Pflege-Reform 2026: Mehr Kompetenzen für Demenz-Versorgung
01.01.2026 - 01:00:12Pflegekräfte übernehmen ab sofort ärztliche Aufgaben in der Demenzpflege. Das Gesetz zur Befugniserweiterung ist heute in Kraft getreten. Parallel arbeitet das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) an einem aktualisierten Expertenstandard, der im Herbst erscheinen soll. Zusammen markieren sie die größte Reform der Demenzpflege seit zehn Jahren.
Die unmittelbarste Veränderung betrifft die sogenannte Heilkundeübertragung. Qualifizierte Pflegefachkräfte – insbesondere mit Hochschulabschluss – dürfen nun in der Demenzversorgung eigenverantwortlich handeln. Sie können bestimmte therapeutische Maßnahmen im Diabetes-, Wund- oder Demenzmanagement einleiten, ohne erst einen Arzt konsultieren zu müssen.
Ziel ist es, die Versorgung für rund 1,8 Millionen Demenzkranke in Deutschland zu verbessern. Pflegekräfte erkennen durch ihre tägliche Nähe oft schneller, wenn sich der Zustand eines Patienten verändert. Die neuen Befugnisse sollen ihnen ermöglichen, direkt zu reagieren und so die Versorgungskontinuität zu sichern.
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Expertenstandard: Fokus auf Vielfalt und Migration
Während die neuen Kompetenzen schon gelten, steht die nächste große Neuerung bevor. Das DNQP aktualisiert den Expertenstandard „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“ und will ihn im Herbst veröffentlichen.
Die Neuauflage wird den Faktor Vielfalt stark in den Vordergrund rücken. Die Richtlinien sollen erstmals explizite Handlungsanweisungen für die kultursensible Pflege von Menschen mit Demenz und Migrationshintergrund enthalten. Auch die Bedürfnisse von Menschen mit geistiger Behinderung, die an Demenz erkranken, werden stärker berücksichtigt. Pflegeschulen müssen ihre Lehrpläne bereits jetzt anpassen.
Einheitliche Assistenzausbildung startet 2027
Ein dritter Reformpfeiler betrifft die Basis der Pflege. Ab 2027 löst die bundeseinheitliche Pflegefachassistenzausbildung die bisher 27 verschiedenen Landesregelungen ab. Die entscheidende Vorbereitungsphase beginnt in diesem Jahr.
Für die Demenzpflege ist das ein strategischer Gewinn. Künftig verfügen alle Pflegeassistenten über standardisiertes Grundwissen im Umgang mit Demenzerkrankten. Bisher variierten die Inhalte je nach Bundesland. Die Assistenten sollen qualifiziert Pflegefachkräfte bei der komplexen Beziehungsarbeit unterstützen – eine wichtige Basis, um Überforderung und Gewalt vorzubeugen.
Reaktionen: Positiv, aber mit Vorbehalten
Die Branche reagiert überwiegend positiv, aber vorsichtig. Die Reform wird als längst überfälliger Schritt zur Professionalisierung gewertet. Länder wie Schweden oder die Niederlande praktizieren solche Arbeitsteilungen bereits seit Jahren.
Berufsverbände weisen jedoch auf neue Haftungsrisiken hin, auf die die Ausbildung reagieren muss. Kritiker mahnen: Die besten Standards nützen wenig, wenn im Pflegealltag das Personal fehlt. Können die neuen Regeln unter dem bestehenden Druck überhaupt umgesetzt werden?
2026 wird zum Jahr der Umsetzung
Für das laufende Jahr steht die praktische Implementierung im Fokus. Bildungsträger müssen ihre Curricula anpassen. Mit Spannung wird der finale Expertenstandard im Herbst erwartet, der eine Welle von Fortbildungen in Pflegeeinrichtungen auslösen dürfte.
Langfristig ebnen die Maßnahmen den Weg für 2027. Dann startet die einheitliche Assistenzausbildung und möglicherweise ein weiterer Expertenstandard zum Thema „Delir“. Für Pflegekräfte beginnt eine Ära, in der ihre Expertise nicht nur gefordert, sondern auch gesetzlich gestärkt wird.
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