RTX 2060: Frostiger Mod knackt Minusgrade im Gaming-Einsatz
25.01.2026 - 20:39:12Ein Hardware-Enthusiast hat eine handelsübliche Grafikkarte mit einer direkten Eiskühlung versehen und erreicht damit unter Volllast Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. Das Experiment zeigt die extremen Methoden, mit denen Modder die letzten Leistungsreserven ihrer Hardware freischlagen – und stellt gleichzeitig die wachsenden thermischen Herausforderungen der gesamten Branche in den Fokus.
Direktkühlung bringt GPU auf Eistemperaturen
In einem Projekt, das konventionelle Wasserkühlung neu definiert, hat der Modder „TrashBench“ eine ungewöhnliche Methode an einer NVIDIA GeForce RTX 2060 demonstriert. Er zerlegte den originalen Kühler, um Zugang zu den Kupfer-Heatpipes zu erhalten. Diese wurden aufgeschnitten und mit Silikonschläuchen verbunden, um einen eigenen Kühlkreislauf zu schaffen.
Der Clou: Dieser Kreislauf wurde an einen Eis-Chiller angeschlossen, der ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel durch das modifizierte Kühlsystem pumpte. Das Ergebnis war spektakulär. Unter voller Gaming-Last sank die GPU-Temperatur auf eisige 13 Grad Celsius. Das ist ein Sturz um 57 Grad gegenüber der Originaltemperatur von 70 Grad. Die Karte konnte dadurch einen höheren, stabileren Boost-Takt von 2025 MHz halten. Deutliches Zeichen des Erfolgs: Die gesamte Grafikkarte war mit einer dicken Reifschicht überzogen.
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Kondensationsgefahr: So schützen sich Extreme-Overclocker
Das Herunterkühlen von Elektronik auf Temperaturen unter der Raumtemperatur birgt ein großes Risiko: Kondensation. Bildet sich Feuchtigkeit auf der kalten Platine, drohen Kurzschlüsse und Totalschaden. Die Szene der Extreme-Overclocker hat dafür etablierte Gegenmaßnahmen.
In diesem Projekt wurde die gesamte Leiterplatte der Grafikkarte mit Vaseline beschichtet. Diese nicht-leitende, wasserabweisende Schicht schützt die empfindlichen Bauteile vor kondensierender Feuchtigkeit. Andere beliebte Isoliermaterialien in der Szene sind flüssiges Isolierband, Konformalack und Knetradiergummi. Eine sorgfältige Isolierung ist ein absolutes Muss, wenn mit Trockeneis, Flüssigstickstoff oder leistungsstarken Chillern gearbeitet wird.
Der unstillbare Hunger nach mehr Leistung
Während die Subzero-Kühlung das thermische Problem löst, geht der Leistungshunger der Modder noch weiter. Oft werden sogenannte „Shunt-Mods“ durchgeführt. Dabei wird die interne Strommessung der GPU manipuliert, sodass sie weit mehr Watt ziehen kann, als vom Hersteller vorgesehen. In der Enthusiasten-Community sind Diskussionen über Stromaufnahmen von deutlich über 500 Watt keine Seltenheit.
Ein konkretes, verifiziertes Projekt für eine modifizierte „900W Titan RTX“ ist in den letzten 72 Stunden zwar nicht aufgetaucht. Der Trend zu immer höherem Stromverbrauch ist jedoch unübersehbar. Er bringt eigene Probleme mit sich, vor allem bei den Stromanschlüssen. Die hohe Leistungsdichte bei Steckern wie dem 12VHPWR hat schon zu Schmelzvorgängen geführt, da schon minimale Verbindungsfehler extreme Hitze erzeugen. Dritthersteller reagieren bereits mit Überwachungsgeräten, die die Sicherheit der Hochleistungsverbindungen gewährleisten sollen.
Analyse: Extreme Mods als Innovations-Treiber
Die Motivation für solche Extrem-Modifikationen ist vielfältig. Für einige geht es um Weltrekorde in Benchmarks und den damit verbundenen Ruhm. Für andere ist die technische Herausforderung selbst der Antrieb – ein Puzzle aus Thermodynamik und Elektronik.
Diese Projekte sind für den Durchschnittsnutzer zwar unpraktisch, aber sie erproben oft Techniken, die das zukünftige Produktdesign beeinflussen können. Die direkte Heatpipe-Kühlung zeigt eine kreative Lösung für den Wärmetransport. Die Probleme mit dem hohen Strombedarf liefern wertvolle Daten für die Ingenieure der nächsten GPU- und Netzteile-Generation. Diese Community agiert an der absoluten Leistungsgrenze und dient der gesamten Hardware-Branche als inoffizielles Forschungs- und Entwicklungsfeld.
Ausblick: Kälter, schneller, stromhungriger
Die Welt des Extreme-GPU-Moddings wird nicht stillstehen. Die nächsten Grafikkarten-Generationen von NVIDIA und AMD werden nicht nur mehr Leistung, sondern auch neue Herausforderungen für Kühlung und Stromversorgung bringen. Die direkten Kühlmethoden könnten weiter verfeinert werden und sogar kommerzielle Wasserkühler inspirieren.
Der Einsatz von thermoelektrischen Kühlern (TECs), wie sie von speziellen CPU-Kühlern bekannt sind, könnte in Nischen-GPU-Anwendungen populärer werden, um Temperaturen unter Umgebungstemperatur ohne komplexen Chiller zu erreichen. Gleichzeitig muss die Industrie die sichere und effiziente Versorgung mit hohen Wattzahlen lösen – ob durch verbesserte Stecker-Standards oder neue Onboard-Überwachungstechnologien. Für die Community der Extreme-Modder sind diese Hürden keine Abschreckung, sondern eine Einladung zum Tüfteln. Die Grenzen der PC-Leistung werden also weiterhin bis an ihre eisigen Extreme ausgereizt werden.


