München, Mietobergrenzen

München hebt Mietobergrenzen für Sozialleistungen an

10.02.2026 - 00:25:12

München passt die als angemessen geltenden Mieten für Bürgergeld- und Sozialhilfeempfänger an die Marktrealität an. Die neuen Richtwerte bieten mehr Spielraum, stoßen aber an Grenzen.

Seit Januar gelten in München höhere Mietobergrenzen für Bürgergeld- und Sozialhilfeempfänger. Die Stadt reagiert damit auf die explodierenden Mieten.

Die neuen Richtwerte sollen die als „angemessen“ geltenden Wohnkosten an die Realität des teuersten deutschen Wohnungsmarktes anpassen. Betroffen sind Leistungsbezieher nach SGB II (Bürgergeld) und SGB XII (Sozialhilfe). Sie erhalten damit einen etwas größeren finanziellen Spielraum bei der Wohnungssuche.

Das kosten Wohnungen in München jetzt offiziell

Die Stadt legt fest, welche Bruttokaltmiete sie für verschiedene Haushaltsgrößen maximal übernimmt. Heiz- und Warmwasserkosten werden separat anerkannt.

Seit dem 1. Januar 2026 gelten diese Obergrenzen:

  • Eine Person (bis 50 m²): 911 Euro
  • Zwei Personen (bis 65 m²): 1.108 Euro
  • Drei Personen (bis 75 m²): 1.286 Euro
  • Vier Personen (bis 90 m²): 1.569 Euro
  • Fünf Personen (bis 105 m²): 1.939 Euro
  • Sechs Personen (bis 120 m²): 2.188 Euro

Für jede weitere Person im Haushalt kommen 15 Quadratmeter und 310 Euro hinzu. Liegt die Miete darüber, müssen Betroffene meist zuzahlen oder eine günstigere Wohnung suchen.

Ein notwendiger Schritt in der Krise

Die Anpassung ist gesetzlich vorgeschrieben: Kommunen müssen ihre Richtwerte regelmäßig an den lokalen Mietspiegel anpassen. In München mit seinem chronischen Wohnungsmangel ist das besonders dringlich.

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Die neuen Werte basieren auf der jüngsten Mietpreisentwicklung. Sie sollen verhindern, dass Sozialleistungsempfänger komplett vom Wohnungsmarkt verdrängt werden. Für viele ist die Anhebung existenziell – sie vergrößert den Pool an potenziell bewilligungsfähigen Wohnungen.

Doch reicht das? Experten bezweifeln, dass die neuen Grenzen die Marktrealität wirklich abbilden. Die durchschnittlichen Angebotsmieten liegen oft noch deutlich höher. Besonders Singles und kleine Familien stehen vor einer fast unlösbaren Aufgabe: eine Wohnung zu finden, die bezahlbar ist und den behördlichen Vorgaben entspricht.

Ein Tropfen auf den heißen Stein

Die Anpassung lindert Symptome, bekämpft aber nicht die Ursache. Die grundlegende Herausforderung bleibt: München hat zu wenig bezahlbaren Wohnraum.

Solange das Angebot nicht massiv ausgebaut wird, wird der Druck weiter steigen. Prognosen sagen auch für die kommenden Jahre steigende Mieten voraus. Die jetzt beschlossenen Obergrenzen könnten daher schneller überholt sein, als der Stadt lieb ist.

Bis langfristige Lösungen wie mehr geförderter Wohnungsbau greifen, bleibt die regelmäßige Anpassung dieser Richtwerte das wichtigste Instrument. Es entscheidet darüber, ob Tausende Menschen in München überhaupt eine bezahlbare Bleibe finden.

@ boerse-global.de