RAM-Preise, Rekordhoch

RAM-Preise auf Rekordhoch: KI-Boom verteuert PC-Bau massiv

18.01.2026 - 02:21:12

DDR5-Speicherpreise haben sich stabilisiert – doch auf einem Niveau, das für viele Verbraucher unerschwinglich ist. Nach einer Phase extremer Volatilität Ende 2025, in der sich die Preise für populäre RAM-Kits vervierfachten, herrscht Anfang 2026 eine trügerische Ruhe. Die Preise verharren auf Rekordniveau, während die Kernursache bestehen bleibt: eine kritische Angebotsverknappung. Speicherhersteller priorisieren weiterhin den boomenden Künstliche-Intelligenz- und Server-Sektor, was den Verbrauchermarkt mit den Konsequenzen kämpfen lässt.

Das vierte Quartal 2025 beendete eine lange Phase relativer Stabilität auf dem DRAM-Markt abrupt. Hochkapazitive DDR5-Kits, die über ein Jahr lang stabile Preise hatten, schossen plötzlich in die Höhe. Zwischen Oktober und Dezember 2025 explodierten die Durchschnittspreise für einige 64GB-Kits (2x32GB) von rund 180 Euro auf bis zu 810 Euro. Auch Standard-32GB-Kits verteuerten sich auf dem europäischen Markt seit September 2025 um über 300 %. RAM wurde so zum teuersten Teil eines neuen PC-Baus – in manchen Fällen kostete er mehr als eine High-End-CPU. Selbst ältere DDR4-Module wurden deutlich teurer.

Trügerische Stabilität durch Kaufverzicht

Marktdaten von Mitte Januar 2026 zeigen, dass die wöchentlichen Preissprünge größtenteils pausieren. Diese Stabilisierung ist jedoch kein Zeichen von besserem Angebot. Branchenbeobachter vermuten, dass die Preise ein so prohibitives Niveau erreicht haben, dass viele Verbraucher Käufe verschieben oder absagen. Die extreme Kostenspirale hat einen signifikanten Teil des DIY-PC-Marktes ausgepreist. Die sinkende Nachfrage bremst den weiteren Preisanstieg und schafft ein fragiles Gleichgewicht bei einem schmerzhaft hohen „neuen Normal“.

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KI-Datencenter schlucken Speicherkapazitäten

Der Haupttreiber der Krise ist eine fundamentale Verschiebung der Produktionsprioritäten. Globale Tech-Giganten bauen ihre KI-Infrastruktur in nie dagewesenem Ausmaß aus, was enorme Mengen an High-Bandwidth-Memory (HBM) und Server-DRAM erfordert. Marktführer wie Samsung, SK Hynix und Micron haben fortschrittliche Produktionskapazitäten von consumer-grade DDR5 in diesen lukrativeren Markt umgelenkt. Berichten zufolge beanspruchen KI-bezogene Aufträge einen Großteil der gesamten Wafer-Produktion, was für den Verbrauchermarkt nur einen Bruchteil übriglässt.

Vertragspreise prophezeien nächste Preisschockwelle

Während die Einzelhandelspreise pausieren, zeichnen Vertragspreise ein anderes Bild. Die Marktforschungsfirma TrendForce prognostiziert für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der DRAM-Vertragspreise um schwindelerregende 55–60 % gegenüber dem Vorquartal. Diese Diskrepanz schafft erhebliche Unsicherheit. Die aktuelle Stabilität könnte nur vorübergehend sein. Sobald die aktuellen Einzelhandelsbestände aufgebraucht sind und zu den neuen, höheren Vertragskosten nachgefüllt werden müssen, könnte die nächste Preisschockwelle auf Verbraucher zurollen. Hersteller setzen angeblich auf kurzfristige Quartalsverträge, um in dem volatilen Markt flexibel Preise anpassen zu können.

Keine Entspannung in Sicht

Für Verbraucher, die auf eine Rückkehr zu den Preisen von 2025 hoffen, sieht die Lage düster aus. Die immense Nachfrage aus dem KI-Sektor wird nicht nachlassen. Während neue Fabriken wie Microns geplante Megafabrik in New York im Bau sind, werden sie frühestens 2028 spürbar mehr Angebot schaffen. Analysten sagen voraus, dass die aktuellen Engpässe noch Jahre anhalten könnten. PC-Hersteller wie Framework mussten bereits die Preise ihrer Systeme aufgrund der gestiegenen Speicherkosten anheben. Auf absehbare Zeit bleiben hohe RAM-Preise eine signifikante Hürde für PC-Bauer und Verbraucher – und verändern die Wirtschaftlichkeit des Personal Computing grundlegend.

@ boerse-global.de