Nepal, Telegram

Nepal blockiert Telegram hartnäckig wegen Finanzkriminalität

31.01.2026 - 09:26:11

Nepals Telekomaufsicht droht Internetanbietern mit Strafen, falls die Sperre der Messenger-App Telegram nicht vollständig umgesetzt wird. Grund sind schwere Vorwürfe illegaler Geldtransfers und Betrug.

Die nepalesische Telekommunikationsbehörde NTA verschärft den Druck auf Internetanbieter, um die Messenger-App Telegram dauerhaft zu sperren. Grund sind schwere Vorwürfe der Finanzkriminalität – ein deutlicher Kontrast zur wiederhergestellten Nutzung anderer Plattformen.

Regulator droht mit Strafen für Anbieter

Seit Juli 2025 ist Telegram in Nepal offiziell blockiert. Doch die Behörden mussten feststellen, dass der Dienst über manche Internetprovider noch erreichbar war. Am 29. Januar 2026 verschickte die NTA daher eine scharfe Warnung an alle Anbieter: Wer die Sperre nicht lückenlos umsetze, müsse mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Diese Nachschärfung unterstreicht, wie ernst die Regierung die Vorwürfe nimmt. Sicherheitsbehörden machen die App für illegale Geldtransfers, Krypto-Betrug und betrügerische Jobangebote verantwortlich.

Sonderfall in der Social-Media-Landschaft

Die Behandlung von Telegram fällt deutlich härter aus als bei anderen Plattformen. Nach den Anti-Korruptions-Protesten der „Gen Z“ im September 2025 hatte die Regierung vorübergehend den Zugang zu 26 Diensten wie Facebook, X und YouTube gesperrt. Diese Sperren wurden bis Ende 2025 aufgehoben, nachdem die Mutterkonzerne sich registriert und lokale Verbindungsbüros eingerichtet hatten. Selbst TikTok, das bereits 2023 gebannt worden war, durfte nach regulatorischer Kooperation im August 2024 zurückkehren.

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Bei Telegram geht es jedoch nicht primär um Inhaltsmoderation. Ein hochrangiges Komitee zur Geldwäschebekämpfung unter dem Dach des Premierministeramts empfahl die Sperre, weil die App als Hauptkanal für Finanzdelikte identifiziert wurde, die das nationale Bankensystem umgehen. Die Verschlüsselung und Anonymität, die den Messenger beliebt machen, würden ihn für kriminelle Netzwerke attraktiv machen.

Verhandlungen und Vorwürfe im Raum

Trotz der harten Linie gibt es Bewegung. Medienberichten zufolge haben sich in dieser Woche Vertreter von Telegram an das nepalesische Kommunikationsministerium gewandt, um über eine Registrierung zu sprechen. Aus der Branche heißt es, das Unternehmen zeige sich überrascht von den Vorwürfen und betone seine Bereitschaft, betrügerische Inhalte zu entfernen.

Die Regierung bleibt skeptisch. Das Ministerium signalisierte, dass eine reine Registrierung nicht ausreiche, wenn keine wirksamen Mechanismen zur Bekämpfung finanzieller Straftaten etabliert würden. Jede Plattform müsse sich an die lokalen Gesetze halten, die eine lokale Anlaufstelle für Beschwerden und die Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden vorschreiben.

Hintergrund: Eine Flut von digitalem Betrug

Die beharrliche Haltung der Behörden speist sich aus einer Welle digitaler Kriminalität mit realen wirtschaftlichen Folgen für Nepal. Die Polizei beobachtet klare Muster:

  • Illegale Krypto-Geschäfte: Da Kryptohandel in Nepal verboten ist, werden Deals über verschlüsselte Kanäle abgewickelt, die oft in Betrug enden.
  • „Hundi“-Transfers: Über Telegram sollen illegale Geldüberweisungen organisiert werden, die dem Staat Steuereinnahmen entziehen und den Bankensektor untergraben.
  • Phishing und Job-Betrug: Kriminelle geben sich als ausländische Arbeitgeber aus und fordern von ahnungslosen Jobsuchenden „Visagebühren“.

Die NTA hält an der Sperre fest, solange diese Risiken nicht wirksam eingedämmt sind. Sie folgt damit einem globalen Trend, bei dem Staaten von verschlüsselten Messengern mehr Verantwortung im Kampf gegen Kriminalität einfordern.

Kritik von Menschenrechtsorganisationen

Die Maßnahme stößt auf scharfe Kritik von Digital- und Menschenrechtsgruppen. Die Organisation Freedom Forum in Nepal bezeichnet das pauschale Verbot als unverhältnismäßig. Es verletze die Meinungsfreiheit und den Informationszugang. Statt eine gesamte Kommunikationsplattform zu sperren, solle die Regierung einzelne Straftäter verfolgen, argumentiert deren Vertreter Taranath Dahal. Auch die internationale #KeepItOn-Koalition warnt vor den Folgen: Solche Sperren schadeten der Wirtschaft und isolierten Bürger von der globalen digitalen Gemeinschaft.

Ausblick: Kooperation als Schlüssel

Die Lage bleibt festgefahren. Zwar hat das Kommunikationsministerium die Tür für eine Registrierung von Telegram offengelassen. Die spezifischen Vorwürfe der Finanzkriminalität machen eine Rückkehr aber komplizierter. Beobachter meinen, die Plattform müsse wahrscheinlich konkrete Schritte zur Unterbindung des Missbrauchs vorlegen und eng mit Nepals Finanzermittlern zusammenarbeiten.

Die NTA rät Bürgern eindringlich, wachsam gegenüber Online-Betrug zu sein und nur autorisierte Bankkanäle für Geldgeschäfte zu nutzen. Die Nutzung von VPNs zur Umgehung der Sperre könne ebenfalls Aufmerksamkeit erregen. Die konsequente Durchsetzung zeigt: In Nepal hat die finanzielle Sicherheit und regulatorische Compliance aktuell Vorrang vor uneingeschränktem digitalem Zugang.

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