Realbotix: Roboter führen erstmals mehrstündiges, spontanes Gespräch
14.01.2026 - 16:40:12Auf der CES 2026 hat Realbotix einen Meilenstein für menschenähnliche KI erreicht: Zwei humanoide Roboter führten live ein völlig unvorbereitetes, mehrsprachiges Gespräch – ohne Cloud und ohne Skript. Die über zweistündige Demonstration markiert einen Sprung hin zu autonomen, „embodied AI“-Systemen, die direkt in Europa einsetzbar wären.
Ein Quantensprung für die Robotik
Im Trubel der weltgrößten Technologiemesse gelang Realbotix etwas Besonderes. Die Humanoiden Aria und David unterhielten sich über zwei Stunden lang in Echtzeit. Sie wechselten fließend zwischen Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch. Entscheidend ist die Technik dahinter: Die gesamte Konversation wurde von proprietären KI-Modellen gesteuert, die direkt auf der Hardware der Roboter liefen. Keine Cloud-Anbindung, keine menschliche Eingreifen. Diese „On-Device“-Architektur bedeutet geringere Latenz, mehr Datenschutz und Unabhängigkeit von der Internetverbindung – ein klarer Wettbewerbsvorteil.
Sehen, verstehen, reagieren: Die emotionale KI
In einer separaten Vorführung zeigte Realbotix, wie weit seine Roboter bereits im Erkennen menschlicher Emotionen sind. Ein dritter Humanoide mit einer patentierten Vision-System in den Augen interagierte mit Messebesuchern. Er erkannte Personen, deutete deren Gemütszustand anhand von Gesichtsausdrücken und hielt den Blickkontakt. Diese Fähigkeit, nonverbale Signale zu verstehen, ist entscheidend für den Einsatz im Kundenservice oder in der Pflege. Hier geht es nicht mehr um bloße Befehlserfüllung, sondern um echtes, kontextbewusstes Agieren.
Seit August 2024 gelten neue EU-Regeln für KI-Systeme – auch Hersteller humanoider Roboter müssen Risiko-Klassen, Kennzeichnung und umfangreiche Dokumentation beachten. Wer On-Device-Modelle einsetzt, sollte wissen, wie sich Pflichten, Prüfberichte und Transparenzanforderungen unterscheiden. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU-KI-Verordnung erklärt praxisnah Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und notwendige Nachweise für Entwickler und Anbieter – kompakt zum Download. Jetzt kostenlosen KI-Leitfaden herunterladen
Der Trend zur KI am „Edge“
Die Demonstration unterstreicht einen großen Trend der diesjährigen CES: die Abkehr von reiner Cloud-KI hin zur Intelligenz direkt im Gerät, am sogenannten „Edge“. Realbotix beweist, dass auch hochkomplexe Sprach- und Bildverarbeitung lokal möglich ist. Für deutsche Unternehmen wie SAP oder die Telekom, die auf sichere, datenschutzkonforme Lösungen setzen, könnte dieser Ansatz besonders attraktiv sein. Es handelt sich um eine skalierbare, in sich geschlossene Technologie.
Was bedeutet das für den Markt?
Die Vorführung setzt neue Maßstäbe in einer Branche, die derzeit von humanoiden Robotern dominiert wird. Viele Firmen zeigen beeindruckende Hardware, doch die Fähigkeit zu natürlicher, autonomer Interaktion ist der eigentliche Game-Changer. Die Erzählung verschiebt sich von reiner Industrieautomatisierung hin zu funktionalen Rollen im Alltag: als mehrsprachige Concierges in Hotels, Markenbotschafter im Einzelhandel oder Begleiter im Gesundheitswesen.
Analysten sprechen bereits von „agentischer KI“ – Systemen, die eigenständig handeln können. Realbotix hat diesen Begriff mit Leben gefüllt. Die Frage ist nun: Wie schnell kann die Firma diese Technologie verfeinern und in die breite Anwendung bringen? Der Weg für Roboter, die sich nahtlos in unseren Alltag integrieren, erscheint jedenfalls kürzer denn je.


