Pendlereuro, Jahreswechsel

Österreich verdreifacht Pendlereuro zum Jahreswechsel

01.01.2026 - 15:52:12

Die Pendlerpauschale in Österreich wird verdreifacht, finanziert durch den Wegfall des allgemeinen Klimabonus. Die Reform entlastet Autopendler, stößt aber auf Kritik von Umweltverbänden.

Ab heute steigt der Pendlereuro von zwei auf sechs Euro pro Kilometer. Die massive Erhöhung des steuerlichen Absetzbetrags soll Berufspendler entlasten, ersetzt aber gleichzeitig den bisherigen Klimabonus für alle. Während Autofahrerklubs die Neuregelung begrüßen, kritisieren Umweltverbände falsche Anreize.

Die Verdreifachung ist der Kern des neuen Budgetbegleitgesetzes. Für einen Pendler mit 40 Kilometern einfachem Arbeitsweg steigt der jährliche Absetzbetrag damit von 80 auf 240 Euro. Der Betrag wird direkt von der Steuerschuld abgezogen, sofern der Anspruch auf die Pendlerpauschale besteht.

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Klimabonus fällt ersatzlos weg

Die Finanzierung des erhöhten Pendlereuros hat einen politischen Preis: Die pauschale Auszahlung des Klimabonus an alle in Österreich lebenden Menschen entfällt. Die Regierung lenkt die Entlastung gezielt auf Berufstätige mit langen Anfahrtswegen.

Für Nicht-Erwerbstätige, Pensionisten oder Stadtbewohner mit kurzen Wegen bedeutet das einen Netto-Verlust. Gelder, die zuvor pro Kopf flossen, konzentrieren sich nun auf die pendelnde Bevölkerung. Der ARBÖ und ÖAMTC verteidigen den Schritt als überfällige Anpassung an gestiegene Mobilitätskosten.

VCÖ warnt vor falschen Signalen

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hält dagegen. Seine Analysen attestieren der Maßnahme eine kontraproduktive Wirkung für Klimaziele. Statt Nahverkehr oder kurze Wege zu fördern, subventioniere der Staat lange Autofahrten zur Arbeit nun stärker.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die soziale Schieflage:
* Der Absetzbetrag wirkt nur bei ausreichender Lohnsteuerlast voll. Geringverdiener profitieren oft weniger.
* Zwar wurde die Negativsteuer auf 750 Euro angehoben, doch für viele Teilzeitkräfte schließt das die Lücke zum weggefallenen Klimabonus nicht.

Ökonomen warnen zudem vor einem „Lock-in-Effekt“: Werden lange Strecken stark gefördert, sinkt der Anreiz, Wohnort oder Arbeitsplatz näher zusammenzubringen.

Was sich 2026 sonst noch ändert

Die Pendlerförderung ist nicht die einzige Neuerung im Mobilitätssektor:
* Die digitale Vignette löst die Klebevignette bis Jahresende ab.
* Bei der Normverbrauchsabgabe (NoVA) gelten neue Regeln für Export-Rückvergütungen.
* Dienstwagenfahrer können das Laden von E-Autos zu Hause mit rund 33 Cent pro Kilowattstunde steuerfrei erstattet bekommen.

Parallel dazu steigen die Grenzwerte der Lohnsteuertabelle, um die kalte Progression abzufedern.

Wem nutzt die Reform wirklich?

Die ersten Monate werden zeigen, wie die administrative Umstellung funktioniert und wie sich der Wegfall des Klimabonus auswirkt. Für den Einzelnen ist jetzt ein Kassensturz fällig: Kompensiert die höhere Steuerentlastung den fehlenden Bonus?

Fernpendler mit dem Auto dürften finanziell gewinnen. Für Öffi-Nutzer und Kurzstreckenpendler in Ballungsräumen startet das Jahr 2026 hingegen mit einer spürbaren Belastung. Die Debatte um eine „ökologischere“ Pendlerpauschale ist mit diesem Gesetz keineswegs beendet.

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