekanntes Diabetes-Medikament könnte Millionen Patienten mit einer schweren Fettlebererkrankung helfen. Der EU-Ausschuss für Humanarzneimittel empfiehlt die Zulassung von Semaglutid zur Behandlung von fortgeschrittener MASH – einer Fettleberentzündung ohne Alkohol als Ursache.

Diese Empfehlung folgt auf die Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA im vergangenen Jahr. Bisher gab es kaum wirksame Medikamente gegen die stille Volkskrankheit, die zu Leberzirrhose führen kann.

Studie zeigt: Entzündung geht deutlich zurück

Die Entscheidung stützt sich auf die Phase-III-Studie ESSENCE. Nach 72 Wochen zeigte sich: Bei 63 Prozent der mit Semaglutid behandelten Patienten bildete sich die Leberentzündung zurück. In der Placebo-Gruppe traf dies nur auf 34 Prozent zu.

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Weitere zentrale Ergebnisse der Studie:
* 37 Prozent der Semaglutid-Patienten verbesserten ihr Leberfibrose-Stadium (gegenüber 22 Prozent unter Placebo).
* Die Teilnehmer verloren im Schnitt 10,5 Prozent ihres Körpergewichts.
* Typische Nebenwirkungen waren Übelkeit, Durchfall und Erbrechen.

Wie ein Diabetes-Mittel der Leber hilft

Semaglutid gehört zur Klasse der GLP-1-Rezeptoragonisten. Diese Medikamente ahmen ein Darmhormon nach, das den Blutzucker und Appetit reguliert. Obwohl die Leber selbst keine Rezeptoren für den Wirkstoff besitzt, profitiert sie indirekt:

Die Behandlung führt zu Gewichtsverlust, verbessert den Stoffwechsel und dämpft Entzündungen im gesamten Körper. Diese Effekte entlasten das Organ und reduzieren die Fetteinlagerungen.

Neuer Wettbewerb am MASH-Markt

Semaglutid ist erst das zweite speziell für MASH zugelassene Medikament – und das erste aus der GLP-1-Klasse. Der Markt wird jedoch schnell lebendiger. Andere Pharmaunternehmen verfolgen vielversprechende Ansätze:

  • Survodutid von Boehringer Ingelheim und Zealand Pharma aktiviert zusätzlich den Glukagon-Rezeptor in der Leber. In einer Phase-II-Studie verbesserten sich bei bis zu 83 Prozent der Patienten die MASH-Symptome.
  • Tirzepatid von Eli Lilly, ein dualer GIP/GLP-1-Agonist, zeigt in frühen Studien ebenfalls positive Effekte auf die Leber.

Die finale Zulassungsentscheidung der EU-Kommission für Semaglutid (Handelsname: Kayshild) steht noch aus. Für Ärzte wäre sie eine dringend benötigte neue Waffe gegen eine Erkrankung, von der allein in Europa schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung betroffen sind.

@ boerse-global.de