Robotaxi-Rennen, Waymo

Robotaxi-Rennen: Waymo expandiert, Zoox ermittelt, Tesla zögert

29.01.2026 - 07:55:12

Waymo expandiert seinen autonomen Fahrdienst in eine weitere US-Stadt, während Konkurrent Zoox nach einem Unfall unter Beobachtung steht und Tesla mit seinem Robotaxi-Versprechen kämpft.

Waymo startet kommerziellen Dienst in Miami, während Konkurrenten mit Unfällen und Zweifeln kämpfen. Die führenden Anbieter von Robotaxis gehen zunehmend getrennte Wege. Während Alphabet-Tochter Waymo ihren Vorsprung mit einer neuen Stadt ausbaut, stehen Amazon-Sparte Zoox und Tesla vor handfesten Problemen.

Waymo festigt Führung mit Miami-Start

Waymo hat seinen vollautonomen Fahrdienst in Miami für die Öffentlichkeit freigegeben. Es ist der sechste US-Markt für das Unternehmen. Nutzer können innerhalb eines rund 155 Quadratkilometer großen Gebiets Fahrten buchen, das unter anderem das Design District und Brickell umfasst. Fast 10.000 Anwohner haben sich bereits registriert.

Die Expansion folgt dem bewährten Waymo-Muster: intensive Kartierung, Testfahrten mit Sicherheitsfahrern und eine interne Testphase. Geplant ist, den Service bald auf den Miami International Airport auszuweiten. Dieser messbare Fortschritt unterstreicht Waymos Vorreiterrolle. Allerdings läuft auch bei Waymo eine Untersuchung der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA zu 22 Vorfällen.

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Zoox: Unfall in San Francisco löst Ermittlungen aus

Die Realität des Stadtverkehrs holt Amazons Robotaxi-Tochter Zoox ein. Die Polizei von San Francisco ermittelt nach einem Unfall am 17. Januar. Ein Zoox-Fahrzeug kollidierte mit einer sich plötzlich öffnenden Autotür. Ein Insasse des parkenden Wagens wurde verletzt.

Der Vorfall wirft Fragen zur Bewältigung seltener, aber kritischer Situationen auf. Für Zoox kommt die Untersuchung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Das Unternehmen bietet seit Ende 2025 kostenlose Testfahrten in San Francisco und Las Vegas an und strebt für 2026 einen kommerziellen Dienst an. Der speziell für Städte entwickelte Zoox-Wagen muss nun seine Alltagstauglichkeit beweisen.

Tesla: Robotaxi-Ankündigung entpuppt sich als Mogelpackung

Teslas vollmundige Versprechen zu Robotaxis stehen erneut in der Kritik. Eine Ankündigung vom 22. Januar zu fahrerlosen Testfahrten in Austin sorgte für Wirbel. Doch schnell wurde klar: Der Sicherheitsfahrer saß nicht im Auto, sondern folgte in einem Begleitfahrzeug. Von echter, unbeaufsichtigter Autonomie kann also keine Rede sein.

Diese Unschärfen passen zu strategischen Wendungen bei Tesla. Das Unternehmen hat sein Standard-„Autopilot“-Paket eingestellt. Kunden müssen für Funktionen wie Autosteer nun ein „Full Self-Driving“ (FSD)-Abonnement für monatlich 99 Dollar abschließen. Parallel läuft eine NHTSA-Untersuchung zu FSD. Daten zeigen zudem: Zwar sind Tesla-Robotaxifahrten oft günstiger als bei Waymo, die Wartezeiten sind aber fast dreimal so lang.

Strategische Weggabelung: Vorsicht gegen Tempo

Die aktuellen Entwicklungen zeigen einen klaren strategischen Graben. Waymo setzt auf einen methodischen, stadtweisen Rollout mit hochpräzisen Karten und einem umfangreichen Sensorsystem. Dieser Weg ist langsam, aber baut operative Erfahrung und regulatorisches Vertrauen auf.

Tesla verfolgt einen radikal anderen, visionbasierten Ansatz über seine Millionen-Flotte. Das „Full Self-Driving“-Marketing und die Fähigkeiten sorgen jedoch für anhaltende Kontroversen. Das Abo-Modell soll stabile Software-Einnahmen sichern. Zoox geht mit einem speziell designten Stadtauto einen dritten Weg, steht aber vor denselben Validierungshürden.

Ausblick: Skalierung unter Beobachtung

Das Rennen wird entschieden, wer sicher und profitabel wachsen kann. Waymo dürfte 2026 seine Expansion in weitere Städte fortsetzen. Die größte Herausforderung ist, die Sicherheitsbilanz bei wachsender Komplexität zu halten.

Für Zoox hängt viel vom Ergebnis der Polizeiermittlungen ab. Nur mit Zustimmung der Aufsichtsbehörden kann der kommerzielle Start gelingen.

Teslas Weg ist der unsicherste. Eine echte, unbeaufsichtigte Robotaxi-Flotte setzt voraus, dass die NHTSA-Untersuchungen positiv enden und die technologischen Hürden ohne die detaillierten Karten der Konkurrenz gemeistert werden. 2026 wird zeigen, ob der datengetriebene Massenmarkt-Ansatz die Sicherheitsbedenken ausräumen kann.

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