Salesforce Slackbot: KI-Assistent mit Claude für den Arbeitsalltag
13.01.2026 - 18:22:12Salesforce integriert Anthropics KI-Modell Claude in Slack und schafft einen neuen, intelligenten Arbeitsassistenten für Unternehmen.
Der Software-Riese Salesforce hat seinen KI-gesteuerten Slackbot grundlegend überarbeitet. Kern der Neuerung ist die Integration von Anthropics fortschrittlichem Claude-Modell. Der neue Assistent soll nicht nur Informationen finden, sondern komplexe, mehrstufige Aufgaben eigenständig ausführen. Verfügbar ist er ab sofort für Business+- und Enterprise+-Kunden. Damit setzt Salesforce einen zentralen Baustein seiner Strategie um, Slack zum „zentralen Nervensystem“ für Produktivität im Unternehmen auszubauen.
Vom Chatbot zum aktivenArbeits-Assistenten
Der Clou des neuen Slackbots liegt in seiner „agentischen“ Intelligenz. Statt nur auf Fragen zu antworten, kann er proaktiv handeln. Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter bittet den Bot, Kundenfeedback aus einem Channel zusammenzufassen, mit Nutzungsdaten aus einem Dashboard abzugleichen und die Erkenntnisse in einem „Canvas“-Dokument aufzubereiten. Der Nutzer muss nicht mehr zwischen verschiedenen Apps hin- und herwechseln.
Angetrieben von Claude, kann der Assistent auch Meetings vorbereiten, indem er relevante Dokumente sammelt, komplexe Fragen mit Daten aus verbundenen Systemen beantwortet oder Projektupdates entwirft. Diese Integration ist Ergebnis einer erweiterten Partnerschaft zwischen Salesforce und Anthropic. Claude wird zum bevorzugten Modell für die Agentforce-Plattform, besonders in regulierten Branchen wie Finanzen oder Gesundheitswesen.
Passend zum Thema KI-Einsatz im Unternehmen – seit dem 1. August 2024 gelten neue EU-Regeln, die Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und umfangreiche Dokumentationsanforderungen vorschreiben. Für Firmen, die KI-Agenten in sensiblen Bereichen einsetzen, ist das nicht nur Theorie: Wer die Vorgaben nicht erfüllt, riskiert Bußgelder und Betriebsstörungen. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, wie Sie Ihr System richtig klassifizieren, Kennzeichnungspflichten erfüllen und Fristen einhalten. Jetzt kostenlosen KI-Verordnungs-Leitfaden sichern
Sicherheit und Kontext: KI mit Unternehmens-DNA
Salesforce betont die unternehmensgerechte Sicherheitsarchitektur. Der Slackbot respektiert strikt alle bestehenden Benutzer- und Datenberechtigungen. Die KI sieht nur, was der fragende Mitarbeiter auch sehen darf. Ein wichtiges Versprechen: Kundendaten werden nicht zum Training der KI-Modelle verwendet. Stattdessen setzt das System auf „Retrieval-Augmented Generation“ (RAG). Dabei holt sich der Bot Informationen für eine konkrete Anfrage in Echtzeit, speichert sie aber nicht dauerhaft.
Diese Sicherheitsfokussierung und die breite Anbindung sind ein zentrales Verkaufsargument im Wettbewerb mit Microsoft Copilot oder Google Gemini. Zum Start verbindet sich der Slackbot mit einer Reihe von Enterprise-Search-Diensten wie Google Drive, SharePoint, Jira Cloud, Asana und Dropbox. So sind seine Antworten stets im gesamten Unternehmenswissen verankert.
Wettlauf um die intelligente Arbeitsumgebung
Mit dem Claude-Slackbot tritt Salesforce direkt gegen die KI-Assistenten der anderen Tech-Giganten an. Die Strategie: Aus der zentralen Kommunikationsplattform Slack ein „agentisches Betriebssystem für die Arbeit“ zu machen. Analysten sehen darin einen entscheidenden Schritt, die Vision der milliardenschweren Slack-Übernahme von 2020 umzusetzen.
Erste Testkunden wie reMarkable, Xero und Slalom berichten von spürbaren Produktivitätsgewinnen. Der Rollout für alle berechtigten Kunden läuft schrittweise bis Februar 2026. Geplant sind bereits tiefere Integrationen und die Anbindung weiterer Drittanwendungen. Es geht nicht um ein einfaches Update, sondern um einen grundlegenden Wandel: KI-Agenten und menschliche Teams sollen nahtlos zusammenarbeiten, um Effizienz und Innovation voranzutreiben.


