Roboterhände, Wettlauf

Roboterhände: Der neue Wettlauf um Präzision und Gefühl

31.01.2026 - 08:43:12

Die Entwicklung hochflexibler, fühlender Roboterhände markiert einen Wendepunkt für den praktischen Einsatz von Humanoiden. Hersteller weltweit treiben die Serienfertigung voran.

Der globale Wettbewerb um humanoide Roboter hat einen neuen Fokus: die Hand. In einer Welle von Ankündigungen stellen Firmen weltweit Hände vor, die nicht nur greifen, sondern fühlen und feinste Arbeiten ausführen können. Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt für den praktischen Einsatz der Maschinen.

Die Branche bewegt sich weg von teuren Prototypen hin zu serientauglichen, kostengünstigen Lösungen. Taktile Sensoren, präzise Motorik und KI-gesteuertes Lernen sind die neuen Maßstäbe. Sie entscheiden, ob Roboter künftig in Fabriken, Lagern oder sogar Haushalten wirklich nützlich sein werden.

Der Sprint in die Serienfertigung

Vor allem in China entsteht eine leistungsfähige Zulieferindustrie. Das Unternehmen Inspire Robots lieferte 2025 bereits 10.000 geschickte Roboterhände aus – eine Verfünffachung im Vergleich zum Vorjahr. Für 2026 plant der Hersteller die Auslieferung von 50.000 bis 100.000 Einheiten. Auch das Startup Xynova hat Aufträge für über 10.000 hochflexible Hände von führenden Kunden erhalten.

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Dieser Schub in der Massenproduktion zeigt den wachsenden Bedarf der Roboterentwickler. Der Wettbewerb verlagert sich nun auf Kostensenkung, Produktionseffizienz und die Beherrschung der Lieferkette.

Die Revolution des Tastsinns

In dieser Woche demonstrierten mehrere Firmen, wie Roboter ein menschenähnliches Gefühl für Berührung erhalten. Der südkoreanische Anbieter ROBOTIS stellte am 31. Januar seine HX5-D20-Hand vor. Ihre aktiv angetriebenen Gelenke und hochempfindlichen Tastsensoren ermöglichen feinmotorische Aufgaben – vom präzisen Werkzeuggebrauch bis zum Musizieren.

Bereits am 28. Januar präsentierte das kanadische Unternehmen Robotiq taktile Sensor-Fingerspitzen für seine Greifer. Die Botschaft: Für zuverlässiges Arbeiten in der realen Welt reicht Kamerasicht allein nicht aus. Roboter müssen fühlen können. Auch Figure AI setzt auf diesen Ansatz und nutzt in seinem Helix-02-System eingebettete Tastsensoren und Handflächenkameras, um kleine Objekte in unübersichtlicher Umgebung zu handhaben.

Tech-Giganten und Forschung im Rennen

Die großen Player investieren massiv. Tesla will im ersten Quartal 2026 die dritte Generation seines Optimus-Roboters vorstellen – mit einer komplett neuen Hand. Das Unternehmen bezeichnet das Hand-Design als „bei weitem das Schwierigste am gesamten Roboter“ und sieht in der eigenen elektromechanischen Geschicklichkeit einen entscheidenden Vorteil gegenüber der erwarteten Konkurrenz aus China.

Gleichzeitig treibt die Forschung die Entwicklung voran. Wissenschaftler der Universität Edinburgh entwickelten einen Sensor-Handschuh, der subtile Bewegungen präzise erfasst. Diese Daten helfen, Robotern menschliche Manipulation beizubringen. In den USA forscht die Kennesaw State University mit Fördergeldern daran, mehrfingrigen Roboterhänden durch fortschrittliche KI ein besseres „Bewusstsein“ für die Objekte in ihrer Hand zu vermitteln.

Warum die Hand zum Schlüssel wird

Die jüngsten Ankündigungen zeigen einen strategischen Wechsel. Jahrelang lag die größte Herausforderung im aufrechten, stabilen Gehen. Dieses Problem ist weitgehend gelöst. Jetzt rückt die Schnittstelle zur Welt in den Mittelpunkt: die Hand.

Erst die Fähigkeit, Objekte nicht nur zu packen, sondern mit Präzision und sensorischem Feedback zu manipulieren, wird den breiten kommerziellen Einsatz in unstrukturierten Umgebungen ermöglichen. Die parallelen Fortschritte in Hardware und Software verstärken sich gegenseitig. Bessere Hände liefern mehr Daten, die wiederum intelligentere KI-Modelle trainieren – ein sich selbst beschleunigender Kreislauf.

Ausblick: Der Wettbewerb verschärft sich

Der Kampf um den Markt für geschickte Roboterhände wird sich 2026 weiter zuspitzen. Die Schlüsselfaktoren sind Leistung, Kosten und Skalierbarkeit. Die Unternehmen, die zuverlässige, hochflexible Hände mit integriertem Tastsinn in großer Stückzahl und zu konkurrenzfähigen Preisen liefern können, werden die Nase vorn haben.

Bald anstehende Meilensteine wie die Enthüllung der neuen Tesla-Hand und die Praxistests der Systeme von Robotiq und Figure AI werden aufschlussreich sein. Die Produktionszahlen der spezialisierten Hand-Hersteller werden zum Gradmesser für die Gesundheit des gesamten Humanoid-Roboter-Markts. Die Grenze zwischen einem einfachen Greifer und einer geschickten, „fühlenden“ Hand wird künftig den Unterschied ausmachen zwischen einer technischen Spielerei und einem wertvollen Arbeitsgerät.

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