Mittelstand warnt vor Vertrauensverlust in die Politik
08.02.2026 - 15:54:12Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) fordert in einem scharfen Appell eine wirtschaftliche Wende. Hintergrund ist das schwindende Vertrauen der Unternehmen angesichts von Reformstau, Bürokratie und hohen Kosten.
Alarmruf des Mittelstands: „Politik muss Chefsache werden“
In einem offenen Brief an die Bundesregierung macht der BVMW die tiefe Vertrauenskrise deutlich. Der Verband kritisiert die bisherige Wirtschaftspolitik als unzureichend und fordert, die Mittelstandspolitik zur Chefsache zu erklären. Diese Forderung findet breiten Anklang in der Unternehmerschaft. Die Kritikpunkte sind vielfältig: komplexe Verwaltungsprozesse, mangelnde Digitalisierung der Behörden, hohe Energiekosten und ein anhaltender Fachkräftemangel.
Analysen bestätigen diese Wahrnehmung. Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) kam zu dem Ergebnis, dass übermäßige Bürokratie das Wachstum erstickt. Der öffentliche Sektor wird demnach zunehmend als Standortschwäche wahrgenommen. Der Frust über den „Bürokratie-Wahnsinn“ bindet wertvolle Ressourcen, die eigentlich in Innovation fließen sollten.
Zwei große Bremsklötze: Bürokratie und Energiepreise
Im Zentrum der Kritik stehen zwei dauerhafte Belastungsfaktoren. Unternehmer beklagen langwierige Genehmigungsverfahren, die Investitionen hemmen und Planungsunsicherheit erhöhen. Die mangelnde Digitalisierung in der Verwaltung verschärft dieses Problem zusätzlich.
Bei den Energiekosten hat die Bundesregierung zwar reagiert. Seit dem 1. Januar 2026 sollen Entlastungen in Höhe von rund 10 Milliarden Euro wirken. Zudem ist eine dauerhafte Senkung der Stromsteuer für die Industrie vorgesehen. Doch bleibt abzuwarten, ob diese Maßnahmen ausreichen. Besonders energieintensive Branchen leiden weiter unter den im internationalen Vergleich hohen Preisen. Die Sorge bleibt, dass die Entlastungen nicht tiefgreifend genug sind.
Reformen der Politik: Zu wenig, zu spät?
Die Politik ist sich der Problematik bewusst. Mit dem „Wachstumschancengesetz“ versuchte sie, erste Impulse für mehr Investitionen zu setzen. Das Gesetz beinhaltet verbesserte Abschreibungsbedingungen und eine Stärkung der Forschungsförderung.
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Darüber hinaus plant die Regierung weitere Schritte. Ein „Standortfördergesetz“ soll private Investitionen erleichtern. Auch eine schrittweise Senkung der Körperschaftssteuer ab 2028 ist im Gespräch. Kritiker aus Wirtschaft und Opposition bemängeln jedoch, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen. Sie fordern eine umfassendere „Wirtschaftswende“ mit einem Sofortprogramm für schnellere und weitreichendere Entlastungen.
Deutschland am Scheideweg: Stagnation oder Aufbruch?
Die deutschen Unternehmen warten nicht länger ab. Sie fordern mit wachsendem Nachdruck planbare und verlässliche Rahmenbedingungen. Die Konjunkturprognosen deuten zwar auf ein langsames Anziehen der Wirtschaftsleistung in den kommenden zwei Jahren hin. Ein robuster Aufschwung ist jedoch nicht in Sicht.
Der Erfolg des Standorts Deutschland wird maßgeblich davon abhängen, ob es der Politik gelingt, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Dies erfordert einen mutigen Abbau von Bürokratie, eine nachhaltige Lösung für die Energiekosten und eine klare Langfriststrategie. Die aktuelle Debatte ist mehr als ein Stimmungsbild – sie ist eine grundlegende Auseinandersetzung über die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.
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