NoAI-Bewegung, Umfrage

NoAI-Bewegung startet europaweite Umfrage zu KI-Training

20.01.2026 - 04:03:12

Eine Allianz aus Künstlern und Datenschützern erhebt Stimmungsbild zu Urheberrecht und Datenschutz in der KI-Entwicklung. Die Ergebnisse sollen die finale Ausgestaltung der EU-KI-Verordnung beeinflussen.

Eine breite Koalition startet heute eine europaweite Umfrage, um den Widerstand gegen die Nutzung geschützter Daten für KI-Training zu messen. Die Ergebnisse sollen direkt in die laufende Ausgestaltung der EU-KI-Verordnung einfließen.

Unter dem Banner der wachsenden „NoAI“-Bewegung hat eine breite Allianz aus Kreativschaffenden und Datenschützern eine großangelegte Befragung gestartet. Ziel ist es, ein detailliertes Stimmungsbild zur Nutzung von Urheberrechten und persönlichen Daten für das Training Künstlicher Intelligenz zu erhalten. Die Initiative kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Seit Mitte 2025 gelten in der EU bereits neue Transparenzpflichten für Anbieter von Basismodellen wie ChatGPT. Doch viele halten diese Regelungen für völlig unzureichend.

Transparenz allein reicht nicht

Seit August 2025 müssen KI-Firmen eine „hinreichend detaillierte Zusammenfassung“ ihrer Trainingsdaten offenlegen. Diese Pflicht aus dem EU AI Act, dem weltweit ersten umfassenden KI-Rechtsrahmen, soll Rechteinhabern ermöglichen, die Nutzung ihrer Werke nachzuvollziehen. Künstler, Autoren und Verlage kritisieren dies jedoch als bloßen Papiertiger. Sie fordern klare Lizenzmodelle, wirksame Opt-out-Möglichkeiten und strengere Kontrollen. Die NoAI-Bewegung speist sich aus der Sorge, dass kreative Werke ohne Zustimmung und Vergütung zur Grundlage milliardenschwerer KI-Systeme werden.

Die Umfrage soll nun systematisch erfassen, welche konkreten Regulierungsansätze die Betroffenen fordern. Im Fokus stehen verpflichtende Lizenzierungsmodelle, technische Schutzmaßnahmen und eine klare Kennzeichnung KI-generierter Inhalte. Die Skepsis in der Kreativbranche ist enorm. Besonders unter jüngeren Menschen ist die Ablehnung von KI in Kunst und Musik stark ausgeprägt.

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Datenschutz als zweiter großer Streitpunkt

Neben dem Urheberrecht ist der Datenschutz ein zentrales Anliegen der Initiative. Das massenhafte „Scraping“ von Daten aus dem Internet betrifft auch immense Mengen persönlicher Informationen aus sozialen Netzwerken. Bereits 2025 zeigten Umfragen, dass drei von vier Deutschen dies ablehnen und entweder eine ausdrückliche Einwilligung oder ein Verbot fordern.

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) setzt hier hohe Hürden. In der Praxis berufen sich Tech-Konzerne jedoch oft auf ein „berechtigtes Interesse“, um die Zustimmungspflicht zu umgehen – eine Praxis, die Aktivisten scharf kritisieren. Eine von der Organisation noyb in Auftrag gegebene Studie ergab 2025, dass nur 7 Prozent der befragten Meta-Nutzer der Nutzung ihrer Daten für KI-Training zustimmen würden. Die neue Umfrage knüpft an diese Besorgnis an.

Einfluss auf die finale Regulierung

Der Start der Befragung fällt in eine entscheidende Phase. Während die Grundregeln des AI Acts gelten, werden viele Details erst jetzt in Verhaltenskodizes konkretisiert. Die Ergebnisse könnten als starkes politisches Signal dienen, um den Druck auf die EU-Kommission zu erhöhen.

Analysten erwarten, dass sich durch die Transparenzpflichten ein neuer Markt für rechtssichere Trainingsdaten entwickelt. Die Compliance wird zum Wettbewerbsvorteil, denn bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Die Organisatoren planen, die aufbereiteten Daten im Frühjahr 2026 dem Europäischen Parlament und dem AI Office der Kommission vorzulegen. Die Umfrage ist ab sofort online zugänglich; die Teilnahmefrist endet am 28. Februar 2026. Die Bewegung will sicherstellen, dass die Stimme der Zivilgesellschaft beim Aufbau des europäischen KI-Ökosystems nicht überhört wird.

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