Revolut, KI-Abwehr

Revolut startet KI-Abwehr gegen Bank-Phishing

16.01.2026 - 16:56:12

Revolut führt eine neue Sicherheitsfunktion ein, die Anrufe in Echtzeit verifiziert, um Kunden vor KI-gesteuertem Voice-Phishing zu schützen. Die App zeigt Warnungen direkt während des Telefonats an.

Die Fintech-Bank Revolut hat eine neue Sicherheitsfunktion gegen KI-gesteuerten Betrug gestartet. Das System erkennt in Echtzeit, ob ein Anrufer tatsächlich von der Bank stammt.

London – Der Kampf gegen KI-Finanzbetrug erreicht eine neue Stufe. Das globale Fintech-Unternehmen Revolut hat diese Woche eine „Call Identification“-Funktion eingeführt. Sie soll Kunden in Echtzeit warnen, wenn sich Betrüger als Bankmitarbeiter ausgeben. Der Schritt kommt, als Betrug mit künstlich erzeugten Stimmen weltweit zunimmt.

So funktioniert die Echtzeit-Überprüfung

Das System ist direkt in die Revolut-App integriert. Nimmt ein Nutzer einen Anruf entgegen und öffnet gleichzeitig die App, prüft diese automatisch die Nummer des Anrufers. Stammt der Anruf von einem verifizierten Revolut-Mitarbeiter, erscheint ein grünes Bestätigungs-Banner. Bei einer unbekannten Nummer erscheint dagegen eine rote Warnung. Sie rät dem Nutzer, das Gespräch sofort zu beenden.

Die Funktion ist derzeit für alle iOS-Nutzer standardmäßig aktiviert. Android-Nutzer müssen sie manuell im „Security Hub“ der App freischalten. Sie funktioniert bei normalen Telefonaten und über Internet-Telefonie.

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Abwehrschlacht gegen Deepfakes und KI-Betrug

Hinter der neuen Funktion steht eine akute Bedrohung: Organisierte Banden nutzen zunehmend KI-Stimmenklon-Software, um Bankangestellte täuschend echt nachzuahmen. Diese „Vishing“-Angriffe (Voice Phishing) haben stark zugenommen. Studien legen nahe, dass nur etwa ein Viertel der Menschen eine KI-generierte Stimme von einer echten unterscheiden kann.

„Wir müssen genauso schnell innovieren wie die Betrüger“, sagt Rami Kalai, Produktchef bei Revolut. Sein Ziel: Kontextuelle Warnungen genau in dem Moment liefern, in dem Nutzer am verwundbarsten sind – während eines drängenden Telefonats.

Teil einer Millionenschweren Sicherheitsstrategie

Die neue Funktion ist Teil einer umfassenden Sicherheitsinitiative des Londoner Fintechs. Revolut gab bekannt, dass seine Betrugsabwehrsysteme 2024 potenzielle Schäden in Höhe von über 600 Millionen Pfund (rund 730 Millionen Euro) verhindert haben.

Der Ansatz unterscheidet sich von traditionellen Banken. Statt Kunden nur aufzufordern, „aufzulegen und zurückzurufen“, will Revolut direkt während des Angriffs eingreifen. Die Warnung erscheint genau dort, wo Überweisungen getätigt werden – in der App.

Marktdruck und Grenzen der Technologie

Die Einführung setzt andere digitale und traditionelle Banken unter Druck. Cybersicherheitsexperten halten es für möglich, dass solche In-App-Verifizierungen bald zum Branchenstandard werden. Damit wäre das Fälschen von Telefonnummern für Bankbetrug wirkungslos.

Doch die Technologie hat Schwachstellen. Sie funktioniert nur, wenn der Nutzer die App während des Gesprächs öffnet. Erfahrene Betrüger weisen ihre Opfer jedoch oft an, die Banking-App erst zu öffnen, wenn es um die eigentliche Überweisung geht. Zudem könnte die manuelle Aktivierungspflicht für Android-Nutzer ein Problem darstellen. Gerade die für Betrug anfälligsten Nutzer aktivieren selten komplexe Sicherheitseinstellungen.

Ausblick: Der Wettlauf gegen die KI

Experten erwarten, dass sich der Wettlauf zwischen Banken und Betrügern 2026 weiter verschärft. Der Fokus verschiebt sich von reaktiven Maßnahmen – wie der Rückerstattung von Betrugsopfern – hin zu proaktiver, technologischer Prävention.

Revolut plant, seine Betrugserkennungsalgorithmen weiter zu verfeinern. Künftige Updates sollen verstärkt „Nötigungsmuster“ bei Transaktionen automatisch erkennen. Langfristig könnte die manuelle Aktivierung für Android entfallen, um einen durchgängigen „Secure-by-Default“-Standard zu schaffen. Für Revolut-Kunden gilt jetzt: App aktualisieren und – bei Android – die Funktion im Security Hub aktivieren.

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