SCAM Act: US-Senatoren wollen Betrugs-Werbung in sozialen Medien eindämmen
04.02.2026 - 23:42:12Washington D.C. – Ein parteiübergreifendes Duo im US-Senat will Tech-Konzerne stärker für betrügerische Werbung haftbar machen. Ihr neues Gesetz zielt direkt auf die Milliardengewinne, die Plattformen mit unseriösen Anzeigen erzielen.
Senator Ruben Gallego (Demokrat) und Senator Bernie Moreno (Republikaner) legten den „Safeguarding Consumers from Advertising Misconduct“-Act (SCAM Act) vor. Kern des Vorstoßes: Online-Plattformen sollen verpflichtet werden, „angemessene Schritte“ gegen betrügerische Werbung zu unternehmen. Bei Verstößen drohen Klagen der US-Wettbewerbsbehörde FTC und der Bundesstaaten. Die Initiative zeigt den wachsenden Druck auf digitale Giganten, endlich auch bezahlte Inhalte – und nicht nur Nutzerposts – zu kontrollieren.
Hintergrund sind Enthüllungen über das Geschäft mit illegaler Werbung. Einem Reuters-Bericht von November 2025 zufolge rechnete Meta Platforms damit, dass ein erheblicher Teil seiner Umsätze 2024 aus Anzeigen für Betrug und illegale Produkte stammen könnte. Diese Offenlegung heizte die Debatte um Geschäftsmodelle an, die Verbraucherbetrug begünstigen.
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Das Gesetz sieht konkrete neue Pflichten vor. Die wohl weitreichendste: Plattformen müssten die Identität von Werbetreibenden mit amtlichen Dokumenten verifizieren. Das soll anonymen Betrügern den Zugang zum Werbenetzwerk erschweren.
Zudem müssten die Unternehmen Systeme einrichten, um Meldungen über Betrugsanzeigen von Nutzern und Behörden schnell zu prüfen und zu handeln. Ziel ist es, die Lebensdauer betrügerischer Kampagnen zu verkürzen und so weniger Opfer zu produzieren. Die Durchsetzung läge bei der FTC und den Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten. Aus freiwilligen Richtlinien würde so eine verbindliche Rechtsplicht mit erheblichem Haftungsrisiko.
Milliardenschäden: Investment-Betrug als größtes Problem
Der Gesetzesvorschlag reagiert auf eine explosive Entwicklung. Betrügerische Online-Werbung ist zum Hauptvektor für Verbraucherbetrug geworden. Laut FTC meldeten Verbraucher 2024 Gesamtschäden von über 12,5 Milliarden Dollar – ein Anstieg um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
An der Spitze der Schadensstatistik steht Investment-Betrug, der oft über soziale Medien beworben wird. Allein 2024 summierte sich der gemeldete Schaden hier auf 5,7 Milliarden Dollar. Besonders betroffen sind Senioren: Bei Menschen ab 60 Jahren stiegen die gemeldeten Verluste von 2020 bis 2024 von etwa 600 Millionen auf 2,4 Milliarden Dollar.
Unterstützung erhält der Vorstoß von Verbraucherschützern und der Finanzbranche. Der American Bankers Association (ABA) begrüßte das Gesetz. Banken investierten enorme Ressourcen in Betrugsbekämpfung, benötigten aber mehr Mitverantwortung der Social-Media-Konzerne, auf deren Plattformen die Betrügereien oft starteten.
Ein neues Haftungsfeld für Tech-Giganten?
Die Einführung des SCAM Act ist Teil eines globalen Trends zu schärferer Regulierung digitaler Werbung. Bisher schützt Section 230 des US-Kommunikationsgesetzes Plattformen weitgehend vor Haftung für Inhalte Dritter. Der SCAM Act würde für bezahlte Werbung eine spezifische Sorgfaltspflicht schaffen – und so möglicherweise ein neues Haftungsfeld eröffnen.
Der weitere Weg des Gesetzes im Kongress ist offen. Experten rechnen mit hitzigen Debatten um die Definition „angemessener Schritte“. Zudem könnten Betrüger versuchen, die Verifizierungspflicht mit gestohlenen Identitäten oder Briefkastenfirmen zu umgehen.
Doch die parteiübergreifende Unterstützung signalisiert eine gemeinsame Sorge um die Sicherheit der Verbraucher. Die Initiatoren setzen darauf, dass die Drohung mit juristischen Konsequenzen die Tech-Konzerne zu größeren Investitionen in Betrugsprävention zwingt. Der Fortgang des Verfahrens wird von Verbraucherschützern, Banken und der Tech-Branche gleichermaßen aufmerksam verfolgt.
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