Nahrungsergänzungsmittel: Neue EU-Regeln sollen Verbraucher schützen
12.02.2026 - 22:32:12Der Markt für Vitamine und Mineralstoffe boomt, doch Kontrollen offenbaren alarmierende Risiken. Eine neue EU-Regelung für Höchstmengen ab 2026 soll jetzt für mehr Sicherheit sorgen.
Millionen Deutsche greifen täglich zu Pillen und Pulvern, um ihre Gesundheit zu fördern. Der Umsatz mit diesen Produkten erreicht hierzulande jährlich Milliardenhöhen. Doch der Boom hat eine Schattenseite: Viele Präparate sind verunreinigt, überdosiert oder enthalten illegale Substanzen. Aktuelle Kontrollergebnisse und eine bevorstehende EU-weite Harmonisierung bringen die Gefahren nun deutlich ans Licht.
Alarmfund: Quecksilber in Online-Bestellungen
Eine kürzliche Stichprobe in Österreich wirft ein grelles Schlaglicht auf die Missstände. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) untersuchte 50 Nahrungsergänzungsmittel, die online aus Nicht-EU-Ländern bestellt wurden. Das Ergebnis ist erschreckend: 44 Prozent der Produkte waren beanstandungswürdig.
Die Experten fanden nicht zugelassene neuartige Lebensmittel und sogar gesundheitsgefährdende Stoffe wie Quecksilber. Solche Funde sind kein Einzelfall. Verbraucherzentralen warnen regelmäßig vor Präparaten mit gefährlichen Inhaltsstoffen. Besonders riskant sind Online-Käufe aus dem Ausland, die europäischen Sicherheitsstandards oft nicht genügen.
Zu den häufig entdeckten problematischen Substanzen zählen:
* Synephrin: In Kombination mit Koffein kann es zu Herzschäden führen.
* Dimethylaminoethanol (DMAE): Es kann Muskelverspannungen und Schlaflosigkeit auslösen.
Wann sind Ergänzungen wirklich sinnvoll?
Trotz der Risiken können Nahrungsergänzungsmittel für bestimmte Gruppen notwendig sein. Ein Mangel sollte aber immer ärztlich diagnostiziert werden. Für gesunde Menschen mit ausgewogener Ernährung sind sie meist überflüssig.
Experten sehen einen Nutzen vor allem in drei Fällen:
* Vitamin D: Vor allem für ältere Menschen oder Personen, die sich kaum im Freien aufhalten, kann eine Supplementierung in den sonnenarmen Monaten sinnvoll sein.
* Folsäure: Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren wird die Einnahme empfohlen, um das Risiko von Fehlbildungen beim Ungeborenen zu senken.
* Vitamin B12: Menschen mit veganer Ernährung benötigen eine zuverlässige Zufuhr, da das Vitamin fast ausschließlich in tierischen Produkten vorkommt.
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Eine unkontrollierte, hochdosierte Einnahme birgt dagegen das Risiko einer Überversorgung – die ebenfalls gesundheitsschädlich sein kann.
EU plant verbindliche Höchstmengen ab 2026
Als Reaktion auf die Gefahren plant die Europäische Union einen großen Schritt: Ab 2026 sollen verbindliche EU-weite Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln gelten. Diese lang erwartete Harmonisierung soll die bisherigen, national sehr unterschiedlichen Regelungen ersetzen.
Reguliert werden sollen unter anderem kritische Nährstoffe wie:
* Selen
* Folsäure
* Vitamin B6
* Vitamin D
Auch für bestimmte Pflanzenstoffe wie Monacolin K aus Rotschimmelreis werden Mengenbeschränkungen erwartet. Dieser Stoff ähnelt einem verschreibungspflichtigen Cholesterinsenker – die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) konnte dafür keine sichere Tagesdosis festlegen.
Worauf Verbraucher jetzt achten sollten
Bis die neuen EU-Regeln in Kraft treten, bleibt Vorsicht geboten. Experten raten, die Werbeversprechen gerade bei Online-Anbietern kritisch zu hinterfragen. Diese Punkte sollten Verbraucher beachten:
- Immer ärztlichen Rat einholen, bevor Supplemente eingenommen werden.
- Besondere Vorsicht bei Online-Käufen außerhalb der EU.
- Die empfohlene Tagesdosis niemals überschreiten.
- Klar sein: Pillen und Pulver sind kein Ersatz für eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung.
Die geplanten Höchstmengen sind ein wichtiger Schritt für mehr Verbraucherschutz. Sie sollen helfen, den unübersichtlichen Markt endlich sicherer zu machen.
@ boerse-global.de
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