Polnische, Behörden

Polnische Behörden zerschlagen internationales Botnetz

03.02.2026 - 18:00:12

Polnische Cyber-Ermittler haben den mutmaßlichen Betreiber eines gefährlichen Botnetzes festgenommen. Der 20-Jährige soll für zahlreiche internationale Cyberangriffe verantwortlich sein.

Die Festnahme in Lublin durch das Zentrale Büro zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (CBCZ) gilt als schwerer Schlag gegen die digitale Unterwelt. Der Verdächtige kontrollierte demnach ein mehrschichtiges Botnetz, das Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) gegen kommerzielle und strategisch wichtige Webseiten weltweit ausführte. Bei der Durchsuchung beschlagnahmten die Beamten die gesamte IT-Infrastruktur, mit der die Angriffswerkzeuge gehostet und verteilt wurden.

Die Ermittler legten eine ausgeklügelte Struktur offen. Der mutmaßliche Täter nutzte sogenannte Command-and-Control-Node-Maschinen, um das Botnetz zu steuern. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk gekaperter Computer und Geräte, die mit Schadsoftware infiziert wurden. Ohne das Wissen ihrer Besitzer wurden diese „Bots“ ferngesteuert, um Server von Zielwebseiten mit einer Flut von Datenverkehr zu überlasten und sie so für Nutzer unerreichbar zu machen.

Durch die Zerschlagung dieser Steuerinfrastruktur wurde dem Operator die Kontrolle über das Netzwerk entrissen. Der 20-Jährige muss sich nun wegen sechs verschiedener Anklagepunkte verantworten, darunter die Störung von IT-Systemen und der unrechtmäßige Erwerb von Angriffssoftware. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Nach einer ersten Vernehmung wurde er gegen Auflagen vorläufig auf freien Fuß gesetzt.

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Polen im Fadenkreuz digitaler Angreifer

Die erfolgreiche Operation kommt zu einer Zeit, in denen Polen besonders stark im Visier von Cyberkriminellen steht. Allein in der ersten Januarwoche 2026 verzeichneten polnische Regierungsinstitutionen durchschnittlich fast 3.200 Angriffsversuche – eine beispiellose Zahl, die die Werte benachbarter Länder übertrifft.

Die strategische Lage des Landes macht seine kritische Infrastruktur, insbesondere im Energiesektor, zu einem häufigen Ziel ausgefeilter Cyberoperationen. Die Arbeit des CBCZ ist eingebettet in koordinierte europäische Initiativen gegen DDoS-Angriffe. Der aktuelle Erfolg unterstreicht die wachsenden Fähigkeiten der polnischen Cybereinheiten in diesem digitalen Dauerkonflikt.

Botnetze: Das Rückgrat der Cyberkriminalität

Die Zerschlagung solcher Netzwerke hat weitreichende Bedeutung. Botnetze sind die Arbeitspferde der digitalen Schattenwelt. Sie werden nicht nur für DDoS-Attacken genutzt, sondern auch zur Verbreitung von Ransomware, zum Diebstahl sensibler Finanzdaten und für massenhaften Spam.

Die Festnahme eines Schlüsselakteurs kann unzählige zukünftige Angriffe verhindern. Sicherheitsexperten betonen zwar die abschreckende Wirkung solcher Polizeiaktionen, warnen aber vor der Anpassungsfähigkeit der Gegenseite. Die Bedrohungslage bleibt dynamisch – nicht zuletzt wegen einfach zugänglicher „DDoS-for-Hire“-Dienste. Internationale Kooperation, etwa über Europol, bleibt daher unverzichtbar, um grenzüberschreitend agierende Täter zu stellen.

Die Ermittlungen dauern an; weitere Festnahmen im Umfeld dieses speziellen Botnetzes sind möglich. Für Unternehmen und Behörden in ganz Europa ist der Fall eine erneute Mahnung: Robuste Cybersicherheit und proaktive Bedrohungsanalyse sind essenziell, um sich gegen einen entschlossenen und allgegenwärtigen digitalen Gegner zu wappnen.

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