Mittelstand, Nachfolgekrise

Mittelstand vor Nachfolgekrise: 114.000 Betriebsaufgaben jährlich

15.02.2026 - 14:30:12

Das KfW-Nachfolge-Monitoring zeigt: Jährlich geben 114.000 Mittelständler ihren Betrieb auf. Demografischer Druck, hohe Kaufpreise und Bürokratie gefährden Deutschlands Wirtschaftsstruktur massiv.

Nachfolgekrise im Mittelstand: Jährlich drohen 114.000 Betriebsaufgaben.

Hintergrund: Neue Zahlen des KfW-Reports

Die Ergebnisse des KfW-Nachfolge-Monitorings Mittelstand 2025, veröffentlicht am 9. Januar 2026, zeigen eine deutlich verschärfte Lage. Demnach planen 569.000 Inhaberinnen und Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen, bis Ende 2029 den Betrieb ganz aufzugeben. Das entspricht rund 114.000 Betriebsaufgaben pro Jahr und steht im Kontrast zu 545.000 gemeldeten Nachfolgen. Die Zahlen beruhen auf aktueller Datengrundlage bis Januar 2026.

Warum die Entwicklung wichtig ist

Für Deutschland und die EU bedeutet der Trend eine wachsende Lücke in der Wirtschaftsstruktur. Wenn Unternehmen nicht weitergegeben werden, geht wertvolles Know-how verloren und regionale Wertketten drohen zu bröckeln. Experten warnen, dass der Mittelstand Arbeitsplätze und Steuereinnahmen sichern muss.

Ursachen: Preisvorstellungen und Bürokratie belasten den Markt

Hauptgründe sind unrealistische Preisvorstellungen und eine zunehmende Bürokratiebelastung. Der durchschnittliche Preis für einen mittleren Betrieb liegt bei rund 499.000 Euro, real betrachtet fast 10 Prozent höher als 2019. Und 42 Prozent der Gründerinnen und Gründer nennen zu viel Bürokratie als Hauptgrund für eine Betriebsschließung.

Demografie als Treiber des Wandels

Der demografische Druck treibt die Entwicklung voran: Mehr als die Hälfte der Eigentümerinnen und Eigentümer ist 55 Jahre oder älter. Mit über zwei Millionen Inhaberinnen und Inhabern in dieser Altersgruppe dürfte der Generationswechsel bald massiver werden. Der DIHK warnt, dass bis zu 250.000 Betriebe in den nächsten zehn Jahren verschwinden könnten, besonders in Gastronomie, Handel und Transport.

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Politik und Ausblick: Wege aus der Krise

Politisch wird um Lösungen gerungen: Nach der Bundestagswahl 2025 wächst der Druck, Nachfolgen attraktiver zu gestalten. Kritiker fordern eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmensnachfolge statt einzelner Förderprogramme für Neugründungen. Man prüft auch steuerliche Anreize für Übernahmen und eine spürbare Vereinfachung der Regularien. Wirtschaftspolitiker rechnen damit, dass die Maßnahmen erst mittelfristig wirken.

Ausblick: Was kommt als Nächstes?

Die Zahlen deuten darauf hin, dass der Mittelstand ohne Kurskorrektur weiter schrumpft. Ob Politik und Kreditgeber schnelle, praktikable Lösungen liefern, bleibt abzuwarten.

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