Microsoft, Konkurrenten

Microsoft und Konkurrenten pumpen 650 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur

06.02.2026 - 07:28:12

Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta planen historische Investitionen in Rechenzentren und KI-Chips. Trotz steigender Umsätze reagiert der Aktienmarkt mit Skepsis auf die hohen Kosten.

Der Kampf um die Vorherrschaft in der Künstlichen Intelligenz wird 2026 mit einer beispiellosen Investitionsoffensive entschieden. Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta planen gemeinsam Kapitalausgaben von rund 650 Milliarden Euro. Diese Summe, die in etwa der Wirtschaftsleistung Österreichs entspricht, fließt fast ausschließlich in den Bau neuer Rechenzentren und KI-Chips. Doch der Markt reagiert skeptisch: Die Aktienkurse stürzen ab, obwohl die Umsätze steigen.

Vier Tech-Giganten starten historischen Infrastruktur-Boom

Die geplanten Ausgaben markieren eine Zeitenwende. Noch nie haben einzelne Konzerne derartige Summen in ihre technische Basisinfrastruktur gepumpt. Das Geld ist für die Grundpfeiler der KI-Ära bestimmt: hyperskalierte Rechenzentren, spezielle KI-Prozessoren und Hochgeschwindigkeitsnetzwerke. Der kollektive Kraftakt übertrifft alle vergangenen Investitionszyklen und ähnelt in seinem Ausmaß großen nationalen Infrastrukturprojekten.

Hinter der Strategie steht eine einfache Überzeugung: In der neuen KI-Ökonomie wird derjenige dominieren, der über die größte und leistungsfähigste Rechenkapazität verfügt. Dieser Wettlauf befeuert bereits einen globalen Bauboom für Rechenzentren und stellt Energieversorger sowie Kommunen vor immense Herausforderungen. Die Forschungsfirma Gartner prognostiziert allein für Rechenzentren weltweit Ausgaben von über 650 Milliarden Euro 2026 – ein Plus von 31,7 Prozent gegenüber 2025.

Microsoft verdoppelt Investitionen – und verunsichert Anleger

Microsoft treibt den Trend mit besonderer Vehemenz voran. Das Unternehmen aus Redmond erhöhte seine Investitionen im zweiten Geschäftsquartal um 66 Prozent auf ein Rekordhoch von 37,5 Milliarden Euro. Hochgerechnet könnte der Konzern im laufenden Geschäftsjahr bis Juni bis zu 120 Milliarden Euro ausgeben – fast eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Zwei Drittel davon fließen in KI-Grafikprozessoren und die dazugehörige Infrastruktur.

Anzeige

Passend zum Thema KI-Compliance: Seit August 2024 ist die EU‑KI‑Verordnung in Kraft – mit verpflichtenden Kennzeichnungs-, Dokumentations‑ und Risikoklassenpflichten, die gerade Anbieter von Cloud‑Diensten und KI‑Modulen wie Microsofts Copilot betreffen. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt Schritt für Schritt, welche Pflichten für Entwickler, Anbieter und Anwender gelten, welche Fristen Sie beachten müssen und wie Sie erste Compliance‑To‑dos priorisieren. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung herunterladen

Doch die Bilanz zeigt ein Paradox: Trotz übererfüllter Umsatz- und Gewinnerwartungen brach der Aktienkurs nach der Bekanntgabe der Investitionspläne ein. Anleger fürchten die gewaltigen Kosten des KI-Übergangs. Analysten sprechen von einer wachsenden „KI-Renditelücke“ – der Diskrepanz zwischen milliardenschweren Investitionen und den bislang mageren Profiten, die sie abwerfen. Der Markt verlangt plötzlich konkrete Belege für die Profitabilität der KI.

KI-Boom stößt an Kapazitätsgrenzen

Die gewaltigen Investitionen sind für Microsoft keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Die Nachfrage nach KI-Diensten übertrifft derzeit das verfügbare Angebot an Rechenleistung. Dies gilt sowohl für das Cloud-Geschäft Azure als auch für hauseigene Produkte wie den KI-Assistenten Microsoft 365 Copilot. Dieser Dienst, der bereits 15 Millionen zahlende Nutzer hat, ist vollständig auf die expandierende Rechenzentren-Flotte angewiesen.

Die Infrastruktur-Offensive soll diesen Engpass beseitigen. Sie ist die Grundvoraussetzung, um das breite Interesse an KI-Tools auch in profitable Umsätze zu verwandeln. Die zentrale Frage lautet: Kann die Nachfrage der Unternehmen nach Tools wie Copilot exponentiell wachsen, um die gerade entstehende Infrastruktur auch auszulasten? Bislang wächst das Kerngeschäft Azure leicht gebremst.

Die Ära der blinden KI-Euphorie ist vorbei

Die Pläne der Tech-Giganten zeigen einen fundamentalen Wandel auf. Die Phase, in der allein große KI-Ankündigungen die Börsenkurse trieben, ist beendet. Jetzt beginnt die Ära der „Infrastruktur-Ermüdung“. Investoren achten penibel auf die Profitabilität der Cloud-Geschäfte und darauf, wie die Milliardeninvestitionen in Hardware in margenstarke Software-Umsätze verwandelt werden.

Der Markt zählt nicht länger nur die ausgegebenen Milliarden. Er verlangt nun die „KI-Quittung“ – den handfesten finanziellen Ertrag. Für Microsoft wird der Weg in die zweite Jahreshälfte 2026 entscheidend sein. Der Konzern muss den Übergang vom „Kauf von Wachstum“ zur „Optimierung des Wachstums“ schaffen. Ein Schlüsselfaktor könnten eigene, hausgemachte KI-Chips sein, die die Abhängigkeit von Zulieferern wie Nvidia verringern und die Margen verbessern würden. Das Gelingen dieser Strategie wird nicht nur den Börsenwert Microsofts bestimmen, sondern Wellen durch die gesamte Halbleiter- und Unternehmenssoftware-Branche schlagen.

Anzeige

PS: Milliardeninvestitionen nützen wenig, wenn rechtliche Vorgaben und Dokumentationspflichten übersehen werden. Der kostenlose Leitfaden zur EU‑KI‑Verordnung liefert eine kompakte Checkliste zu Risikoklassen, Kennzeichnungspflichten und Übergangsfristen – ideal für IT‑Leiter, Compliance‑Teams und Produktverantwortliche, die ihre KI‑Projekte rechtssicher aufstellen wollen. Holen Sie sich die Praxis‑To‑Dos für die sofortige Umsetzung. Jetzt Gratis‑Leitfaden zur EU‑KI‑Verordnung sichern

@ boerse-global.de