Nordsee-Gipfel in Hamburg will Europas grünes Kraftwerk beschleunigen
26.01.2026 - 06:27:12Staatschefs und Energieminister aus zehn Nordsee-Anrainerstaaten beraten heute in Hamburg über den Turbo für Offshore-Windkraft. Ihr Ziel: Die Nordsee soll Europas grünes Kraftwerk werden. Die Beschlüsse könnten auch die Strompreise in Österreich dämpfen.
Vom nationalen Projekt zur europäischen Kraftanstrengung
Auf Einladung von Bundeskanzler Friedrich Merz treffen sich Vertreter aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Luxemburg, den Niederlanden und Norwegen. Erstmals sind auch Island und die NATO dabei. Das Motto „From National to Regional“ ist Programm: Statt vieler einzelner nationaler Projekte soll der Ausbau von Windparks und Stromnetzen künftig eng koordiniert werden.
Die Initiative ist eine direkte Folge des Ukraine-Kriegs. Europa will seine Abhängigkeit von fossilen Importen rasch reduzieren. Bereits 2023 peilten die Staaten in Ostende an, bis 2050 bis zu 300 Gigawatt Offshore-Leistung in der Nordsee zu installieren – eine gewaltige Menge. Jetzt geht es in Hamburg um die konkrete Umsetzung.
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Drei Hebel für mehr Tempo und Sicherheit
Die Agenda des Gipfels konzentriert sich auf drei zentrale Punkte:
* Bessere Investitionsbedingungen: Die Branche fordert verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen, um privates Kapital anzulocken.
* Grenzüberschreitende Planung: Gemeinsame Projekte wie „Energie-Inseln“ und vernetzte Stromkabel sollen Synergien heben und Kosten senken.
* Schutz der Infrastruktur: Die Kooperation mit der NATO soll Pipelines, Unterseekabel und Windparks besser vor physischen und Cyber-Angriffen schützen.
Experten sehen in dieser vertieften Kooperation den Schlüssel, um Europas industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Nordsee könnte so zum weltweit größten Reservoir für saubere Energie werden.
Was der Gipfel für Österreichs Strompreis bedeutet
Auch wenn Österreich nicht am Tisch sitzt, sind die Ergebnisse relevant. Der österreichische Strompreis hängt eng am europäischen Großhandelsmarkt. Mehr günstiger Offshore-Windstrom im Netz könnte das Preisniveau senken, weil teure Gaskraftwerte seltener laufen müssten.
Zudem erhöht eine stärkere Vernetzung der Netze die Versorgungssicherheit in ganz Europa. Für die heimische Industrie ist auch das Thema grüner Wasserstoff aus der Nordsee strategisch wichtig. Er gilt als Schlüssel zur Dekarbonisierung von Branchen wie der Stahl- oder Chemieindustrie.
Der Weg von der Ankündigung zur Tat
Der Gipfel soll den Übergang von ehrgeizigen Zielen zur konkreten Umsetzung markieren. Erwartet wird eine gemeinsame Erklärung mit einem detaillierten Fahrplan für Projekte und regulatorische Anpassungen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die politischen Vereinbarungen schnell in nationale Gesetze und grenzüberschreitende Baustellen münden.
Gelingt das Vorhaben, wäre es ein gewaltiger Schritt für Europas Energieunabhängigkeit und Klimaziele. Scheitert es an der Umsetzung, bliebe die Nordsee nur ein Kraftwerk auf dem Papier.
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