Pilnacek-Untersuchungsausschuss, Vorwürfe

Pilnacek-Untersuchungsausschuss: Neue Vorwürfe gegen Ermittler

12.02.2026 - 23:09:12

Der Untersuchungsausschuss deckt schwere Mängel bei der Sicherung und Auswertung von Pilnaceks Datenträgern auf. Der Fokus liegt nun auf möglichen Vertuschungen und politischer Einflussnahme nach dem Tod des Beamten.

Der Untersuchungsausschuss zur Causa Pilnacek hat mit der Befragung der Journalisten Peter Pilz und Erich Vogl neue brisante Details ans Licht gebracht. Im Zentrum standen der Umgang mit den Datenträgern des verstorbenen Justiz-Sektionschefs und massive Kritik an den Ermittlungsbehörden.

Während frühere Mord-Vermutungen zurückgewiesen wurden, rücken mögliche Vertuschungsversuche und schwere Pannen nach dem Tod in den Fokus. Die Aussagen erhöhen den Druck auf die damals zuständigen Beamten und politischen Akteure.

Laptop in Einkaufstüte, Festplatte mit Sobotka-Daten

Ein Kernpunkt war der Verbleib von Christian Pilnaceks Laptop. Journalist Erich Vogl schilderte, wie ihm das Gerät in einer Supermarkt-Tragetasche übergeben wurde. Zwar fand sich keine einzelne „Smoking Gun“, aber sensible Daten zu Verfahren um Ex-Kanzler Sebastian Kurz.

Peter Pilz ergänzte von einer „roten Festplatte“, die ihm zugespielt worden sein soll. Diese habe Daten aus dem Kabinett des damaligen Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka (ÖVP) enthalten.

Beide Zeugen übten scharfe Kritik: Die Behörden hätten kein Interesse an einer vollständigen Auswertung gezeigt. Pilz warf der Oberstaatsanwaltschaft Wien vor, Spuren zu verwischen, und nannte die Polizeiarbeit am Fundort „beängstigend schlecht“.

Fokus verschiebt sich: Von Mord zu politischer Einflussnahme

Peter Pilz distanzierte sich in seinem Statement klar von extremen Theorien. Ein „politisches Mordkomplott“ zu konstruieren, sei „völliger Unsinn“. Stattdessen lenkte er den Fokus auf das Geschehen nach dem Tod.

Sein Verdacht: Personen aus dem ÖVP-Umfeld könnten ein starkes Interesse daran gehabt haben, Pilnaceks Geräte schnell sicherzustellen. In diesem Zusammenhang fiel mehrfach der Name von Bundespolizeidirektor Michael Takacs. Dessen Rolle soll nun geklärt werden.

Die Frage lautet also nicht mehr primär nach der Todesursache, sondern nach möglicher politischer Einflussnahme auf die folgenden Ermittlungen.

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Turbulenter Vortag mit widersprüchlichen Zeugen

Die Befragungen folgten auf einen hitzigen Ausschusstag. Zwei Vertraute Pilnaceks, die ihn zuletzt lebend sahen, lieferten teils widersprüchliche Aussagen.

  • Eine Zeugin relativierte frühere Medienäußerungen und sprach von einem „total verrückten Abend“ mit aufkommenden Verschwörungstheorien.
  • Die andere hielt an ihrer Kritik an der offiziellen Todesursache fest und erwähnte Beratungsleistungen Pilnaceks für Sebastian Kurz.

Das Vorgehen der ÖVP-Fraktion gegenüber einer der Frauen sorgte für parteiübergreifende Kritik.

Was kommt als nächstes?

Der Ausschuss ist noch lange nicht am Ende. Die FPÖ hat eine neue Ladungsliste eingebracht. Erwartet werden weitere hochrangige Zeugen:

  • Die Witwe von Christian Pilnacek
  • Weitere Polizeibeamte vom Fundort
  • Niederösterreichs Landespolizeidirektor Franz Popp
  • Eine ehemalige Sobotka-Mitarbeiterin
  • Der IT-Techniker, der den Laptop ausgewertet hat

Die kommenden Wochen versprechen weitere Enthüllungen in einem Verfahren, das die österreichische Innenpolitik noch lange beschäftigen wird.

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