Sanktionen-Compliance, Deutschland

Sanktionen-Compliance: Deutschland verschärft Strafrahmen

14.02.2026 - 23:55:04

Deutschland verschft Sanktionen-Compliance; neue Regelungen erhöhen Strafen und automatisieren Kontrollen.

  • Die Änderungen setzen EU-Recht um und erhöhen die Strafen für Verstöße gegen Sanktionslisten deutlich. Gleichzeitig wird die Prüfung von Geschäftspartnern zu einer rechtsverbindlichen Pflicht.
  • Während sich Großunternehmen wie SAP, Telekom und andere DAX-Konzerne auf intensivere Kontrollen einstellen, rücken auch KMU stärker ins Visier der Behörden.

Das Außenwirtschaftsgesetz (AWG) wird umfassend angepasst, um EU-Vertrags- und Sanktionsauflagen stärker durchzusetzen. Kernpunkte:
- Verstöße gegen EU-Sanktionsregeln können künftig stärker strafrechtlich verfolgt werden; grob fahrlässiges Verhalten beim Export von Dual-Use-Gütern kann als Straftat geahndet werden. Strafrahmen: Haft bis zu drei Jahren.
- Die Höchststrafe für Verstöße der Geschäftsführung gegen Sanktionen steigt von bislang 10 auf 40 Millionen Euro ? eine deutliche Verschärfung, die die Verantwortlichen direkt trifft.

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- Die Umsetzung der EU-Direktive 2024/1226 soll europaweit einheitliche Mindeststandards sicherstellen und bestehende Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten abbauen.

Für Unternehmen bedeutet das: Sanctions-List-Screening ist kein bürokratisches Beiwerk mehr, sondern eine gesetzlich verankerte Pflicht mit echten Konsequenzen bei Nichtbeachtung.

Automatisierung statt Rätselraten

Insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen stehen vor wachsenden Anforderungen. Manuelle Prüfungen reichen oft nicht aus und bergen Haftungsrisiken. Notwendig ist der verstärkte Einsatz automatisierter Screening-Lösungen. Wichtige Praxisbausteine:
- Checks sollten nahtlos in den gesamten Geschäftsprozess integriert werden: beim Onboarding neuer Partner, vor Auftragsbearbeitung und vor Zahlungen.
- Bei einem potenziellen Treffer muss das System den Vorgang sofort stoppen und die Compliance-Abteilung informieren, damit weitere Untersuchungen folgen.
- Solide Dokumentation wird zur Beweispflicht gegenüber Behörden wie dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Auch hier gilt: Die Investition in Technologie und Schulungen zahlt sich durch weniger Haftungsrisiken und reibungslosere Abläufe aus.

EU-Kontext undBAFA-Impuls

Der deutsche Rechtsrahmen spiegelt den stärkeren EU-Fokus auf Sanktionen wider: Eine einheitliche und konsequente Durchsetzung soll Marktvorteile durch Wettbewerbsverzerrungen verhindern. Parallel dazu modernisiert BAFA seine Verfahren:
- Ab dem 1. Februar 2026 stehen Exportkontrollen stärker im Fokus, unter anderem durch eine breitere Anwendung von Allgemein Genehmigungen (AGG) für weniger risikoreiche Exporte.
- Die Behörden setzen gezieltere Prüfungen um, um Ressourcen dort zu bündeln, wo das Risiko hoch ist.

Für deutsche Unternehmen bedeutet dies: Nicht nur Strafrahmen, sondern auch behördliche Abläufe ändern sich. Wer seine Compliance frühzeitig anpasst, spart Ärger und Kosten.

Ausblick: Mehr Verantwortung, mehr Ressourcen

Unternehmen müssen künftig ihre gesamte Sanktionen-Risikobewertung entlang der Wertschöpfungskette überprüfen. Erwartet werden:
- Umfassende Risikoanalysen und klare Verantwortlichkeiten intern.
- Durchgängige Dokumentation aller Screening-Entscheidungen.
- Intensive Schulung von Mitarbeitenden und kontinuierliche Aktualisierung der Screening-Systeme.

In den kommenden Monaten rechnen Beobachter mit verstärkten Audits und Prüfungen. Wer frühzeitig in robuste Compliance-Prozesse investiert, verringert das Risiko teurer Strafen und unternehmerischer Verzögerungen.

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