Microsoft zwingt Mittelstand zu teureren Cloud-Paketen
05.02.2026 - 19:43:12Ab 2026 stellt der Software-Riese den Verkauf günstiger Einzellizenzen für OneDrive und SharePoint ein. Tausende deutsche Unternehmen müssen auf teurere Microsoft-365-Bundles umsteigen – mit massiven Kostenfolgen.
Strategischer Schwenk trifft KMU ins Mark
Microsoft beendet eine Ära für budgetbewusste Firmen. Ab Mitte 2026 werden die eigenständigen Pläne SharePoint Online Plan 1/2 und OneDrive for Business Plan 1/2 nicht mehr neu verkauft. Diese Tarife boten bisher Cloud-Speicher und Kollaborations-Tools schon für rund fünf Euro pro Nutzer und Monat – ohne das komplette Office-Paket.
Das Unternehmen begründet den Schritt mit geringer Nachfrage und „nicht standardmäßiger Nutzung“. Gemeint ist wohl die Praxis vieler Firmen, die Pläne primär als preiswerten Massenspeicher zu missbrauchen. Der wahre Grund dürfte jedoch woanders liegen: Microsoft forciert den Umstieg auf die umsatzstärkeren Microsoft 365-Suites. Für den Mittelstand bedeutet das eine erzwungene Digitalisierung auf Kosten der IT-Budgets.
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Zeitplan: Drei Jahre zur Umstellung
Microsoft setzt auf einen gestreckten Fahrplan, der Planungssicherheit suggerieren soll. Die wichtigsten Meilensteine:
- Ab 1. Juni 2026: Keine neuen Abos für Einzelpläne mehr.
- Bis Januar 2027: Bestandskunden können Verträge noch verlängern.
- Dezember 2029: Endgültige Abschaltung der Standalone-Dienste.
Bis dahin muss jeder Nutzer migriert sein. Ein Trost: Bestehende Kunden erleben vorerst keine Dienstunterbrechungen. Doch die Uhr tickt.
Die Kostenfalle schnappt zu
Die finanziellen Folgen sind drastisch. Statt günstiger Speziallizenzen müssen Firmen nun auf Pakete wie Microsoft 365 Business oder die Enterprise-Tarife E3/E5 umsteigen. Die Konsequenz? Experten rechnen mit einem Kostenanstieg um das Fünf- bis Zehnfache.
Dazu kommt eine weitere Belastung: Microsoft hat bereits allgemeine Preiserhöhungen für Microsoft-365-Lizenzen ab Juli 2026 angekündigt. Die Kombination aus wegfallenden Einstiegstarifen und steigenden Paketpreisen erzeugt einen doppelten Kostendruck. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen vor einer schweren Entscheidung.
Handlungsalternativen für IT-Verantwortliche
Was also tun? Der erste Schritt ist eine gründliche Bestandsaufnahme. Welche Mitarbeiter nutzen welche Dienste wirklich? Braucht wirklich jeder das volle Microsoft-365-Paket?
Microsoft selbst wirbt mit Alternativen wie Kapazitätspaketen oder einer zukünftigen Pay-as-you-go-Option für SharePoint. Die Details dazu sind jedoch noch vage. Für manche Firmen könnte der Zwangsumstieg auch eine Chance sein: Der Markt bietet alternative Cloud-Anbieter, die vielleicht besser zum individuellen Bedarf passen.
Die Botschaft an IT-Leiter ist klar: Nutzen Sie die Zeit bis Anfang 2027. Entwickeln Sie jetzt eine Migrationsstrategie und sprechen Sie mit Ihren Dienstleistern. Nur so lassen sich die Kosten in der neuen Microsoft-Landschaft halbwegs im Griff behalten.
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