Mietervereinigung Wien holt 2,6 Millionen Euro zurück
18.01.2026 - 06:04:12Die Mietervereinigung Wien hat für ihre Mitglieder im vergangenen Jahr mehr als 2,6 Millionen Euro an zu viel gezahlten Mieten und Betriebskosten erstritten. Die Organisation führte über 20.000 Einzelberatungen durch und unterstreicht damit die anhaltenden Probleme auf dem Wiener Wohnungsmarkt.
Beratungsnachfrage bleibt extrem hoch
Die Experten der MVÖ führten 2025 insgesamt 20.271 wohnrechtliche Beratungen durch. Die Hälfte davon fand persönlich statt, die andere Hälfte telefonisch oder online. Diese konstant hohe Zahl zeigt den massiven Bedarf an rechtlicher Unterstützung für Mieter.
Die erstrittenen Beträge gehen vollständig an die Mitglieder. Die Verfahrenskosten deckt die Vereinigung über die Mitgliedsbeiträge.
Miete und Betriebskosten sind die großen Streitthemen
Ein Drittel aller rechtlichen Schritte drehte sich um überhöhte Mieten oder fehlerhafte Betriebskostenabrechnungen. „Es lohnt sich für Mieter, Verträge und Abrechnungen prüfen zu lassen“, sagt Elke Hanel-Torsch, Vorsitzende der MVÖ Wien.
Weitere Schwerpunkte der Arbeit waren:
* Durchsetzung von Reparaturen (15 % der Fälle)
* Rückforderung von Kautionen (8 %)
* Klärung von Wertsicherungsklauseln
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So funktioniert die erfolgreiche Rückforderung
Für betroffene Mieter beginnt alles mit einer Beratung. Oft reicht schon der erste Kontakt der Juristen zum Vermieter für eine außergerichtliche Einigung. Klappt das nicht, zieht die Vereinigung vor die Schlichtungsstelle oder vor Gericht.
Die Erfolgsbilanz der letzten Jahre ist konstant:
* 2024: über 2,7 Millionen Euro Rückforderung
* 2022: sogar über 3 Millionen Euro
Diese Zahlen deuten auf ein systemisches Problem hin, besonders im komplexen Altbau-Segment.
Komplexes Recht begünstigt Fehler
Der Wiener Wohnungsmarkt ist für Laien kaum zu durchschauen. Das Mietrechtsgesetz (MRG) mit seinen verschiedenen Regelungen für Alt- und Neubau bietet viel Raum für fehlerhafte oder überhöhte Forderungen. Experten stellen regelmäßig falsche Berechnungen fest.
Ohne professionelle Hilfe wie von der Mietervereinigung oder der städtischen MieterHilfe wären viele Mieter finanziell chancenlos.
Reformforderungen und angespannter Markt
Die durchschnittliche Miete in Österreich knackte 2025 erstmals die 10-Euro-pro-Quadratmeter-Marke. Angesichts steigender Kosten wird der Beratungsbedarf hoch bleiben.
Mietervertreter fordern deshalb seit langem eine Vereinfachung und Reform des Mietrechts. Sie wollen mehr Transparenz, besseren Schutz vor überhöhten Forderungen und ein für alle verständliches Gesetz. Die jährliche Bilanz der Mietervereinigung bleibt ein wichtiger Gradmesser für die wohnpolitische Lage in Wien.
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