OpenAI, Top-Managerin

OpenAI entlässt Top-Managerin vor umstrittener „Adult Mode“-Einführung

11.02.2026 - 17:25:12

Die Entlassung einer Sicherheitschefin fällt zeitlich mit internen Kontroversen um einen geplanten Modus für erotische KI-Inhalte zusammen und belastet das Unternehmensimage.

Die Entlassung einer hochrangigen Ethik-Managerin bei OpenAI wirft Fragen auf – und fällt zeitlich mit internen Kontroversen über einen geplanten „Adult Mode“ für ChatGPT zusammen. Die KI-Firma steht vor einem ethischen Spagat.

Ryan Beiermeister, Vice President of Product Policy, wurde im Januar entlassen. Der offizielle Grund: eine interne Beschwerde wegen angeblicher Geschlechterdiskriminierung. Die Managerin bestreitet die Vorwürfe entschieden. Ihr Ausscheiden fällt jedoch in eine heiße Phase: OpenAI plant, noch im ersten Quartal 2026 einen Modus für erotische Inhalte freizuschalten. Eine Entscheidung, die intern auf erheblichen Widerstand stößt.

Offizielle Begründung auf wackligen Füßen

OpenAI bestätigte die Trennung von Beiermeister Anfang Januar. Ein männlicher Kollege habe sich über sexuelle Diskriminierung beschwert. Die Managerin, die zuvor bei Meta und Palantir gearbeitet hatte, weist die Anschuldigung als „absolut falsch“ zurück. Das Unternehmen betont, die Entlassung stehe in keinem Zusammenhang mit inhaltlichen Bedenken, die sie in ihrer Rolle geäußert habe.

Doch genau diese Rolle macht den Fall brisant. Als Chefin der Produktpolitik war Beiermeister maßgeblich für die Sicherheitsregeln von ChatGPT verantwortlich. Ihr Team legte fest, was die KI generieren darf und was nicht. Ihre Entlassung kurz vor einem fundamentalen Kurswechsel wirft daher unangenehme Fragen auf.

Der umstrittene Plan: ChatGPT für Erwachsenen-Inhalte

Der Kurswechsel ist radikal. Bisher blockiert ChatGPT konsequent die Generierung erotischer oder sexueller Inhalte. Das soll sich bald ändern. Ein verifizierter „Adult Mode“ soll volljährigen Nutzern genau das ermöglichen.

OpenAI-CEO Sam Altman verteidigt den Schritt. Es gehe darum, „erwachsene Nutzer wie Erwachsene zu behandeln“. Fidji Simo, CEO of Applications, peilt eine Freigabe noch für dieses Frühjahr an. Hinter der strategischen Wende steht wohl der Druck, mit der rasant wachsenden Nutzerzahl auch neue Bedürfnisse zu bedienen – und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Interner Aufruhr: Sicherheitsbedenken werden ignoriert

Doch im Unternehmen regt sich Widerstand. Beiermeister gehörte zu jenen Mitarbeitern, die massive Sicherheitsbedenken äußerten. Konkret ging es um die Frage: Sind die technischen Schutzvorkehrungen robust genug, um zu verhindern, dass Minderjährige den Adult Mode nutzen?

Die Sorgen sind weit verbreitet. Auch interne Forscher, die die emotionale Bindung von Nutzern an KI-Chatbots untersuchen, warnen vor dem Feature. Selbst ein externer OpenAI-Beratungsrat für „Wohlbefinden und KI“ sprach sich gegen die Einführung aus. Die Kritiker fürchten psychische Schäden für vulnerable Nutzer und eine Trivialisierung intimer KI-Interaktionen.

Ein Scheideweg für die KI-Branche

Die Entlassung einer Sicherheits-Managerin vor einem derart umstrittenen Launch ist ein Imageschaden. Die Optik ist denkbar ungünstig: Wirkt es, als werde kritische Stimme zum Schweigen gebracht, während das Unternehmen in ethisch fragwürdige Gewässer segelt?

Die Branche beobachtet die Entwicklung genau. Ähnliche Fälle bei anderen Tech-Giganten haben gezeigt: Der Umgang mit interner Kritik ist zum Lackmustest für Unternehmenskultur geworden. Für OpenAI geht es nun darum, den Launch unter dem Mikroskop der Öffentlichkeit zu meistern. Gelingt die lückenlose Altersverifikation? Wie werden schädliche Inhalte moderiert?

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