Nvidia: Speichermangel durch KI-Boom bedroht Grafikkarten-Produktion
16.01.2026 - 00:33:11Navi-GPUs werden knapp: Der KI-Hunger nach Hochleistungsspeichern lässt die Produktion von Gaming-Grafikkarten stocken. Nvidia dementiert zwar offizielle Produktionsstopps, doch Partner wie ASUS stellen Modelle wie die RTX 5070 Ti bereits ein. Der Konflikt zwischen KI- und Gamer-Markt spitzt sich zu.
Die Lage ist paradox: Während die Nachfrage nach Gaming-Grafikkarten der GeForce RTX-50-Serie hoch bleibt, fehlt es am nötigen High-Bandwidth-Memory (HBM). Dieser Hochleistungsspeicher wird auch für KI-Datencenter in riesigen Mengen benötigt. Tech-Giganten wie Google oder Microsoft sichern sich die Kapazitäten – zu Lasten der Consumer-Hardware. Nvidia räumte in einer Stellungnahme am Donnerstag „signifikante Lieferengpässe“ ein, bestritt aber das Ende spezifischer Modelle.
Doch die Praxis bei Partnern und Händlern sieht anders aus. Berichte deuten auf strategische Produktionsverschiebungen und unbestimmte Verschiebungen hin.
Der Konflikt wurde durch einen Bericht des Tech-Portals Hardware Unboxed vom 15. Januar offenkundig. Demnach hat Nvidias größter Add-in-Board-Partner (AIB) ASUS die Produktion der beliebten GeForce RTX 5070 Ti eingestellt. Das Modell wurde als „End-of-Life“-Produkt geführt. Auch die 16-GB-Version der RTX 5060 Ti sei nahezu ausgelaufen.
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Händler bestätigen: Es gebe schlicht keinen Nachschub mehr von den Partnern zu kaufen. Verbliebene Einheiten werden zu deutlich höheren Preisen gehandelt. Nvidias offizielle Dementi zu Produktionseinstellungen zeigt eine Kluft zwischen der Chip-Versorgung durch Nvidia und der Fähigkeit der Partner, den notwendigen Speicher für die Endmontage zu beschaffen.
Strategische Neuausrichtung: Nvidia priorisiert bestimmte Modelle
Analysen legen nahe, dass Nvidia die knappe Speicherversorgung strategisch lenkt. Laut dem Hongkonger Portal HKEPC konzentriert sich der Konzern nun auf Modelle mit bestimmten Speicherkonfigurationen. Priorität haben demnach die 8-GB-RTX-5060-Ti und die 16-GB-RTX-5080.
Modelle mit Speichervarianten, die schwerer zu beschaffen oder im aktuellen Umfeld weniger profitabel sind, werden zurückgefahren. Diese Neuausrichtung ist eine direkte Folge der explodierenden Speicherpreise. Sie zwingt Nvidia, Karten mit weniger VRAM zu priorisieren, um die Margen zu halten.
Die Knappheit wirkt sich auch auf die Produkt-Roadmap aus. Das heiß erwartete „SUPER“-Refresh der RTX-50-Serie, das viele für die CES 2026 erwartet hatten, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Dass Nvidia auf der Messe erstmals seit fünf Jahren keine neuen GPUs ankündigte, unterstrich diese Spekulationen.
Ausblick: Höhere Preise und längere Wartezeiten
Für Verbraucher bedeutet das: Die Verfügbarkeit von Grafikkarten mit viel VRAM bleibt weiterhin eingeschränkt, die Preise könnten steigen. Die Bestätigung der Speicher-Engpässe durch Nvidia und die Produktionsstopps bei Partnern lassen Modelle wie die RTX 5070 Ti zur Rarität werden.
Die Branche beobachtet nun, wie lange der Speichermangel anhält und wie Nvidia den gierigen KI-Markt mit seinem Kerngeschäft Gaming in Einklang bringt. Als Notlösung für den Mainstream-Markt erwog Nvidia Berichten zufolge sogar, die Produktion der älteren, aber immer noch populären RTX 3060 wieder aufzunehmen. Sie könnte Gamern eine übergangsweise, leistungsfähige Option bieten, während die Lieferkette für die neueste Generation unter Druck steht.
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