Projektmanagement: KI soll die Planungs-Illusion besiegen
06.02.2026 - 07:15:11Die Planning Fallacy lässt Manager Aufwand und Kosten systematisch unterschätzen. Moderne Methoden und künstliche Intelligenz sollen jetzt für realistischere Prognosen sorgen.
Die hartnäckige Illusion der Planung
Selbst erfahrene Projektleiter fallen immer wieder auf die Planning Fallacy herein. Diese kognitive Verzerrung führt dazu, dass sie sich bei der Planung auf das beste Szenario fixieren – und historische Daten oder potenzielle Hindernisse ignorieren. Die Folge sind massive Budgetüberschreitungen, verpasste Deadlines und im schlimmsten Fall das komplette Scheitern von Vorhaben.
Die Psychologen Daniel Kahneman und Amos Tversky beschrieben das Phänomen bereits in den 1970er Jahren. Es bezeichnet nicht nur die Unterschätzung von Zeit und Kosten, sondern auch die gleichzeitige Überschätzung des Nutzens.
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Die Rettung: Der Blick von außen
Die wirksamste Gegenmaßnahme heißt Reference Class Forecasting (RCF). Diese von Kahneman und Tversky mitentwickelte Methode zwingt zu einer „Außenansicht“. Statt das Projekt isoliert zu betrachten, wird es mit einer Referenzklasse bereits abgeschlossener, ähnlicher Vorhaben verglichen.
- Die statistische Analyse dieser Vergleichsprojekte liefert realistischere Kennzahlen für Dauer, Kosten und Erfolgsquoten.
- Aktuelle Forschung arbeitet daran, die Methode auch bei begrenzten Daten nutzbar zu machen.
Diese datenbasierte Kalibrierung ersetzt den angeborenen Optimismus durch empirische Evidenz.
Agilität als Schutz vor Fehlplanung
Agile Methoden wie Scrum oder Kanban bauen einen strukturellen Schutz vor der Planning Fallacy ein. Sie verzichten auf einen großen, starren Masterplan zugunsten kurzer, iterativer Zyklen („Sprints“).
Jeder Sprint endet mit einer Überprüfung des tatsächlich Erreichten. Dieser Rhythmus ermöglicht eine kontinuierliche Anpassung des Plans an den realen Fortschritt. Komplexe Projekte werden in überschaubare Abschnitte zerlegt – das verbessert die Schätzgenauigkeit und deckt Fehlentwicklungen früh auf.
Weitere Werkzeuge für mehr Realismus
Neben RCF und agilen Methoden helfen weitere Techniken:
- Externe Experten: Sie bringen eine unvoreingenommene Perspektive in den Planungsprozess.
- Puffer einplanen: Bewusste Zeit- und Budgetreserven für Unvorhergesehenes.
- Pre-Mortems: Das Team stellt sich vor, das Projekt sei gescheitert, und sucht präventiv nach den Gründen.
Diese Ansätze zwingen dazu, Probleme proaktiv zu identifizieren, statt sie im Planungseifer zu übersehen.
KI wird zum Game-Changer
Die nächste Evolutionsstufe im Kampf gegen die Planning Fallacy heißt Künstliche Intelligenz. KI-Systeme können gewaltige Mengen historischer Projektdaten analysieren und so hochpräzise Referenzklassen erstellen.
Sie erkennen Muster und Risiken, die menschlichen Planern entgehen. In Zukunft könnte KI das Reference Class Forecasting vollständig automatisieren und als Standard in Projektmanagement-Software integrieren. Das würde die Genauigkeit von Schätzungen drastisch verbessern und die Methode für alle zugänglich machen.
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