AKTIEN, FOKUS

AKTIEN IM FOKUS: Nvidia weckt neue KI-Fantasie bei deutschen Chipwerten

23.09.2025 - 13:30:30

Nvidia US67066G1040 hat am Dienstag mit milliardenschweren Investitionen für gute Laune im deutschen Halbleitersektor gesorgt.

Der US-Chipkonzern will bis zu 100 Milliarden US-Dollar (rund 85 Mrd Euro) in den ChatGPT-Entwickler OpenAI stecken. Ein Händler sprach davon, dass damit neue Nachfrage rund um Künstliche Intelligenz (KI) entstehe.

Der deutsche Chipkonzern Infineon DE0006231004 gehörte mit einem Plus von 2,5 Prozent zur Spitzengruppe im Dax DE0008469008. Die Aktien kämpften sich zurück über die 200-Tage-Chartlinie, die als Indikator für den langfristigen Trend gilt. Von dem am Monatsanfang erreichten Tief seit Mai hat sich Infineon nun schon um rund zehn Prozent erholt.

Im MDax DE0008467416 war der Ausrüster für die Chipindustrie, Aixtron DE000A0WMPJ6, Favorit der Anleger und legte um 4,1 Prozent zu. Unter den Nebenwerten im SDax DE0009653386 zählten der Halbleiterzulieferer Suss Microtec DE000A1K0235, das Chipunternehmen Elmos DE0005677108 und der Waferhersteller Siltronic DE000WAF3001 zu den größten Gewinnern.

Bereits am Vortag kletterten die Nvidia-Aktien auf ein weiteres Rekordhoch bei 184,55 Dollar. In den vergangenen drei Jahren hatten die Papiere ihren Wert etwa verfünfzehnfacht. Der Tech-Riese möchte sich mit den hohen Investitionen in OpenAI einen Platz in dessen künftigen Rechenzentren für ChatGPT sichern. Der Chatbot löste mit der Veröffentlichung im November 2022 den Hype um Künstliche Intelligenz aus. Chips von Nvidia wurden zu einer Schlüsseltechnologie für KI.

"Mit noch größeren, leistungsfähigeren Rechenzentren könnte jetzt richtig Tempo in die Implementierung der Künstlichen Intelligenz in sämtliche Geschäftsbereiche kommen", kommentierte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. Das lasse mehr und mehr jene Stimmen verstummen, die vor fehlender Kursfantasie für die vermeintlich bereits viel zu hohen Bewertungen an der Börse warnen.

Bernstein-Analyst Stacy Rasgon verwies aber auf wachsende Sorgen, dass sich Nvidia mit seinen Investitionen im Kreis drehe - wenn diese letztlich nur wieder in Chips des Unternehmens selbst fließen würden. Dennoch sei eine Beschleunigung der KI-Investitionen voraussichtlich positiv für die gesamte Branche.

"Es zeichnet sich ein technologisches Wettrüsten zwischen den USA und China ab", stellte Marktbeobachter Andreas Lipkow fest. Wer in dieser Phase das meiste Geld in die Hände nehme und die beste Infrastruktur aufbaue, werde mittelfristig der Gewinner sein. "Davon können auch mittels Zweit- und Drittrundeneffekten einige europäische Technologiekonzerne wie beispielsweise Infineon, SAP DE0007164600 und ASML NL0010273215 profitieren", ergänzte Lipkow.

Am Dienstag stiegen die Anteilsscheine von Chipausrüster ASML NL0010273215 um 0,8 Prozent. Auch SAP-Aktien waren mit Kursgewinnen von 0,7 Prozent etwas unauffälliger. Laut Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets durchlaufe der Softwarekonzern eine Korrektur, genieße wegen der starken Nutzung von KI aber auch internationale Aufmerksamkeit. Wenn sich die Aktie wieder fange, könne sie sogar zur Triebfeder für den Gesamtmarkt werden.

Für einen kleinen Dämpfer sorgte dagegen ASM International NL0000334118. Der Halbleiterhersteller senkte anlässlich eines Kapitalmarkttags seine Prognose. Die Aktie büßte 1,1 Prozent ein. UBS-Analyst Francois-Xavier Bouvignies sieht das robuste Wachstum von ASM aber dennoch untermauert. Für 2027 sei der gekappte Ausblick rein währungsbedingt.

@ dpa.de

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