Psychische, Gesundheit

Psychische Gesundheit: Stigma kehrt für Schwere Erkrankungen zurück

12.02.2026 - 22:31:11

Experten warnen vor zunehmender Ausgrenzung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, die durch politische Debatten befeuert wird. Die wirtschaftlichen Kosten sind immens.

Während Depressionen akzeptierter werden, wächst die Ausgrenzung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie wieder. Experten warnen vor einer gefährlichen Spaltung und den Folgen.

Politische Debatten befeuern Vorurteile

Die Diskussion eskalierte Ende 2024, als politische Forderungen nach Registern für psychisch kranke Gewalttäter laut wurden. Fachleute kritisieren, dass diese Rhetorik ein falsches Narrativ fördert: Sie setzt psychische Erkrankungen pauschal mit Gewaltbereitschaft gleich. Diese Entwicklung droht, jahrzehntelange Fortschritte im Kampf gegen Vorurteile zunichte zu machen.

Die Stigmatisierung wirkt für Betroffene oft wie eine „zweite Krankheit“. Die Folgen sind gravierend:
* Sozialer Rückzug und Isolation
* Erschwerte Job- und Wohnungssuche
* Ein untergrabenes Selbstwertgefühl
* Ein erhöhtes Suizidrisiko

Viele verschweigen aus Angst vor Ablehnung ihre Diagnose sogar im engsten Kreis. Das hält sie davon ab, dringend benötigte Hilfe zu suchen.

Forschung und Politik reagieren auf die Krise

Als Reaktion investiert die Bundesregierung massiv. Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) wird in einer fünfjährigen Ausbauphase mit rund 120 Millionen Euro gefördert. Ein neuer Forschungsverbund untersucht gezielt die psychische Gesundheit von Studierenden, einer besonders belasteten Gruppe.

Auch Europa handelt: Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) startet 2026 eine große Kampagne zu psychosozialen Risiken. Solche Initiativen führen meist zu schärferen rechtlichen Rahmenbedingungen.

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Die milliardenschweren Kosten des Schweigens

Das Stigma verursacht nicht nur individuelles Leid, sondern auch gewaltige wirtschaftliche Schäden.
* In der EU kosten psychische Probleme jährlich über 600 Milliarden Euro – mehr als 4 Prozent des BIP.
* Allein Angststörungen und Depressionen belasten die Weltwirtschaft mit etwa einer Billion US-Dollar pro Jahr.

Die Summen setzen sich aus Produktivitätsverlusten, Behandlungskosten und Sozialleistungen zusammen. Investitionen in Entstigmatisierung und Versorgung sind daher auch ökonomisch dringend geboten.

Wird die gefährliche Kluft überwunden?

Die Gesundheitstrends für 2026 deuten auf einen Wandel hin: Weg vom Druck zur Selbstoptimierung, hin zu mehr Entlastung. Mentale Gesundheit wird zunehmend als Kern betrieblicher Vorsorge verstanden.

Kann die wachsende Kluft in der Wahrnehmung geschlossen werden? Der Erfolg von Initiativen wie denen des DZPG hängt davon ab, ob es gelingt, der Rhetorik der Angst auf breiter gesellschaftlicher Ebene etwas entgegenzusetzen. Der Abbau von Vorurteilen bleibt der Schlüssel, um die stille Krise zu überwinden.

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