Newsletter-Marketing im Umbruch: Neue Regeln in UK und EU
07.02.2026 - 20:01:11Die Regeln für digitales Marketing und Newsletter-Einwilligungen verschärfen sich drastisch. Diese Woche setzten Großbritannien und die Europäische Union mit zwei wegweisenden Entscheidungen neue, globale Maßstäbe für die Unternehmens-Compliance. Für international agierende Firmen bedeutet das: Ihre Marketingstrategien müssen dringend auf den Prüfstand.
Britisches Datenschutzrecht wird verschärft
Seit dem 5. Februar gelten in Großbritannien zentrale Teile des neuen „Data (Use and Access) Act 2025“. Die Reform ändert das britische Datenschutzrecht grundlegend und zwingt alle Unternehmen auf dem UK-Markt, ihre Datenpraktiken zu überdenken. Eine Kernänderung ist die Einführung sogenannter „anerkannter berechtigter Interessen“. Diese erlauben unter gesetzlich definierten Umständen die Datenverarbeitung ohne individuelle Abwägung.
Für das E-Mail-Marketing besonders relevant: Wohltätige Organisationen profitieren von einer neuen „Soft-Opt-In“-Regel. Sie dürfen Unterstützer, die bereits Interesse bekundet haben, künftig einfacher werblich ansprechen. Kommerzielle Unternehmen müssen hingegen weiterhin die strengen Einwilligungsregeln beachten. Die Botschaft ist klar: Marketing-Teams brauchen tiefes Wissen der lokalen Gesetze, um im wichtigen britischen Markt Strafen zu vermeiden.
EU geht gegen TikTok vor – ein Signal an alle Plattformen
Fast zeitgleich schlug die EU-Kommission am 6. Februar zu. In vorläufigen Ergebnissen wirft sie TikTok vor, mit „süchtig machendem Design“ gegen den Digital Services Act (DSA) zu verstoßen. Konkret kritisiert Brüssel Funktionen wie den endlosen Scroll-Mechanismus, Autoplay und Push-Benachrichtigungen. Diese sollen Nutzer – besonders Minderjährige – zu exzessiver Nutzung verleiten.
Viele Aufsichtsbehörden verlangen jetzt eine schriftliche Risikoanalyse für datengetriebene Marketing- und Plattform-Funktionen. Fehlt eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA), drohen Prüfungen und Bußgelder. Der kostenfreie Leitfaden erklärt, wann eine DSFA nötig ist, welche Risiken gerade bei personalisierter Werbung und „süchtig machenden“ Designs zu dokumentieren sind und liefert sofort einsetzbare Vorlagen für Datenschutzbeauftragte und Marketing-Teams. Kostenlose DSFA-Anleitung herunterladen
Die Behörden monieren, TikTok habe die Risiken für die psychische Gesundheit nicht ausreichend bewertet. Bestätigen sich die Vorwürfe, drohen dem Mutterkonzern ByteDance Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Diese Untersuchung ist ein Paukenschlag: Sie definiert erstmals rechtlich, was „süchtig machendes Design“ ist – eine Warnung an alle Plattformen, die auf maximale Nutzerbindung setzen.
Globale Folgen für Newsletter und digitales Marketing
Was hat TikToks Design mit Newslettern zu tun? Sehr viel. Die EU-Untersuchung zeigt einen Paradigmenwechsel bei den Regulierern. Der Fokus verschiebt sich von der reinen Einwilligung hin zur Fairness der gesamten Nutzererfahrung. Prinzipien wie der Verzicht auf manipulative „Dark Patterns“ und die Wahrung der Nutzerautonomie werden zur zentralen Compliance-Pflicht.
Unternehmen müssen daher ihre Newsletter-Anmeldeprozesse kritisch prüfen: Setzen sie Nutzer unter Druck? Drängen sie zu einer schnellen Zustimmung? Die Kombination aus spezifischen nationalen Gesetzen wie dem britischen DUAA und umfassenden EU-Regeln wie dem DSA schafft ein komplexes internationalen Regelwerk. Künftig reicht der Nachweis einer Einwilligung nicht mehr aus. Die Methoden, mit denen sie gewonnen wurde, müssen fair und transparent sein.
Analyse: Vom Formular zur ganzheitlichen Nutzererfahrung
Die Ereignisse dieser Woche markieren eine klare Abkehr von rein formaler Compliance. Das Double-Opt-In bleibt wichtig, ist aber kein Freibrief mehr. Behörden bewerten zunehmend den gesamten Kontext der Nutzerinteraktion. Der Vorwurf gegen TikTok signalisiert: Geschäftsmodelle, die psychologische Schwächen ausnutzen, geraten ins Visier.
Für Unternehmen verschiebt sich die entscheidende Frage. Es geht nicht mehr nur um: „Haben wir eine Einwilligung?“ Sondern um: „Wie haben wir sie erhalten und ist unser gesamter Marketingprozess fair?“ Das erfordert eine engere Zusammenarbeit von Rechtsabteilung, Marketing und IT. Nur so kann die Nutzererfahrung von der ersten Anzeige bis zum Widerruf der Einwilligung den neuen, strengeren Ansprüchen genügen.
Ausblick: Mehr Kontrollen und proaktives Handeln ist nötig
Die Durchsetzung von Regeln wie dem DSA wird weltweit zunehmen. Die EU-Kommission deutete bereits an, dass andere große Plattformen folgen könnten. Zudem wird für das vierte Quartal 2026 ein neuer „Digital Fairness Act“ erwartet. Er soll die Regeln für personalisierte Werbung und digitale Abos weiter verschärfen.
Unternehmen sollten daher nicht auf weitere Bußgelder warten. Der Handlungsbedarf ist proaktiv. Internationale Marketingstrategien müssen jetzt überprüft werden. Dazu gehört eine detaillierte Analyse aller Kundenkontaktpunkte – von der Social-Media-Anzeige über den Newsletter-Anmeldeprozess bis zum einfachen Widerruf. Nur dieser ganzheitliche Ansatz hält mit der rasanten Entwicklung der globalen Marketing-Compliance Schritt und sichert langfristig das Verbrauchervertrauen.
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