Mit Beginn des neuen Jahres hat Bulgarien den Lew durch den Euro ersetzt.
01.01.2026 - 17:35:03Bulgarien sagt Tschüss zum Lew und Hallo zum Euro
Der Balkanstaat ist damit das 21. EU-Land, in dem die Gemeinschaftswährung das offizielle Zahlungsmittel ist. Der Euro ist außerhalb der Europäischen Union auch in einigen Kleinstaaten wie Andorra, Monaco, San Marino oder Vatikanstadt durch Abkommen offizielles Zahlungsmittel. Zudem haben Montenegro und Kosovo für sich selbst beschlossen, den Euro als Währung zu nutzen.
Die Gemeinschaftswährung werde dem Tourismus helfen sowie bulgarischen Herstellern den Handel mit Europa und der Welt erleichtern, wie das bulgarische Finanzministerium und die Nationalbank BNB bereits zuvor erklärt hatten.
Auch für Urlauber wird vieles einfacher: Geldwechsel und zusätzliche Gebühren entfallen, Preise lassen sich einfacher vergleichen und Kartenzahlungen werden unkomplizierter. Der feste Umrechnungskurs liegt bei 1,95583 Lew pro Euro - exakt derselbe, zu dem einst die D-Mark in den Euro überging.
Doch viele Menschen in Bulgarien bezweifeln, dass der Euro ihnen nutzen wird. Die Sorge ist groß, dass mit der Währungsumstellung die Preise in dem Balkanland, das zu den ärmsten der EU zählt, steigen werden und der Euro sich als "Teuro" entpuppen wird. Und nicht wenige befürchten, dass Bulgarien einen Teil seiner Unabhängigkeit aufgeben muss.
Staatspräsident Rumen Radew bemängelte in seiner Neujahrsansprache, dass es zur Euro-Einführung ein Referendum hätte geben sollen. "Doch die Regierenden wollten die Bürger nicht hören", kritisierte Radew in seiner im Staatsfernsehen übertragenen Ansprache. Ein entsprechender Antrag Radews war von der prowestlichen Parlamentsmehrheit abgelehnt worden.
Die Europäische Zentralbank (EZB) weist ihrerseits auf die Vorteile einer Zugehörigkeit zur Eurozone hin. EZB-Präsidentin Christine Lagarde als Europas oberste Währungshüterin verspricht den Bulgaren Wohlstand und Sicherheit. Und sie betont am Tag des Beitritts: "Der Euro ist ein starkes Symbol dafür, was Europa erreichen kann, wenn wir zusammenarbeiten, und für die gemeinsamen Werte und die kollektive Stärke, die wir nutzen können, um die globale geopolitische Unsicherheit zu bewältigen, mit der wir derzeit konfrontiert sind."

