Saarland, Handwerks-Gründer

Saarland startet 2.500-Euro-Bonus für Handwerks-Gründer

16.01.2026 - 13:54:12

Das Saarland führt einen neuen Zuschuss für Handwerksmeister ein, um die Übernahme oder Gründung von Betrieben zu fördern. Ziel ist es, rund 2.000 Betriebsnachfolgen in den nächsten fünf Jahren zu sichern.

Saarland kämpft mit einem neuen Finanzbonus gegen die Nachfolgekrise im Handwerk. Ab sofort erhalten Meister 2.500 Euro für eine Betriebsgründung oder -übernahme.

Neuer Anreiz für Betriebsnachfolgen

Das saarländische Wirtschaftsministerium hat heute den Gründer- und Nachfolgebonus offiziell gestartet. Wirtschaftsminister Jürgen Barke stellte das Instrument vor, das examinierten Handwerksmeistern einen einmaligen Zuschuss von 2.500 Euro bietet. Voraussetzung: Sie müssen sich erstmals selbstständig machen oder einen bestehenden Betrieb übernehmen.

Der Bonus ergänzt den bereits existierenden Meisterbonus, der für das Bestehen der Meisterprüfung gezahlt wird. Dieser wurde zu Jahresbeginn auf 2.000 Euro erhöht. Ein junger Meister, der seine Prüfung besteht und anschließend einen Betrieb übernimmt, kann damit bis zu 4.500 Euro an Landesförderung erhalten – zusätzlich zu Bundesmitteln oder Darlehen.

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„Der Bonus ist eine Anerkennung für die Verantwortung, die Unternehmer tragen“, betonte Minister Barke. Die Landesregierung wolle die finanzielle Hürde senken und die Wertschätzung für das Handwerk als Rückgrat der regionalen Wirtschaft zeigen.

Rettungsaktion für 2.000 Betriebe

Die Einführung kommt zur rechten Zeit. Nach Angaben der Handwerkskammer (HWK) Saarland benötigen rund 2.000 Handwerksbetriebe im Land innerhalb der nächsten fünf Jahre einen Nachfolger. Ohne Übernahmen droht der Verlust von Dienstleistungen, Fachwissen und Arbeitsplätzen.

HWK-Präsident Helmut Zimmer begrüßte die neue Förderung. „Er schafft einen wichtigen Anreiz, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen“, so Zimmer. Die Kombination aus erhöhtem Meisterbonus und neuem Nachfolgebonus mache den Einstieg attraktiver. Gefördert wird ausschließlich die Vollexistenz, also die hauptberufliche Selbstständigkeit. Auch der aktive Einstieg in einen Betrieb ist möglich, wenn mindestens 25 Prozent der Anteile und eine Sperrminorität erworben werden.

Saarland folgt bundesweitem Trend

Mit dem Bonus reagiert das Saarland auf einen bundesweiten Trend. Auch andere Länder haben ihre Förderung für Handwerksgründer zuletzt angepasst. Nordrhein-Westfalen etwa erhöhte seine Meistergründungsprämie 2025 auf bis zu 11.500 Euro Grundförderung und führte einen eigenen Übernahmebonus ein.

Die saarländische Lösung setzt hingegen auf einen schlanken, direkt mit dem Meisterbonus kombinierbaren Zuschuss. Analysten sehen darin eine maßgeschneiderte Antwort auf die regionalen Herausforderungen. Im dicht besiedelten Handwerksland Saarland geht es vor allem darum, den Bestand an inhabergeführten Betrieben zu sichern.

So funktioniert die Antragstellung

Der Bonus gilt für Handwerke, die in der Anlage A oder B1 der Handwerksordnung aufgeführt sind. Antragsberechtigt sind Personen mit einem Meisterbrief oder einem gleichwertigen Abschluss auf DQR-Niveau 6. Die Prüfung darf maximal vier Jahre zurückliegen.

Gefördert werden:
* Die Neugründung eines Handwerksbetriebs.
* Die vollständige Übernahme eines bestehenden Betriebs.
* Der aktive Einstieg mit mindestens 25 Prozent Kapitalbeteiligung und geschäftsführender Tätigkeit.

Die Anträge werden über die vorgesehenen Landesstellen beim Wirtschaftsministerium gestellt. Die Bewilligung der Mittel erfolgt nach Prüfung der Voraussetzungen.

Ein psychologisches „Willkommensgeschenk“

Die unmittelbare Wirkung des Programms wird bereits erwartet. Handwerkskammern und Innungen rechnen mit einer steigenden Nachfrage nach Beratung zur Betriebsnachfolge.

Experten sind sich einig: Die 2.500 Euro allein entscheiden selten über eine langfristige Unternehmensübernahme. Doch als psychologisches und finanzielles „Willkommensgeschenk“ des Landes sind sie durchaus wirksam. Sie mildern den anfänglichen Liquiditätsdruck für Gebühren oder Marketing und senden ein klares Signal der Unterstützung.

Der Erfolg des Programms wird sich daran messen lassen, wie viele Meisterabsolventen tatsächlich den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Gelingt es, einen Großteil der 2.000 anstehenden Nachfolgen zu sichern, könnte das Saarland Modell für andere Bundesländer werden.

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