Revoice, KI-Halsband

Revoice: KI-Halsband stellt Schlaganfall-Patienten die Stimme zurück

25.01.2026 - 03:32:12

Forscher entwickeln ein tragbares, nicht-invasives Gerät, das Sprachsignale aus Halsmuskeln entschlüsselt und so die Rehabilitation nach Schlaganfällen revolutionieren könnte.

Ein neues, nicht-invasives Gerät aus Cambridge nutzt künstliche Intelligenz, um natürliche Sprache aus Muskelvibrationen zu rekonstruieren. Die Technologie könnte die Sprachrehabilitation revolutionieren und Millionen Betroffenen weltweit neue Hoffnung geben.

KI übersetzt Muskelzucken in natürliche Sprache

Der Durchbruch kommt von Forschern der Universität Cambridge. Ihr Gerät namens Revoice ist ein weiches, tragbares Halsband, das wie ein Choker aussieht. Es decodiert Sprachsignale und emotionale Hinweise aus subtilen Muskelvibrationen im Hals. Das System kombiniert hochempfindliche Sensoren mit einer ausgeklügelten Dual-KI. Eine KI rekonstruiert die beabsichtigten Wörter und Sätze in Echtzeit, während eine zweite emotionale Hinweise aus physiologischen Signalen wie der Herzfrequenz entschlüsselt.

Der große Vorteil: Das Gerät ist nicht-invasiv, flexibel und sogar waschbar. Es erfordert keinen riskanten Hirnchirurgie-Eingriff, wie es bei Brain-Computer-Interfaces nötig wäre. In einer ersten Studie mit fünf Patienten, die unter Dysarthrie litten – einer häufigen Sprachstörung nach Schlaganfall –, erzielte Revoice eine bemerkenswerte Genauigkeit. Die Wortfehlerrate lag bei nur 4,2 Prozent, die Satzfehlerrate sogar bei nur 2,9 Prozent.

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Lösung für ein massives Reha-Problem

Schlaganfälle sind eine der Hauptursachen für Langzeitbehinderungen weltweit. Sprach- und Kommunikationsstörungen wie Aphasie und Dysarthrie gehören zu den folgenschwersten Einschränkungen. Sie führen oft zu tiefer sozialer Isolation. Die herkömmliche Sprachtherapie ist für Patienten körperlich anstrengend, repetitiv und durch die Verfügbarkeit spezialisierter Therapeuten begrenzt.

Hier setzen neue Technologien an. KI-gestützte digitale Therapien haben sich bereits als wirksam erwiesen, um das „Dosierungsproblem“ in der Aphasie-Behandlung zu lösen. Sie ermöglichen Patienten ein Vielfaches an Übungspraxis. Studien zeigen Verbesserungen bei spezifischen Sprachfähigkeiten, wie dem Wortabruf, von bis zu 16,4 Prozent. Doch ein hartnäckiges Problem blieb: die „Generalisierungslücke“. Fähigkeiten, die in der Klinik oder an digitalen Geräten gelernt wurden, ließen sich oft nicht auf die reale Alltagskommunikation übertragen.

Genau diese Lücke soll Revoice schließen. Indem es ein Werkzeug für den täglichen Gebrauch bietet, zielt es darauf ab, die kommunikative Unabhängigkeit und das soziale Selbstvertrauen von Schlaganfall-Überlebenden wiederherzustellen. Es überträgt die Therapie aus der Klinik direkt in den Lebensalltag.

Der Weg in eine integrative Reha-Zukunft

Die Entwicklung nicht-invasiver Echtzeitsysteme wie Revoice markiert einen Paradigmenwechsel in der Neurorehabilitation. Der Fokus verschiebt sich von der reinen klinischen Behandlung hin zur integrativen Assistenz im täglichen Leben. Das Prinzip der adaptiven, personalisierten Therapie, das auch bei KI-gesteuerten Exoskeletten zum Einsatz kommt, wird hier auf die Sprachwiederherstellung übertragen.

Was kommt als Nächstes? Das Team hinter Revoice plant größere klinische Studien, um die Technologie an einer diverseren Patientengruppe zu validieren. Die KI-Algorithmen sollen weiter verfeinert werden, um die Genauigkeit zu erhöhen und den erfassbaren Wortschatz sowie emotionale Nuancen zu erweitern. Zulassungsverfahren und breite Verfügbarkeit stehen zwar noch aus, doch der Durchbruch zeigt eine Zukunft auf, in der Technologie Patienten nicht nur assistiert, sondern sich nahtlos mit ihnen verbindet – und Funktionen zurückgibt, die einst als dauerhaft verloren galten.

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