Regensburgs Wohnungsstreit: Stadt sucht Kompromiss, Bürger drohen mit Referendum
01.02.2026 - 00:22:11Der Streit um bezahlbaren Wohnraum spitzt sich in Regensburg dramatisch zu. Die Stadtverwaltung legt einen neuen Kompromissvorschlag vor, während Bürgerinitiativen mit einem Volksbegehren drohen. Der Konflikt verlagert sich von den Ratssälen auf die Straßen.
Im Zentrum steht das umstrittene Regensburger Baulandmodell. Es schreibt bei Neubauprojekten eine Quote von 40 Prozent preisgedämpften Wohnraum vor. Bauträger und Investoren kritisieren dies seit Monaten als unwirtschaftlich. Aktuell liegen zwölf fertig geplante Bauvorhaben auf Eis.
Stadt schlägt „Ersatzmodell 2026“ vor
Um die Blockade zu lösen, hat Planungsreferent Florian Plajer einen Kompromiss vorgelegt. Das „Ersatzmodell 2026“ sieht vor:
- Die Quote für preisgedämpften Wohnraum sinkt auf 20 Prozent, wenn keine staatlichen Fördermittel fließen.
- Dafür gilt eine klare Mietobergrenze von 15 Euro pro Quadratmeter bei der Erstvermietung.
- Die Bindungsdauer für diese Wohnungen beträgt 40 Jahre.
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Dieser Vorschlag soll in den kommenden Wochen in den politischen Gremien diskutiert werden. Die CSU-Fraktion unterstützt eine Aufweichung der Quote, während SPD, Grüne und ÖDP eine Absenkung strikt ablehnen.
Initiative droht mit Bürgerbegehren
Parallel erhöht die Zivilgesellschaft den Druck. Die Initiative „Bezahlbare Mieten für Regensburg“ fordert einen sofortigen Mietenstopp bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft und den Bau von mindestens 300 Sozialwohnungen pro Jahr.
Sollten ihre Forderungen kein Gehör finden, will die Organisation ein Bürgerbegehren starten. Das würde einen Haustürwahlkampf bedeuten, bei dem Tausende Unterschriften für einen verbindlichen Bürgerentscheid gesammelt werden müssten.
Wohnungsmarkt unter Druck: 4.000 Wohnungen fehlen
Die Dringlichkeit wird durch die Zahlen untermauert:
* Schätzungen zufolge fehlen in Regensburg derzeit rund 4.000 Wohnungen.
* 2024 wurden nur 382 neue Wohneinheiten fertiggestellt.
* Bis 2040 könnte die Bevölkerung auf 200.000 Einwohner wachsen.
* Die Mieten liegen im Schnitt zwischen 12 und über 17 Euro pro Quadratmeter.
Der Stillstand bei den Bauprojekten verschärft die Lage weiter. Besonders Haushalte mit geringem Einkommen, Familien und Senioren finden kaum noch bezahlbaren Wohnraum.
Ein lokaler Konflikt mit bundesweiter Signalwirkung
Die Regensburger Debatte steht beispielhaft für einen deutschlandweiten Richtungsstreit. Geht es um wirtschaftliche Interessen der Bauindustrie oder den sozialen Anspruch auf bezahlbares Wohnen?
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Scheitert der Kompromiss im Stadtrat, droht nicht nur ein anhaltender Baustopp. Dann könnte die Frage nach bezahlbarem Wohnraum tatsächlich an der Wahlurne entschieden werden.
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