Panic-Passwort, Banken

Panic-Passwort: Banken erwägen Notfall-Code für Entführungen

28.01.2026 - 21:10:12

Finanzinstitute entwickeln geheime Panic-Passwörter für mobile Apps, um Kunden bei physischen Bedrohungen zu schützen und still Alarm auszulösen.

Banken entwickeln versteckte Notfall-Funktion für mobile Apps, um Kunden bei Raub oder Erpressung zu schützen. Hintergrund ist die rapide steigende Cyberkriminalität und eine jüngste Datenpanne mit 149 Millionen gestohlenen Zugangsdaten. Das Konzept soll Opfer in physischen Bedrohungssituationen schützen.

So funktioniert der versteckte Alarm

Das sogenannte Panic-Passwort oder Duress-Code ist ein zweites, vorher festgelegtes Passwort. Wird es eingegeben, öffnet sich die Banking-App scheinbar normal. Im Hintergrund jedoch löst es eine stille Alarmkaskade aus. Der Angreifer merkt davon nichts.

Vorgeschlagene Funktionen sind vielfältig: Die App könnte einen täuschend echten Decoy-Modus mit gefälschten, niedrigen Kontoständen starten. Alternativ werden alle folgenden Transaktionen heimlich zur Prüfung markiert und blockiert. Die direkteste Variante: Ein sofortiger, stiller Notruf geht an die Bank-Sicherheit und die Polizei – inklusive Standortdaten.

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Ziel ist es, eine gefährliche Situation zu deeskalieren, das Leben des Nutzers zu schützen und den Großteil des Vermögens zu sichern. Gleichzeitig wird eine Spur für die Ermittler gelegt.

Digitale Bedrohungen werden physisch

Der Druck für solche Innovationen wächst. Banken verzeichnen einen Anstieg hochsophistizierter Angriffe. Trojaner-Banking-Malware zum Stehlen von Zugangsdaten nahm 2024 deutlich zu. Früh 2025 meldeten die meisten Institute mehr Betrug mit gestohlenen Identitäten.

Klassische Sicherheitsmaßnahmen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Biometrie schützen vor digitalen Angriffen. Das Panic-Passwort adressiert eine andere, gewalttätigere Kriminalität an der Schnittstelle von digitaler und physischer Welt. Für Kriminelle ist das Smartphone längst der Schlüssel zum gesamten Nettovermögen einer Person.

Hürden bei der Umsetzung

Trotz jahrelanger Diskussionen und alter Patente für ähnliche Systeme an Geldautomaten ist die flächendeckende Einführung in Mobile Banking langsam. Die technischen und logistischen Hürden sind enorm.

Banken müssen ein narrensicheres System entwickeln, das versehentliche Aktivierung vermeidet, im Ernstfall aber sofort und effektiv reagiert. Die Kosten für Entwicklung und Betrieb der nötigen Sicherheitsinfrastruktur sind ein weiterer Hemmschuh.

Dennoch rüsten Banken auf. Die Bank of Ireland führte diesen Monat einen neuen 6-stelligen Passcode für ihre App ein. Solche Schritte zeigen den Trend zu robusteren Authentifizierungsmethoden. Die Frage ist: Reichen diese inkrementellen Updates – oder braucht es den Sprung zu Notfall-Codes?

Risiken und Zukunft der Banking-Sicherheit

Die Debatte dreht sich auch um Risiken. Besteht nicht erhöhte Gefahr für das Opfer, wenn der Täter misstrauisch wird oder den Code bemerkt? Jede Implementierung müsste absolut nahtlos und unerkennbar sein.

Die Zukunft der Mobile-Banking-Sicherheit liegt in KI-gestützter Bedrohungserkennung, hyperpersonalisierten Einstellungen und passwortfreier Authentifizierung. Experten sehen Potenzial, eine ausgeklügelte Duress-Funktion in solche Next-Gen-Plattformen zu integrieren. Eine KI könnte etwa das Nutzerverhalten während des Logins analysieren, um Zwangssituationen auch ohne separates Passwort zu erkennen.

Die Forderung nach umfassendem Schutz wird mit dem Anstieg digitaler Transaktionen weiter wachsen. Das Panic-Passwort ist noch kein Standard. Doch das Problem, das es lösen soll – Kunden in ihrer verletzlichsten Lage zu schützen – ist eine Herausforderung, der sich die Finanzbranche stellen muss.

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