Österreichs Wirtschaft: Aufschwung nach der Talsohle
16.02.2026 - 21:31:12Neue Daten zeigen eine Trendwende für Österreichs Konjunktur. Nach einer Phase der Stagnation hellen sich die Aussichten für 2026 deutlich auf. Getrieben von einer stark sinkenden Inflation und robuster Inlandsnachfrage erwarten führende Institute nun beschleunigtes Wachstum. Der Dienstleistungssektor treibt die Erholung an, während sich Industrie und Bau langsam stabilisieren.
Konjunkturindikatoren signalisieren Besserung
Aktuelle Indikatoren untermauern den Optimismus. Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator verbesserte sich im Jänner spürbar und kletterte auf minus 0,5 Punkte. Analysten werten dies als klares Zeichen: Die Talsohle ist durchschritten. Entscheidend stützt diese Einschätzung ein überraschend starker Inflationsrückgang. Zu Jahresbeginn fiel die Teuerung auf rund 2,0 Prozent.
Diese Entwicklung entlastet die privaten Haushalte direkt, stärkt die Kaufkraft und schafft Spielraum für mehr Konsum. Doch wie nachhaltig ist der Aufschwung? Experten mahnen, dass die Erholung auf unsicherem Fundament stehe. Geopolitische Unwägbarkeiten und eine verhaltene globale Nachfrage dämpfen die Erwartungen an einen stürmischen Aufschwung.
Prognosen: Wachstum zieht wieder an
Die Institute haben ihre Prognosen nach oben korrigiert. Für 2026 erwarten sie jetzt ein reales BIP-Wachstum von 1,0 bis 1,2 Prozent. Das wäre eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem verhaltenen Plus von 0,5 bis 0,6 Prozent im Vorjahr 2025. Für 2027 könnte die Dynamik sogar auf bis zu 1,5 Prozent zulegen.
Mehrere Faktoren tragen die Erholung:
* Privater Konsum: Profitiert direkt von der sinkenden Inflation.
* Investitionen: Die Kreditnachfrage der Unternehmen zieht wieder an – ein Signal für wachsende Investitionsbereitschaft.
* Öffentliche Hand: Stützt die Konjunktur durch anhaltende Ausgaben.
* Exporte: Stabilisieren sich nach einer Phase der Schwäche.
Inflation bricht überraschend ein
Die entscheidende positive Nachricht zu Jahresbeginn ist der drastische Rückgang der Inflationsrate. Im Jänner fiel sie auf rund 2,0 Prozent – im Dezember 2025 lag sie noch bei 3,8 Prozent. Hauptgrund sind statistische Basiseffekte, vor allem das Auslaufen der Strompreisbremse in der Berechnung. Sinkende Energiepreise trugen zusätzlich bei.
Die Folgen sind weitreichend: Die höhere reale Kaufkraft der Haushalte stärkt die Binnennachfrage, eine zentrale Säule der Wirtschaft. Einige Analysten senkten ihre Inflationsprognose für das Gesamtjahr 2026 bereits auf durchschnittlich 1,9 Prozent. Das verschafft auch der Europäischen Zentralbank (EZB) mehr Spielraum in der Geldpolitik.
Arbeitsmarkt hält sich robust
Der Arbeitsmarkt erwies sich in der Schwächephase als erstaunlich widerstandsfähig. Zwar stieg die Arbeitslosenquote zuletzt leicht auf 7,5 Prozent, doch Experten erwarten im Zuge der Erholung eine Trendwende. Für 2026 prognostizieren sie einen Rückgang auf 7,3 Prozent.
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Die Stabilisierung zeichnet sich bereits ab. Die anziehende Wirtschaftsdynamik dürfte ausreichen, um die Arbeitslosigkeit wieder zu senken. Allerdings bleibt die Lage gespalten: Während der Dienstleistungssektor positiv dynamisch ist, kämpft die Industrie mit schwacher Auslandsnachfrage und die Bauwirtschaft steckt weiter in der Krise.
Erholung bleibt verhalten und abhängig
Im internationalen Vergleich steht Österreich vor ähnlichen Herausforderungen wie andere europäische Volkswirtschaften. Die enge Verflechtung mit Deutschland, dessen Konjunktur sich ebenfalls nur langsam erholt, bleibt ein zentraler Faktor. Analysten beschreiben die aktuelle Phase daher als „kraftlosen“ oder „moderaten“ Aufschwung.
Für eine nachhaltige Festigung der Dynamik sind zwei Dinge entscheidend: eine Belebung der globalen Industrienachfrage und politische Maßnahmen, die Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit stärken. Weitere Aufschlüsse über die Nachhaltigkeit des Erholungskurses werden die nächsten Konjunkturprognosen von WIFO und IHS Ende März geben.
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