Österreich startet Offensive für Tourismus-Zukunft
06.02.2026 - 07:45:12Die Bundesregierung hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket für die Tourismusbranche beschlossen. Es soll Betriebe entlasten und den Standort langfristig stärken.
Kern des Pakets: Die neue „Vision T“
Bis Sommer 2026 entwickelt die Regierung eine neue nationale Tourismusstrategie. Diese „Vision T“ entsteht in Zusammenarbeit mit der Branche und soll als Leitfaden für künftige Entscheidungen dienen. Ab März diskutieren Fachleute in allen Bundesländern die Schwerpunkte Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Arbeitsmarkt.
Kampf gegen den Fachkräftemangel
Ein zentrales Problem ist der akute Personalmangel. Dagegen steuert die Regierung mit einer Imagekampagne und einem neuen Fonds an.
* „Team Tourismus“ heißt die Kampagne, die moderne Karrierechancen in der Branche bewerben soll.
* Ein Tourismusbeschäftigtenfonds mit 6,5 Millionen Euro jährlich finanziert Qualifizierungsmaßnahmen. Das Ziel: Mehr Ganzjahresarbeitsplätze schaffen und Mitarbeiter langfristig binden.
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Weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung
Die Betriebe sollen von administrativem Aufwand entlastet werden. Dafür modernisiert die Regierung die Beherbergungsstatistik und schafft die Grundlagen für ein digitales Gästeblatt. Auch die oft als veraltet kritisierten Preisauszeichnungsregeln sollen vereinfacht werden.
Betriebe sichern und international werben
Tausende Familienbetriebe stehen vor einem Generationswechsel. Das neue Qualifizierungsprogramm „NextGen4Austria“ will potenzielle Nachfolger auf die Unternehmensführung vorbereiten.
Gleichzeitig erhält die internationale Bewerbung Österreichs als Wintersportdestination einen Schub. Ein Sonderbudget von einer Million Euro soll die Präsenz rund um die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo verstärken.
Branche unter Druck trotz guter Zahlen
Der Tourismus ist mit einem Anteil von 14 Prozent an der Wirtschaftsleistung und über 567.000 Jobs ein Schlüsselsektor. Zwar verzeichnete die Branche 2025 mit 157,27 Millionen Nächtigungen ein stabiles Wachstum. Viele Betriebe leiden jedoch unter den massiv gestiegenen Kosten für Energie, Personal und Finanzierung.
Branchenvertreter begrüßen die Pläne als wichtiges Signal. Sie mahnen aber eine zügige Umsetzung in geltendes Recht an, damit die Entlastung auch bei den Betrieben ankommt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Politik mit ihren Maßnahmen das Tempo der Krise halten kann.


